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Wie wahrscheinlich ist es, 82 Mio. Euro zu gewinnen?

Eurojackpot Wie wahrscheinlich ist es, 82 Mio. Euro zu gewinnen?

Im Eurojackpot ist die Gewinnsumme auf 82 Millionen Euro angewachsen. Wie groß die Chance auf einen Rekordgewinn ist, hat uns Prof. Dr. Björn Christensen von der Fachhochschule Kiel (Institut für Statistik und Operations Research) vorgerechnet.

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Der Eurojackpot ist prall gefüllt: Wer ihn knackt, gewinnt mit viel Glück 82 Millionen Euro.

Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Münster/kiel. 82 Millionen Euro - so viel können Lottospieler am Freitagabend beim Eurojackpot gewinnen. Die Gewinnzahlen werden gegen 21 Uhr in Helsinki gezogen. Den Rekord für Deutschland hält bislang ein Tipper aus der Nähe von Köln, der im März rund 76,8 Millionen Euro abräumte. Den Rekord von 90 Millionen Euro hat sich 2015 ein Tipper aus Tschechien gesichert.

Ein Rekord ist nur möglich, falls nur ein Spieler oder eine Tippgemeinschaft fünf Richtige plus zwei Zusatzzahlen richtig ankreuzt. Ansonsten wird der Gewinn geteilt. Das wäre allerdings in der Geschichte des Eurojackpots eine Premiere. Bliebe die Gewinnklasse 1 unbesetzt, würde der Jackpot in der Folgewoche die Höchstgrenze von 90 Millionen Euro erreichen.

Jeder Euro zusätzlich bildet dann in der Gewinnklasse 2 einen neuen Jackpot. In der rund vierjährigen Geschichte des Eurojackpots, an dem sich 17 Länder beteiligen, kam es dazu erst einmal. Hier liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit für den Hauptgewinn bei 1 zu 95 Millionen. Die Chance für sechs Richtige plus Superzahl im klassischen «6 aus 49» ist geringer und liegt bei 1 zu 140 Millionen.

Fragen und Antworten zum Eurojackpot

Die Kieler Nachrichten haben Prof. Dr. Björn Christensen von der Fachhochschule Kiel zum Eurojackpot befragt. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Es wird immer berichtet, dass die Wahrscheinlichkeit, den Jackpot zu knacken, bei 1:95 Mio. läge.

Die Frage ist nur, wie man darauf kommt. Eigentlich ist die Berechnung ganz einfach: Beim Eurojackpot werden 5 aus 50 Zahlen und 2 aus 10 Zahlen gezogen. Um den Jackpot zu knacken, muss man sowohl die 5 aus 50 Zahlen als auch die 2 aus 10 Zahlen richtig tippen.

Widmen wir uns erst einmal den 5 aus 50 Zahlen. Wenn wir die erste Zahl tippen, ist es egal, welche der 5 richtigen Zahlen (also der Zahlen, die später als „richtige“ gezogen werden) wir auswählen.  Die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine der richtigen Zahlen tippen, beträgt 5/50 („5 aus 50“). Wollen wir nun beim Tipp der zweiten Zahl auch eine richtige auswählen, haben wir nur noch 4 richtige Zahlen zur Auswahl aus 49 verbleibenden Zahlen. Die Wahrscheinlichkeit richtig zu liegen beträgt also 4/49. Beim Tipp der dritten Zahl beträgt die Wahrscheinlichkeit, eine richtige auszuwählen, 3/48 usw. Die Gesamtwahrscheinlichkeit, die 5 richtigen Zahlen aus 50 getippt zu haben, beträgt also: 5/50 x 4/49 x 3/48 x 2/47 x 1/46. Ganz analog funktioniert das Ganze für die 2 aus 10 Zahlen, also 2/10 x 1/9. Um sowohl die 5 richtigen aus 50 als auch die zwei richtigen aus 10 ausgewählt zu haben, beträgt die Wahrscheinlichkeit also:  5/50 x 4/49 x 3/48 x 2/47 x 1/46 x 2/10 x 1/9 = 0,0000000105 = 0,00000105%. Und das ist grob 1:95 Millionen.

O.k., man sieht ein, dass das sehr unwahrscheinlich ist. Aber kann man sich irgendwie veranschaulichen, wie unwahrscheinlich das ist?

Man stelle sich vor, zwei Personen würden sich verabreden, dass beide völlig unabhängig voneinander binnen der nächsten drei Jahre zu irgendeiner Sekunde in die Hände klatschen würden (egal, ob Tag oder Nacht und Weihnachten und …). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie rein zufällig die gleiche Sekunde zum Klatschen innerhalb der drei Jahre auswählen würden, entspricht der Wahrscheinlichkeit, den Eurojackpot zu knacken.

Gibt es „sinnvolle Zahlen“, die man tippen sollte?

Alle Zahlen sind gleich wahrscheinlich. Aber: Da viele Lottospieler ihre Geburtsdaten oder bestimmte Formen auf dem Lottozettel ankreuzen, kann es dabei passieren, dass man bei einem (unwahrscheinlichen) Gewinn die Gewinnsumme mit vielen anderen teilen muss. Das wäre natürlich ärgerlich. Es ist also sinnvoller, irgendwelche Zahlen anzukreuzen. (1999 ist das beim deutschen 6 aus 49 passiert, da waren die Gewinnzahlen 2, 3, 4, 5, 6 und 26, was dazu geführt hat, dass es 31 Gewinner gab, die jeweils – trotz eines 6ers – nur etwa 100.000 € gewonnen haben).

Wie viel sind 82 Mio. € (also der aktuelle Jackpot)?

Wenn man 1 Mio. € in 500 €-Scheinen stapelt, dann ist der Stapel gerade einmal 20 cm hoch. Man könnte sich die Mio. also fast noch in die Jackentaschen stecken. Dazu im Vergleich 82 Mio. € sind dann aber schon ein 500 €-Schein-Stapel, der mehr als 16 m hoch ist! Das ist schon gewaltig.

Und auch den Traum, einmal Dagobert Duck zu spielen, könnte man sich erfüllen, denn 82 Mio. € in 10 Cent-Stücken füllen ein komplettes großes Schwimmbad mit 25 m-Bahn. Man könnte dann also getrost versuchen, darin seine Kraulbahnen zu schwimmen.

Nicht zu vergessen: Auch beim EuroJackpot werden nur 50% der Spielbeiträge ausgeschüttet, d.h. im Mittel verliert der Spieler die Hälfte seines Einsatzes. Lotto ist damit eines der Glücksspiele mit den höchsten Verlusten am Einsatz.

 
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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Foto: Beim Eurojackpot liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit für den Hauptgewinn bei 1 zu 95 Millionen.

Ein Glückspilz aus Hessen hat den höchsten deutschen Lotteriegewinn aller Zeiten abgeräumt. Er knackte am Freitagabend den Eurojackpot in Höhe von 84,8 Millionen Euro. „Das ist der höchste Lottogewinn, den es jemals in Deutschland gab“, sagte Bodo Kemper von Westlotto.

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