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So unterschiedlich feiert Schleswig-Holstein

Weihnachtstraditionen im Norden So unterschiedlich feiert Schleswig-Holstein

Im Norden geht es speziell zu: Zumindest, wenn es um die letzten Tage im Jahr vor und an Weihnachten geht. Hätten Sie gewusst, was die Menschen in einigen Orten hier so treiben?

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Heilige Lieder: Die Bläser an der Schleuse in Kiel-Holtenau erfreuen jedes Jahr die Seemänner an Heiligabend.

Längster Adventskalender der Welt

Es ist ein gigantischer Kalender, der da am Hafen des nordfriesischen Tönning erleuchtet. 24 Törchen bilden jedes Jahr die Öffnungen des historischen Packhauses, eine Tradition, die im gesamten Dezember alljährlich die Adventsbesucher erfreut. Der Rekord ist übrigens sogar im Guinnessbuch verzeichnet. Hier können Sie an den Tagen selbst die Törchen öffnen und an Gewinnspielen teilnehmen. Eine Chance haben Sie noch.

Posaunen an den Kieler Nachrichten

Die Choralbläser machen jedes Jahr das Weihnachts- und Silvesterfest auf dem Asmus-Bremer-Platz in Kiel noch einen Ton festlicher. An Heiligabend um 12 Uhr und am letzten Tag des Jahres um 18 Uhr erklimmen die Musiker den Balkon am Verlagshaus der Kieler Nachrichten und lassen die Lieder über den zentralen Platz der Stadt erklingen. Unten verkauft dieses Jahr an Heiligabend Ministerpräsident Torsten Albig Punsch zugunsten des Mittagstisches der St.-Heinrich-Kirchengemeinde in Kiel.

Das sind die Bilder von Weihnachtstraditionen in Schleswig-Holstein.

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Der Weihnachtsmann kommt nach Hohwacht

Die Lage ist ideal: Hohwacht am Kopfe der Hohwachter Bucht ist jedes Jahr ein Zielort des Weihnachtsmann. Warum das? Schließlich wird dessen Tradition wie beim niederländischen Sinterklaas an Küstenorten so interpretiert, dass der Schutzheilige per Boot über das Meer angereist kommt. Am Strand beschert er dann die Kinder mit hunderten Geschenken. Eine Tradition, die so nur an der Küste möglich ist.

Bloß nichts verschlafen in Bad Segeberg

Damit in Bad Segeberg der Weihnachtsmarkt überhaupt erst Fahrt aufnehmen kann, muss er eröffnet und das Licht angeschaltet werden. Das macht natürlich nicht irgendwer, sondern der Weihnachtsmann höchstpersönlich. Jedes Jahr erwacht der Mann im roten Mantel auf dem Balkon der örtlichen Volksbank, wird von der Feuerwehr per Drehleiter abgeholt, von der Bevölkerung gebührend gefeiert und leitet die Adventswochen vor Weihnachten offiziell ein.

Traditionelle Bläsertour über die Dörfer

Den Klang von Trompete, Posaune und Co. werden die Bewohner aus Lütjenburg und Umgebung nach dem vierten Advent nicht so schnell los. Dort tourt der Bläserchor der St.-Michaelisgemeinde Lütjenburg traditionell umher. Zwanzig Minuten Spielzeit pro Ort – und schon geht es weiter. Diese Form der Tournee existiert seit dem Mittelalter und wird „Kurrende“ genannt (von lat. currere = laufen).

Es leuchtet so schön in Eckernförde

Dieses Haus im Wiesenredder steht stellvertretend für alle anderen LED-Freunde, die das Weihnachtsfest im hohen Norden nutzen, um etwas Licht in die Welt zu bringen. Familie Ehlers im Eckernförder Wiesenredder stattet ihr Haus seit Jahren mit tausenden Lichtern aus. Karin Ehlers nimmt sogar im November stets zwei Wochen Urlaub für die Vorbereitungen. Das Ergebnis ist weit über Eckernförde hinaus bekannt. Und kann sich sehen lassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Wohle der Nachbarn können die Lampen übrigens nicht stetig brennen, wenn es dunkel ist. Auch in der stillen Nacht will geschlafen werden.

Auch an der Schleuse ertönen die Instrumente

Für viele Seeleute ist der Heilige Abend eine besondere Herausforderung: Schließlich müssen sie ihn ohne Familie auf See oder zumindest an Bord verbringen. Ein wenig Wärme kommt da von den Bläsern, die jedes Jahr an der Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Wik aufspielen. Egal ob auf der Kanalinsel oder am Ufer, jedes Jahr erklingen dort Weihnachtslieder für die durchfahrenden Schiffe. Auf der Schleuseninsel werden außerdem jedes Jahr Weihnachtspakete verteilt.

Baumloser Baum auf Sylt

Die Insel ist schmal, das wissen alle. Aber Sylt ist dadurch so unwirtlich für Wälder, dass sich größere Nadelbaumpopulationen nie ansiedeln konnten. Und ohne Nadelbäume auch keine Weihnachtsbäume. Die Sylter haben sich daher schon früh etwas Eigenes einfallen lassen: Der Sylter Jöölboom (auch als Friesenbaum auf Amrum und Föhr bekannt) ist eine Holzbogenvariante, die mit getrocknetem Obst, Schmuck und allerlei Figuren verziert wird. Ein Weihnachtsbaum, der wohl nur hier existiert.

Ein ganzes Dorf als Weihnachtsmarkt

In der erweiterten Vorweihnachtszeit gehen landesweit bereits viele Advents- und Winterbasare über die Bühne. Schon am ersten Adventswochenende verwandelt sich beispielsweise das ganze Dorf Wanderup im Kreis Schleswig-Flensburg in einen gigantischen Weihnachtsmarkt. Weil alle Bewohner mit anpacken, es sogar eigens für den Ort geschriebene Weihnachtslieder gibt, ist das Weihnachtsdorf Wanderup daher über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt. In diesem Jahr eröffnete beispielsweise Schriftstellerin Dora Heldt den Winterzauber.

Ab in die kalten Fluten

Was an der Ostsee vielerorts am 1. Januar als Anbaden zelebriert wird, geht auf Sylt bereits am 2. Weihnachtsfeiertag über die Bühne. Das Schauspiel am Hauptstrand in Westerland verfolgen am 26. Dezember stets viele Zuschauer, die sich mit Punsch in der Hand über die verfrorenen Badegäste mit Nikolausmützen amüsieren.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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