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Viele Kitas in Kiel wegen Warnstreik dicht

Interaktive Karte Viele Kitas in Kiel wegen Warnstreik dicht

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft Verdi ihre punktuellen Warnstreiks im Norden ausgeweitet, etwa 900 Teilnehmer nahmen am Dienstag nach Angaben eines Sprechers an mehreren Aktionen teil.

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Für die kommenden Tage hat die Gewerkschaft Verdi Warnstreiks im Öffentlichen Dienst angekündigt.

Quelle: dpa

Kiel. In Flensburg war unter anderem das Kraftfahrtbundesamt betroffen, in Schleswig beteiligten sich Mitarbeiter der Helioskliniken und der Stadtwerke an den Kundgebungen. „Wir wollen einen Gang raufschalten“, sagte Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky. Flächendeckende Warnstreiks soll es zunächst aber nicht geben.

Karte zeigt Notdienst für Kitas

„Die Arbeitgeber müssen spüren, dass wir es ernst meinen“, sagt Ute Dirks, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Schleswig-Holstein Nord. Am heutigen Mittwoch trifft es unter anderem die Stadt Eckernförde. So bleiben die Türen der Stadtwerke sowie das Meerwasser-Wellenbad geschlossen. In städtischen Kitas ist mit geringen Einschränkungen zu rechnen. In Teilbereichen der Wehrtechnischen Dienststelle und des Marine-Stützpunktes wird es nach Angaben der Verdi-Sprecherin ebenfalls zu Arbeitsniederlegungen kommen. Das gilt ebenso für die Klinik und die Altenpflege der Imland-Einrichtungen. Die medizinische Betreuung bleibe allerdings in vollem Umfang erhalten, betont Dirks.

Diese städtischen Kitas haben geöffnet oder Notdienst:

In Kiel plant Verdi am Donnerstag mit „mindestens 1500 Teilnehmern“, sagt Eva Schleifenbaum vom Verdi-Bezirk Kiel-Plön. Zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen seien alle Beschäftigten, Auszubildende und Praktikanten von Bund und Kommunen in Kiel, Plön, Preetz und den Umlandgemeinden. Mit dabei sein sollen die Landeshauptstadt Kiel mit allen Dienststellen, Jobcenter, Arbeitsagentur, Theater Kiel, Städtisches Krankenhaus, Stadtwerke, Müllverbrennung, Bundeswehr, Sparkasse, Bundesamt für Güterverkehr, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und Bundesverwaltungsamt. Zeitgleich ruft auch die Bildungsgewerkschaft GEW die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst auf, die Arbeit niederlegen. Los geht es gemeinsam um 10.15 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus in der Legienstraße über den Rathausplatz zum Bootshafen Kiel. Dort treffen die Teilnehmer mit einen weiteren Demonstrationszug von Mitarbeitern der Stadtwerke und der Müllverbrennung zusammen. Eine gemeinsame Kundgebung ist ab 10.45 Uhr geplant.

Drei Prozent mehr Lohn

„Unsere Antwort auf das Arbeitgeberangebot ist dieser Warnstreik. Und wenn in der dritten Verhandlungsrunde nicht mehr herauskommt, dann können wir auch anders“, sagt Dirk Lerche, Gesamtpersonalratsvorsitzender der Landeshauptstadt Kiel. Die Stimmung unter den mehr als 5000 Beschäftigten bezeichnete er als „eher schlecht, die Arbeitgeber müssen und werden da noch etwas drauflegen müssen“. Sonst würde sich das Grundproblem, bei den eher niedrigen Tarifgehältern noch genügend Fachkräfte zu finden, weiter verschärfen. „Es müsste keine Streiks geben, wenn die Arbeitgeber gleich mit realistischen Zahlen in die Verhandlungen gegen würden. Das Dilemma ist doch: Diese Streiks treffen immer nur die Bürger“, sagt Lerche.

Mit mindestens 300 Streikenden in Neumünster rechnet Verdi-Regionsgeschäftsführerin Sabine-Almut Auerbach. Ab acht Uhr werden Busse mit Teilnehmern aus Norderstedt, Bad Oldesloe und Bad Segeberg an der Stadthalle Neumünster erwartet. Der von Trommlern der Kieler Gruppe „Super Rabatzki“ begleitete Demonstrationszug setzt sich ab 10.30 Uhr in Richtung „Kiek in“ (Gartenstraße) in Bewegung. Zu Warnstreiks aufgerufen sind unter anderem die Verwaltungen vom Kreis Segeberg und der Stadt Bad Segeberg, Stadt Neumünster, Agentur für Arbeit Neumünster, Stadtwerke Neumünster und Bad Oldesloe, Sparkasse, mehrere Kitas aus Neumünster sowie Techniker des Betriebshofes Neumünster. Auch in Rendsburg wird am Donnerstag gestreikt: Mit dabei sind unter anderem die Beschäftigten des Wasser- und Schifffahrtsamtes sowie der Stadtverwaltung und einiger Kitas.

Die Gewerkschaften hatten Mitte April ein Angebot für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen abgelehnt. Die Arbeitgeber boten drei Prozent mehr Lohn für zwei Jahre. Die Gewerkschaften hatten sechs Prozent mehr für ein Jahr verlangt. Am 28. April gehen die Tarifverhandlungen in Potsdam weiter.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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