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Zahl der Hospizbetten steigt im Land

Budget von 500000 Euro Zahl der Hospizbetten steigt im Land

Die Zahl der Hospizbetten in Schleswig-Holstein soll 2018 deutlich aufgestockt werden. Das geht aus einer Antwort auf eine kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Birte Pauls hervor. Dafür hatte bereits die alte Koalition aus SPD, Grünen und SSW ein Budget von 500000 Euro bereitgestellt.

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Die Zahl der Hospize soll ansteigen.

Quelle: Oliver Berg, dpa

Kiel. Dieses sei aber noch nicht ausgezahlt worden, da bisher keine entscheidungsreifen Anträge vorlagen.

Aktuell gibt es in ganz Schleswig-Holstein 66 Betten in sechs stationären Hospizen. „Viel zu wenig“, findet Birte Pauls. „Die Menschen sollen in der Zeit des Abschiednehmens nicht zusätzlich durch große Abstände belastet werden. Die betroffenen Menschen sollten nicht in der letzten Phase ihres Lebens quer durchs Land fahren müssen“, sagt die SPD-Frau, die selbst gelernte Krankenschwester ist und ein Examen in der Intensivpflege hat. „Das ist eine Frage der Würde.“ Ziel sei es aber nicht, die bestehenden Hospize zu vergrößern. „Sondern wir wollen kleine Einrichtungen im Land schaffen, um eine wohnortnahe Versorgung möglich zu machen.“

Aus der Antwort der Landesregierung auf die Anfrage geht hervor, dass 69 weitere Hospizplätze an sechs weiteren Standorten in Schleswig-Holstein entstehen sollen. Geplant sind diese für die Standorte Bad Oldesloe (12 Plätze), Gettorf (10), Itzehoe (12), Schleswig (8), Norderstedt (14) und Rendsburg (10). In Niebüll sollen drei weitere Plätze im schon vorhandenem Hospiz entstehen. Damit würde Schleswig-Holstein über 135 stationäre Hospizplätze verfügen – eine Zahl, die der empfohlenen Grundversorgung des deutschen Hospiz- und Palliativverbandes entspricht. Pro eine Million Einwohner empfiehlt der Verband 50 stationäre Betten.

Der Geschäftsführer des einzigen Kieler Hospizes (16 Plätze) in Moorsee, Horst Schober, schätzt die Situation kritisch ein. „Das ist eine Gleichung mit mehreren Unbekannten. Man kann nicht generell sagen, wie viele Hospizbetten gebraucht werden, weil es immer darauf ankommt, wie die Versorgung in der Region ist und ob jemand in seine Häuslichkeit eingebettet ist.“ Spezielle ambulante palliative Versorgung (SAPV) ist hierbei das Schlüsselwort. Diese Versorgung ist nicht im ganzen Land gleich stark gegeben. Die 16 Plätze in Schobers Hospiz werden unterschiedlich stark nachgefragt. „Manchmal stehen fünf Menschen auf der Warteliste, ein anderes Mal sind nur zwölf der 16 Betten belegt. Ich kann nur sagen, dass die Westküste unterversorgt ist.“ Dort seien auf jeden Fall Plätze nötig.

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