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Wikingerschiffe setzen Segel

Haithabu Wikingerschiffe setzen Segel

Sommerzeit ist Segelzeit im Norden — das wussten schon die alten Wikinger. Ihre Nachfahren lassen jetzt am historischen Ort Nachbauten der mittelalterlichen Boote zu Wasser. Ein inklusives Vergnügen.

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Besucher können Mitsegeln und Mitrudern.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Busdorf. Ab aufs Boot und schon beginnt die Zeitreise in die Welt der Wikinger: Segeln wie vor 1000 Jahren ist bis zum Freitag, 10. Juli, im Wikinger-Museum Haithabu in Busdorf bei Schleswig angesagt. Täglich ab 13.30 Uhr können Besucher mit der „Sigyn“ auf dem Selker Noor fahren. Bei dem 14,3 Meter langen Schiff handelt es sich den originalgetreuen Nachbau eines im 11. Jahrhundert im Roskildefjord versenkten Handelsschiffes. Es fährt in Rahmen einer Kooperation mit den Schleswiger Werkstätten. Dort wurde die „Sigyn“ gebaut. Die Kiellegung war vor 20 Jahren.

Frieder Maier, Klaus Niemann, Heino Ude und Skipper Max Wölk zeigten am Montag, wie das Segeln mit der „Sigyn“ funktioniert. Das bedeutet viel Arbeit. Damit der Wind genutzt werden kann, zieht das Quartett zunächst den Mast hoch. Kaum ist das Segel gesetzt, heißt es schon wenden. „Weil das Selker Noor nicht so groß ist, steht etwa alle drei Minuten eine Halse an“, erklärt Frieder Maier. Der 55-Jährige aus Neubehrend ist schon seit Jahren auf der „Sigyn“ unterwegs. „Gut 15 Ehrenamtler bilden die Crew“, sagt er.

Als das Schiff der Sonne entgegen segelt, greift Skipper Max Wölk neben das Ruder und zieht ein langes Kuhhorn hervor. Zeit zum Trinken ist aber nicht. Vielmehr lagert er dort seine Sonnenbrille. Sie braucht er, um gegen die Sonne sehen zu können, wohin er das Schiff lenkt. Noch ein zweiter Ausrüstungsgegenstand am Bord ist zu modern für die Wikingerzeit: der Motor. Ihn braucht die „Sigyn“, die schon seit fünf Jahren von der Schlei ins Noor fährt. „Unter die Brücke an der Zufahrt ist zu wenig Platz, um Ruder einzusetzen“, erklärt Harald Wiethe, Betriebsstättenleiter bei den Schleswiger Werkstätten.

Neben der „Sigyn“ soll in den nächsten Tagen auch die museumseigene „Erik Steuermann“ fahren. „Es ist das erste Eichenholzboot, das 2014 nach gut 1000 Jahren wieder in Haithabu gebaut wurde“, erklärt Museumsleiterin Ute Drews. Sie erläutert auch den Grund für die vermehrten Schiffsbewegungen. „Wir bauen den seeseitigen Aspekt der Siedlung immer weiter aus“, sagt sie. Dazu passe auch der Sommermarkt 9. bis 12. Juli. 230 Akteure aus sieben Nationen werden erwartet. Damit wolle das Museum Haithabus einstigen Status als Messestadt unterstreichen. Schiffe seien damals über die Schlei gekommen, damit die Händler ihre Waren präsentieren konnten: „Weil die Anfahrten im Mittelalter langwieriger waren, dauerte auch die Messezeit länger – nämlich den ganzen Sommer lang.“

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