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Metal-Fans feiern im Matsch

Wacken 2015, Tag 2 Metal-Fans feiern im Matsch

Wackwandertag Nummer Zwei und offizielle Eröffnung. Das W:O:A-Gelände ist eine einzige breiige Masse. Es läuft quasi das Festival-Notstromaggregat, um zumindest den künstlerischen Ablauf zu gewährleisten. Die Besucher wie auch die dienstlich Anwesenden müssen sich irgendwie mit den Bedingungen arrangieren. Mit In Extremo, Rob Zombie, Savatage und dem Trans-Siberian Orchestra spielen die ersten musikalischen Hochkaräter.

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Der Schlamm kann die Metal-Fans in Wacken nicht abschrecken.

Quelle: Michael Kaniecki

Wacken. Abfahrt in die nächste Schlammschlacht. Vor Ort lange Gesichter beim Versuch, auf den Presseparkplatz zu kommen. Die Zufahrt ist als solche nicht mehr zu nutzen, „es sollen Platten verlegt werden, aber wir wissen nicht wann“, so die Auskunft. Alternative? „Eigentlich sollte ich euch nach Itzehoe schicken, aber versucht`s mal in Gribbohm!“ Das ist der Nachbarort, also durch das Full Metal Village an den vielen temporären Dorfbewohnern vorbei nach Gribbohm. Dort Auskünfte wie: „Tut mir leid, ich darf euch nicht durchlassen“, „Hier ist alles voll“ oder „Vielleicht in der Norderstraße“. Zurück nach Wacken: „In ganz Wacken ist Parkverbot“, so eine weitere Aussage. Ganz Wacken? Nein, das wackere Printmedienduo findet doch noch eine (legale) Nische.

Jetzt aber zackig, In Extremo spielen bald, schnell zum Verbindungsweg, der in fünf Minuten zum Festivalgelände führt und am Mittwoch noch problemlos passierbar war. Das ist er immer noch, nur nicht für die Presse. „Das neue Sicherheitskonzept“, so die Begründung, die an diesem Tag noch einige Male angeführt wird.

„Nehmt doch den Presse-Shuttlebus!“ Der kommt gerade und ab geht die Fahrt zum Backstagebereich. Oder auch nicht, das Gelände ist für den Bus nicht befahrbar, daher fährt er zum Bus-Pool. Das ist in etwa so, als wenn man während der Kieler Woche bereits am Europaplatz steht, zur Rathausbühne möchte und dann mit dem Bus in die Wik gefahren wird. Mit dem Unterschied, dass der Weg zurück durchgehend aus bis zu 30 Zentimeter tiefem Matsch besteht. Auf dem Rücken eine Kameraausrüstung im Wert von ein paar Tausend Euro. Arbeitsbedingungen from Hell!

In Extremo spielen längst, das Foto hat sich für den Kollegen erledigt, jetzt nur noch rechtzeitig an der True Metal Stage bei Rob Zombie sein.

Dort Pit-Pass gezeigt, hinein, geschafft. Nein, wieder nicht, Herr Zombie lässt sich nicht von jedem fotografieren, so nimmt sein Management Sonderakkreditierungen vor. Foto Adé!

Rob Zombie ist ein Sänger mit Hang zur Theatralik, geschminkt, kostümiert, wie seine Band im Horrorlook. „Teenage Nosferatu Pussy“ lautet der Einstieg, es folgen Industrial-Metal-Nummern wie „Devil Man“ oder „Superbeast“ plus einer Vergewaltigung von James Browns „Sex Machine“.

Völlig losgelöst von der Divenhaftigkeit in der Fotofrage, ist das seelenloses Geschrubbe im ewig gleichen Tempo. Ergo kommt Langeweile auf, die Stimmung ist mäßig.

Zeit für einen Gewaltmarsch zum Pressezelt, kurz mal festen Boden unter sich spüren. Alle Wege dauern gut dreimal so lang und sind wegen der kiloschweren Stiefel kräftezehrend, daher die Bitte um Verständnis, dass musikalisch nur das Nötigste besprochen wird.

Als da wäre das Highlight des Abends, der einzige Europa-Auftritt von Savatage und dem Trans-Siberian Orchestra. Beide Acts gedeihen in den Händen von Paul O`Neill und Jon Oliva. Savatage schlugen vor gut 30 Jahren bereits eine Brücke zwischen Power-Metal und Klassik, die danach von vielen Bands überquert wurde. „Edge Of Thorns“, „Hall Of The Mountain King“, die Pommesgabeln werden gereckt, als Schmankerl werden zum Teil beide Hauptbühnen von beiden Bands gleichzeitig genutzt („Morphine Child“). Ein majestätischer Moment, der ein wenig die Tageslast von aller Schultern nimmt.

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