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Rucksäcke müssen draußen bleiben

WOA Rucksäcke müssen draußen bleiben

Nach den Gewalttaten in Würzburg, München und Ansbach wurden die Sicherheitsbestimmungen auf dem Wacken Open Air (WOA) verstärkt. Taschen und Rucksäcke sind zum ersten Mal nicht mehr zugelassen. Am Donnerstag führten die Kontrollen nicht zu nennenswerten Verzögerungen.

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Security-Mitarbeiter überprüfen Festivalbesucher: Die meisten reagieren auf die verschärften Sicherheitsbestimmungen gelassen.

Quelle: Kai-Peter Boysen

Wacken. Wie sichert man ein 220 Hektar großes Festivalgelände mit über 75000 Besuchern, ohne dass die Gäste zu sehr eingeschränkt werden? „Eine schwierige Geschichte“, erklärt Stefan Hinrichs von der Polizeidirektion Itzehoe. „Zum einen haben wir eine größere Polizeipräsenz, wo es erforderlich ist, zum anderen wollen wir nicht zu sehr im Vordergrund rücken, damit die Menschen nicht nervös werden.“

 Nach den schockierenden Gewalttaten der vergangenen Wochen in Nizza, Würzburg, München, Ansbach und Rouen wurden die Sicherheitsbestimmungen auf dem Wacken Open Air (WOA) verstärkt. Große Taschen und Rucksäcke sind zum ersten Mal in der 27-jährigen Geschichte des Heavy-Metal-Festivals nicht mehr auf dem Gelände zugelassen. In einem Rucksack war die Bombe von Ansbach versteckt, die den 27-jährigen Täter tötete und 15 Menschen verletzte. Er hatte Ermittlern zufolge versucht, auf das Konzertgelände zu gelangen , verfügte aber über keine Eintrittskarte.

 Am Donnerstag führten die Kontrollen nicht zu nennenswerten Verzögerungen. Wer vom Campingplatz auf das Gelände wollte, wurde einer Leibesvisitation unterzogen, auch die erlaubten Gürteltaschen wurden durchsucht. Die meisten Besucher fanden das in Ordnung, aber überflüssig. „Die Leute übertreiben, ein Attentat kann überall passieren“, sagte Silke Harmsen, zum dritten Mal beim WOA dabei. „Das ist hier eine große Familie, keiner will jemandem etwas Böses.“

 Rüdiger Krebs sagte: „Ich habe mehr Angst, dass ich mein Smartphone verliere, als vor einem Anschlag.“ Begleiterin Astrid Krebs sah im Taschenverbot einen Versuch, den Teilnehmern Sicherheit zu vermitteln. „Wenn die Leute denken, dass es gut ist und sich sicherer fühlen, ist das schon in Ordnung, auch wenn es unbequem ist“, meint ihr Kumpel Wolfgang Bornholdt. Trotzdem glaubt keiner von ihnen daran, dass die Vorkehrungen einen Terroranschlag verhindern könnten.

 „Ganz verhindern ist schwierig“, gesteht auch Polizist Hinrichs ein. „Aber wir können das Ausmaß minimieren, denn in kleineren Gepäckstücken können nur weniger gefährliche Gegenstände mitgeführt werden.“ Neben dem Taschenverbot gibt es weitere Maßnahmen, über die die Polizei aus taktischen Gründen keine Angaben machen will: „Potenziell ist jeder Großveranstaltung gefährlich, aber für Wacken gibt es bislang keinerlei verdächtige Indizien.“

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