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Zahl der Drogentoten seit 2004 gesunken

Schleswig-Holstein Zahl der Drogentoten seit 2004 gesunken

Entscheidend für das Überleben von Süchtigen sind Konsumräume, in denen sie Drogen nehmen können, sagen Experten. Dabei gibt es die Einrichtungen noch immer nicht in allen Bundesländern. Dienstag erinnert ein bundesweiter Gedenktag an gestorbene Drogensüchtige.

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Ein Drogenkonsument zieht Heroin in eine Spritze.

Quelle: Boris Roessler/dpa

Kiel. Die Zahl der Drogentoten im Norden ist in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent zurückgegangen. Wurden 2004 noch 101 Drogentote in Hamburg und Schleswig-Holstein gezählt, waren es zehn Jahre später 80.

In unmittelbarer Vergangenheit ist die Zahl in Schleswig-Holstein allerdings von 23 (2013) auf 29 (2014) gestiegen, in Hamburg im gleichen Zeitraum von 62 auf 51 gesunken. Das geht aus einem im April veröffentlichten Bericht des Bundeskriminalamts und der Drogenbeauftragen der Bundesregierung hervor. An diesem Dienstag erinnert ein bundesweiter Aktionstag des Verbands der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit an gestorbene Konsumenten. Schirmherrin ist die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne).

Entscheidend für die weniger Drogentote seien geschützte Noteinrichtungen, sagte Gudrun Greb der Deutschen Presse-Agentur. Greb ist Geschäftsführerin des Vereins Ragazza, der drogenabhängigen und sich prostituierenden Frauen in Hamburg einen Konsumraum bietet. Das geschulte Personal dort könnte in Notfällen erste Hilfe leisten und beruhigend auf die Konsumenten einwirken. „Da wird Überlebenshilfe geleistet“, sagte Greb.

In Schleswig-Holstein gibt es laut Liste der Deutschen Aids-Hilfe ebenso wie in Bayern oder Baden-Württemberg allerdings keine Konsumräume. „Wir fordern daher die bedarfsgerechte Versorgung mit Drogenkonsumräumen in allen Bundesländern“, teilte der Verband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit zum Aktionstag mit.

Was geschieht, wenn die Abhängigen keinen geschützten Raum zum Konsum haben, könne derzeit auf St. Pauli beobachtet werden, sagt Greb. Dort lägen Spritzen auf Spielplätzen und Konsumenten säßen in Hauseingängen, seitdem eine Einrichtung vor drei Jahren geschlossen hat.

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