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Wieder mehr Tornados nach Jagel

Kampfjets Wieder mehr Tornados nach Jagel

Die markante Silhouette des Kampfjets Tornado wird bald wieder häufiger am Himmel über Schleswig-Holstein zu sehen sein. Am Fliegerhorst Jagel bei Schleswig wird der Ausbildungsbetrieb für die beiden letzten Tornado-Kampfgeschwader der Luftwaffe konzentriert.

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Der Fliegerhorst Jagel soll zum Ausbildungsflugplatz für Tornado-Jets werden.

Quelle: Frank Behling

Jagel/Berlin. 14 zusätzliche Maschinen des Typs sollen dafür aus den USA nach Jagel kommen. Die Entscheidung steht zwar in der Luftwaffe seit Monaten fest, verkündet werden soll sie aber erst heute, wenn die Bundestagsabgeordneten über den Umbau informiert werden. Offiziell durften die Sprecher der Luftwaffe die Meldungen am Dienstag noch nicht kommentieren.

Das Wort „Holloman“ hat seit Jahren einen ganz besonderen Klang in Pilotenkreisen. Wer in der Luftwaffe ins Cockpit eines der zweistrahligen Tornado-Jets will, der musste bislang mehrere Monate in die USA. Auf dem Stützpunkt Holloman in New Mexico bekamen die angehenden Piloten und Waffensystem-Offiziere die Möglichkeit zum Training. Das sollen sie demnächst über Schleswig-Holstein sowie Nord- und Ostsee tun. Die Entscheidung der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Auflösung des deutschen Stützpunktes in New Mexico zum Ziel.

 Anfang März hatte die Verteidigungsministerin diese Entscheidung in den USA ihren Amtskollegen Ashton Carter mitgeteilt. Die Kündigung wird formell bis Ende Dezember an das US-Verteidigungsministerium gehen. Die Kündigungsfrist beträgt drei Jahre, so dass Ende 2019 die Flagge dort niedergeholt wird. Die Ausbildung der Besatzungen für den Tornado war zu einer Zeit in die USA verlegt worden, als 360 Maschinen für die Bundeswehr flogen. 450 Dienstposten der Luftwaffe sind in Holloman. 190 davon und ein Simulator sollen nun nach Jagel umziehen. Durch die drastische Reduzierung der Kampfgeschwader von acht auf zwei sank die Zahl der Tornados von 360 auf 83. Die Folge war auch eine Reduzierung der Zahl der benötigten Flugzeugbesatzungen.

 Die Belastungen für Anwohner und den normalen Flugverkehr durch Starts, Tiefflüge und Luftkampfübungen sollte im deutschen Luftraum früher so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb wurde die Wüste von New Mexico als Übungsraum ausgewählt. Das hat seinen Preis. Wie die Luftwaffe bestätigt, kostet der Stützpunkt in New Mexico pro Jahr 20 bis 30 Millionen Euro. 15 Millionen Euro entfallen allein auf die Pacht der Flugplatzanlagen. 8,5 Millionen Euro kosten die Zuschläge für die Auslandsverwendung der Soldaten. Diese Kosten sollen bei der Ausbildung über Schleswig-Holstein jährlich eingespart werden. Der Anstieg des Fluglärms bewegt sich laut Bundeswehrplanung in vertretbaren Dimensionen. Durch die Verlegung der 14 Maschinen steigt die Zahl der Tornado-Jets in Jagel wieder von 26 auf 40 an. Zum Vergleich: 1990 waren in Jagel und Eggebek über 100 Tornado-Jets stationiert. Seit 2005 gibt es nur noch ein Luftwaffengeschwader mit diesem Flugzeugtyp in Schleswig-Holstein. Die Folge: Nach und nach sanken so die Flugstunden auf unter 3000 pro Jahr.

 Die Bundeswehrplanung sieht den Einsatz des Tornados aktuell nur noch bis 2025 vor. Danach soll ein neuer Kampfjet für die Rolle als Bomber beschafft werden, der den Tornado bis zum Jahr 2030 ablösen soll. In Jagel soll darüber hinaus auch die Stationierung von unbemannten Luftfahrzeugen weiter vorangetrieben werden.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Dass die Ausbildung der Tornado-Besatzungen von New Mexico nach Jagel verlegt werden soll, ist zunächst eine gute Nachricht für Schleswig-Holstein. Dadurch wird das Flugzeug erst 2030 seine letzten Runden zwischen Sylt und Lauenburg ziehen.

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