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Wolf zieht durch den Kreis Pinneberg

Bokholt Wolf zieht durch den Kreis Pinneberg

Ein Jäger hat in Bokholt-Hanredder (Kreis Pinneberg) einen Wolf gesichtet. Schon am 23. Juli beobachtete er das Tier von seinem Hochsitz aus und schoss ein Foto. Am Mittwoch bestätigte das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, dass es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handelte.

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Dieser Wolf zog am 23. Juli 2016 durch den Kreis Pinneberg. Ein Jäger hat ihn in der Gemeinde Bokholt fotografiert.

Quelle: Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Bokholt. Der Jäger hatte das Raubtier bemerkt, als es aus einem Maisfeld auf eine Grünlandfläche lief. Durch das Okular seines Fernglases gelang es ihm, ein Nachweisfoto mit seinem Smartphone zu machen. „Anhand des Fotos konnte der Wolfsexperte Dr. Norman Stier von der TU Dresden das Tier eindeutig als Wolf einstufen“, so Martin Schmidt, Sprecher des Landesamtes.

Am Dienstag habe sich eine weitere Person beim Wolfsmanagement des Landes gemeldet, die glaubte, einen Wolf gesichtet zu haben – ebenfalls im Kreis Pinneberg, diesmal in Appen. Weil es aber keinen Fotonachweis und keine Spuren des Tieres gab, konnten die Wolfsbetreuer diesen Hinweis nicht bestätigen.

In den vergangenen Jahren hat sich im Land noch kein Wolf dauerhaft sesshaft gemacht. „Wir wissen sicher, dass es anders als in Mecklenburg-Vorpommern in Schleswig-Holstein kein Rudel gibt“, sagt Schmidt. Es kämen aber immer wieder Tiere aus dem Nachbarbundesland her, daher häuften sich im Herzogtum Lauenburg, nahe der Grenze, die Nachweise. „Das sind in der Regel junge Tiere, die neues Terrain erkunden.“ Sie hielten sich meist nur über einen kurzen Zeitraum in Schleswig-Holstein auf und durchwanderten das Land bei der Suche nach einer Partnerin oder geeigneten Lebensräumen.

In den vergangenen neun Jahren konnten 29 Wolfshinweise und -sichtungen bestätigt werden. In diesem Jahr ist es der dritte Wolfsnachweis im Land. Mitte Januar hatte ein Wolf im Curauer Moor (Kreis Ostholstein) ein Schaf gerissen. Anhand von Speichelresten aus den Wunden des Tieres konnte damals nachgewiesen werden, dass der Angreifer ein Wolf war. Im März fiel ein weiteres Schaf einem Wolf zum Opfer: In St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) fand ein Tierhalter ein schwerverletztes Schaf auf seiner Weide, das eingeschläfert werden musste. Auch in diesem Fall bestätigten genetische Untersuchungen, dass ein Wolf der Verursacher war.

Die Aufnahme ist etwas verschwommen, da sie durch das Okular eines Fernglases aufgenommen wurde.

Quelle: Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Wer einen Wolf beobachtet hat, kann den Hinweis an wolfsbetreuer@wildpark-eekholt.de melden. Die Hotline der Wolfsbetreuer: 0174-6330335 (mobil) oder 04347-704325.

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