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Liebestolle Rehe machen Straßen unsicher

Vorsicht, Autofahrer! Liebestolle Rehe machen Straßen unsicher

Die Zahl klingt erschreckend: Mehr als 10.000 Rehe starben im vergangenen Jahr bei Wildunfällen – so die Statistik des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Melur). Ein zeitlicher Schwerpunkt liegt in den ersten Augustwochen.

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Das Rehwild hat Paarungszeit und häufig sind besonders die Böcke blind vor Liebe.

Quelle: Sorka Eixmann

Flintbek. „Die Blattzeit des Rehwilds macht die Tiere blind“, warnen Landespolizei und Landesjagdverband vor Verkehrsunfällen mit Wildtieren, die häufig mit Schäden an den Fahrzeugen und Verletzungen der Insassen enden.

 Wolfgang Heins, Präsident des schleswig-holsteinischen Jagdverbandes mit Sitz in Flintbek, warnt die Autofahrer: „Wenn die Rehe Hochzeit halten, steigt die Gefahr der Wildunfälle.” Aktuell sei die Paarungszeit in vollem Gang. „Dann nehmen die Rehdamen selbst das Heft in die Hand und signalisieren durch Duftstoffe den Rehböcken, dass sie zur Paarung bereit sind“, erklärt Heins. Daraufhin beginnen die Böcke ein ungestümes Liebeswerben.

 Das Problem: „Weil die Rehfrauen oder Ricken, wie sie der Jäger nennt, gehörig umworben sein wollen, entziehen sie sich zunächst den Nachstellungen ihrer Liebhaber. Doch unermüdlich folgt der Bock der fliehenden Ricke“, sagt Heins.

 Und dann passiert es: Vor Liebe buchstäblich blind, führt die wilde Jagd der Rehe oft auch am Tag über vielbefahrene Straßen. „Vor allem in Waldgebieten und im ländlichen Bereich sollten die Kraftfahrer bis Mitte August auch tagsüber besondere Vorsicht walten lassen”, lautet Heins Appell, besonders an heißen Tagen erreichen die Aktivitäten der Rehe ihren Höhepunkt. Zustimmung erntet Heins von Jürgen Börner, Sprecher der Landespolizei. „Geografisch gesehen gibt es zwar keine Schwerpunkte, aber die Zahl der Wildunfälle ist stetig steigend“, sagt Börner. 2011 waren es 11.817 gemeldete Wildunfälle, ein Jahr später 12.599, 2013 bereits 13.247 und 2014 insgesamt 13.641. „Im vergangenen Jahr krachte es fast 15000 Mal“, so Börner. Dabei werden die Rehe häufig nicht auf der Stelle getötet. Oft schleppen sie sich trotz schwerer Verletzungen noch ein Stück davon. Dann muss der Jäger das verletzte Wild mit speziell ausgebildeten und geprüften Jagdhunden suchen, um es von seinen Qualen zu erlösen.

 „Tierschutz geht jeden von uns an“, unterstreicht der LJV-Präsident. Auch die Verkehrsteilnehmer könnten durch rücksichtsvolles und vorausschauendes Fahren wesentlich dazu beitragen, den Wildtieren unnötige Schmerzen zu ersparen.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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