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Thomas Hitzlsperger ehrt die Sieger

Schwul-Lesbische Fußball-EM Thomas Hitzlsperger ehrt die Sieger

Besondere Ehrung für die Sieger der Schwul-Lesbischen Fußball-Europameisterschaft in Norderstedt: Der Ex-Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger überreicht am Abend den Männern von Vorspiel Berlin und den Frauen des FC Krylya Moskau im Ballsaal des Millerntorstadions in Hamburg die Pokale.

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1 Vorspiel Berlin (blau) mit Alexander v. Beyme (li., Leiter Organisationskomitee) und Thomas Hitzlsperger (re.).

Quelle: Startschuss SLSV Hamburg / philippszyza.com

Norderstedt. Erstmals fand die Europameisterschaft des Schwul-Lesbischen Fußballverbandes IGLFA auf dem europäischen Kontinent statt. Ausrichter war der schwul-lesbische Sportverein Startschuss in Hamburg. Zwei Tage lang kämpften 30 Vereinsmannschaften mit knapp 400 Männern und Frauen aus acht Ländern auf der Anlage des Hamburger Sport-Vereins in Norderstedt. Nach 80 Partien standen die Sieger fest: Vorspiel Berlin setzte sich im Finale der Herrendivision 1 mit 3:0 gegen die Dublin Devils durch. Krylya Moskau besiegte das neue Frauenteam der Gastgeber, die Kicking Deerns aus Hamburg, mit 2:1 nach Neunmeterschießen auf dem kleineren Spielfeld.

Der 52-malige Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger überreichte den Siegerinnen und Siegern bereits auf dem Fußballfeld die Medaillen. Für den Abend ist die Abschlussfeier im Millerntorstadion geplant, bei der der Vize-Europameister den Teams die Pokale überreichen wird. Hitzelperger ist Ehrengast und hat sich auch einige Spiele angesehen.

„Thomas Hitzlspergers Coming Out hat auch vielen homosexuellen Freizeitfußballern geholfen. Endlich wurde an dem Tabu gerüttelt und das Thema wenigstens für einen Moment in den Amateurvereinen breit diskutiert. Wir freuen uns, dass Thomas Hitzlsperger bei diesem Thema 'am Ball' bleibt“, sagte Alexander von Beyme vom Starschuss-Vorstand.

Hier sehen Sie Bilder von der Schwul-lesbischen Fußball-EM in Norderstedt.

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Björn Frederik Augsten, Vorsitzender von Starschuss, erinnerte sich an die Zeit, als der Verein Trainingszeiten geheim hielt aus Angst vor Anfeindungen oder gewaltsamen Übergriffen. „Dass unser schwul-lesbische Sportverein einmal eine Europameisterschaft ausrichten würde, noch dazu im Fußball, in dem es Homosexuellen besonders schwer gemacht wird, sich zu ihrer Neigung zu bekennen, habe ich lange für undenkbar gehalten“, sagte Augsten. Die EM sei aber nur ein weiterer Schritt zum Ziel.

Denn insgesamt hätte die Diskriminierung im Sport zwar abgenommen. Überwunden sei sie aber noch lange nicht. Ein Beispiel ist Halil Ibrahim Dinçdag aus Istanbul, der bei der EM gepfiffen hat. Der Schiedsrichter hatte es in seiner Heimat als Referee bis in die zweite Liga geschafft. Nach dem Outing  wurde er aus dem Türkischen Fußballverband verbannt.

„Bei der EM steht aber eindeutig der sportliche Wettkampf in einem angstfreien Klima im Vordergrund. Wir wollen einfach geile Spiele erleben“, sagte von Beyme. Aber die Spieler, die zum Teil deutliche Diskriminierung in heterosexuellen Vereinen erfahren hätten, würden natürlich auch das Signal geben wollen: Auf dem Platz spielt die sexuelle Orientierung keine Rolle.

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