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Prozess um Raubmord an Rentner

Lübeck Prozess um Raubmord an Rentner

Ein 77-jähriger Lübecker wird in seinem Haus beraubt und erschlagen. Jetzt stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht. Zu den Vorwürfen wollten sie nichts sagen - nur zu seiner Drogensucht äußerte sich ein Angeklagter und zu den hohen Kosten dafür.

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Das Land- und Amtsgericht in Lübeck. Am Dienstag hat dort ein Prozess gegen zwei Männer begonnen, die im November 2014 in Lübeck einen 77-Jährigen in seinem Haus überfallen und getötet haben sollen.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Lübeck. Vor dem Lübecker Landgericht hat am Dienstag der Prozess um den gewaltsamen Tod eines 77-jährigen Mannes in Lübeck begonnen. Ein heute 31 Jahre alter Mann aus Pansdorf im Kreis Ostholstein und ein 44-Jähriger aus Lübeck müssen sich wegen Mordes verantworten. Sie sollen Anfang November den 77 Jahre alten Mann in seinem Haus in Lübeck überfallen, beraubt und getötet haben.

Die beiden Männer auf der Anklagebank gaben sich zu Prozessbeginn wortkarg. Er wolle zunächst keine Erklärung abgegeben, ließ der 31-Jährige durch seine Verteidigerin mitteilen. Auch der ältere Angeklagte wollte sich am ersten Verhandlungstag nur zu seiner Person äußern. „Ich nehme seit meinem zwölften Lebensjahr Drogen. Dafür brauche ich im Monat etwa 2500 bis 3000 Euro“, sagte der 44-Jährige, der nach eigenen Angaben von Hartz IV und kleineren Drogendeals lebt. Für eine dringend notwendige Operation habe er keine Zeit gehabt, ließ er den Richter wissen. „Ich war mit Beschaffungskriminalität beschäftigt“, sagte der Angeklagte.

Beschaffungskriminalität könnte auch das Motiv für den Überfall auf den alten Herrn gewesen sein. Laut Anklage wollten die beiden Angeklagten am Abend des 7. November 2014 in das unscheinbare Wohn- und Geschäftshaus im Lübecker Stadtteil St. Jürgen eindringen, um Wertgegenstände zu stehlen. Als sie versuchten, eine Seitentür aufzuhebeln, öffnete der 77-Jährige plötzlich die Tür. Der jüngere Angeklagte soll dann auf den Mann eingeschlagen haben, heißt es in der Anklage. Die Männer forderten unter anderem die Herausgabe der Zahlenkombination für den Safe, der sich jedoch nicht öffnen ließ.

Schließlich verließen die Angeklagten unter anderem mit zwei Flachbildschirmen, diversen elektronischen Geräten, mehreren wertvollen Uhren und Feuerzeugen das Haus. Ihr schwer verletztes Opfer ließen sie liegen. Der 77-Jährige starb laut Anklage an inneren und äußeren Blutungen sowie an einer Lungenembolie. Seine Leiche wurde am nächsten Tag von einem Besucher gefunden.

Die beiden Angeklagten wurden wenige Tage später unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden und sitzen seither in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 9. Juli fortgesetzt. Insgesamt hat das Gericht 27 Zeugen geladen. Ein Urteil wird für Mitte September erwartet.

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