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Hauptjagdsaison im Norden gestartet

Winterhalbjahr Hauptjagdsaison im Norden gestartet

In Schleswig-Holstein hat die „Hauptjagdsaison“ begonnen. Die Jäger haben es vor allem auf Rehe, Wildschweine und Rotwild abgesehen. Sie erfüllen im Winterhalbjahr einen großen Teil der staatlichen Abschusspläne, denn eine Bejagung ist in unserer Kulturlandschaft wichtig, sagte Landesjagdverbands-Präsident Klaus-Hinnerk Baasch.

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In Schleswig-Holstein hat die „Hauptjagdsaison“ begonnen.

Quelle: dpa

Kiel. Ohne Jagd würden Wildschwein, Reh, und andere Wildtiere sich massiv vermehren und große Schäden in unserer Kulturlandschaft anrichten. Das Fleisch der erlegten Tiere sei zudem ein hochwertiges Nahrungsmittel aus nachhaltiger Nutzung.

Nach Angaben von Verbandssprecher Marcus Börner produzierten Schleswig-Holsteins Jäger im vergangenen Jahr Wildbret im Wert von über sechs Millionen Euro.

Die Jagd im Herbst und Winter hat lange Tradition. Ursprünglich diente sie der Versorgung mit Fleisch in der kalten Jahreszeit, sagte Baasch: Das findet sich noch heute in vielen Gaststätten wieder mit Angeboten wie Wildwochen. Mittlerweile stünden jedoch wildbiologische und rechtliche Aspekte im Vordergrund der Jagd. „Jetzt haben die Tiere ihre Jungen groß gezogen, und man nimmt vor allem die schwachen und kranken Tiere aus den Beständen heraus, von denen man annimmt, dass sie den Winter nicht überstehen.“ Dazu komme der rechtliche Aspekt, da in diesen Monaten für die meisten Wildtiere keine Schonzeit existiert.

Manche Tierschützer wie der Verein „Wildtierschutz Deutschland“ fordern ein generelles Verbot der „Hobby-Jagd“. Unmöglich, sagen die Jäger: Man könne die Natur nicht einfach Natur sein lassen.

„Wir leben nicht mehr in der Steinzeit, sondern in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft“, sagte Baasch. Die hat nach Angaben des Jagdverbands in den vergangenen 25 Jahren tiefgreifende Veränderungen erlebt, von denen besonders Wildschweine profitieren. Unter anderem der Wandel in der Energiepolitik habe dazu geführt, dass auf mittlerweile zehn Prozent der Bundesfläche Mais und Raps angebaut werden — das bedeute 26 Mal mehr Nahrungsquellen und Lebensraum für Wildschweine als in den 1990er Jahren. „Die Jäger bekommen Ärger mit dem Landwirt, wenn Wildschweine in seinen Gemüse-Acker einfallen, aber auch mit dem Rosenzüchter, wenn Tiere an seine wertvollen Blumen gehen, oder mit dem Schrebergärtner, wenn dessen Rasen „umgepflügt“ wird.“

Ohne Jäger würde sich laut Verband auch Pflanzenfresser wie Reh- oder Rotwild in unserer Kulturlandschaft stark vermehren und Bäume im Wald schädigen. Aber auch anpassungsfähige Räuber wie Fuchs, Marderhund und Waschbär könnten ohne Jagd die sowieso stark bedrohten Kleinsäuger und bodenbrütende Vogelarten regional stark dezimieren.

In Schleswig-Holstein besitzen den Angaben zufolge derzeit mehr als 21 500 Menschen einen Jagdschein, darunter rund 2300 Frauen. Bundesweit haben rund 370 000 Menschen eine Lizenz zum Jagen.

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