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Zu wenige lassen sich gegen Grippe impfen

Vorsorge im Norden Zu wenige lassen sich gegen Grippe impfen

Die Schleswig-Holsteiner sind immer noch Impf-Muffel. „Die Impfrate in Schleswig-Holstein ist nach wie vor zu gering“, warnt Prof. Helmut Fickenscher vom Kieler Institut für Infektionsmedizin. Selbst bei medizinischem Personal sei die Quote unter 20 Prozent, beim Rest der Bevölkerung noch geringer.

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Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen: Eine Virusgrippe ist nicht nur unangenehm, sondern kann sich auch zu einer ernsthaften Erkrankung auswachsen. Das Gesundheitsministerium ruft bereits jetzt dazu auf, sich mit einer Impfung dagegen zu schützen.

Quelle: Andreas Gebert/dpa

Kiel. Dabei schütze man durch eine Impfung nicht nur sich selbst, sondern auch andere, weil der Virus daran gehindert wird, sich zu verbreiten, sagt der Wissenschaftler. Ab Oktober bis in den frühen Januar hinein kann und sollte man sich laut Gesundheitsministerium impfen lassen.

Eine Erklärung für die geringe Impfrate sieht Fickenscher in der Trägheit der Menschen: „Man muss dazu erst einmal los und zum Arzt.“ Auch Vorurteile und negative Informationen halten Menschen von der Impfung ab. Im Internet finde man eine Masse an Impfgegnern und: „Negative Informationen bleiben leichter hängen.“ Dabei gäbe es kaum Nebenwirkungen. Nur in seltenen Fällen klagen Geimpfte über Beschwerden. Patienten, die allergisch auf Hühnereiweiß sind, das oft in Impfstoffen enthalten ist, und Personen, die empfindlich auf andere Impfungen reagiert haben, sollten ihren Hausarzt darüber aufklären.

Risikogruppen und frühe Symptome beachten

Besonders Risikogruppen sollten nicht auf die Impfung verzichten, rät die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts. Generell kann aber jeder an einer schweren Influenza mit Komplikationen wie Entzündungen von Lunge, Herz oder Gehirn erkranken. Eine Grippe äußert sich bereits Stunden bis wenige Tage nach einer Infektion durch hohes Fieber mit Schüttelfrost, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten. Bei Kindern können auch Bauchschmerzen mit Erbrechen und Durchfall auftreten. Influenzaviren werden durch Speicheltröpfchen beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Die eigentliche Grippe-Saison beginnt erfahrungsgemäß in der vierten Januarwoche. Vorher könne man laut Fickenscher nicht vorhersagen, wie stark die Epidemie sein wird. Ein Grund mehr, sich rechtzeitig um die vorsorgliche Grippeimpfung beim Hausarzt zu kümmern: „Dann entgeht man der Gefahr, dass der Impfstoff nicht mehr bereitsteht“, sagt Fickenscher. Die Kosten dafür werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Jährlich zirkulieren drei bis vier Virenvarianten, die zu einer Influenza führen. Der Impfstoff wird an die Varianten der letzten Epidemie angepasst, um sich auf die aktuellen Erreger einzustellen. Sollte es durch eine unvorhersehbare Mutation doch zur Infektion kommen, präge sich die Grippe bei geimpften Menschen laut Fickenscher nicht so stark aus.

Wer sich auf alle Fälle impfen lassen sollte

Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts rät den folgenden Personengruppen auf jeden Fall zur Grippeimpfung:

  • jeder ab 60 Jahren
  • Personen mit Grunderkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauferkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Immundefekten, chronisch-neurologischen Krankheiten und HIV
  • Schwangere ab dem zweiten Trimenon (dem vierten Schwangerschaftsmonat)
  • Bewohner in Alten- und Pflegeheimen
  • Personen, die viel Kontakt mit Menschen haben
  • medizinisches Personal
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