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Langfinger nutzen den Weihnachtstrubel

Steigende Zahlen im Norden Langfinger nutzen den Weihnachtstrubel

Kosmetika, Elektronikartikel, Handschuhe oder Geldbörsen aus den Taschen der Besucher: Die Weihnachtszeit ist die beste Zeit für Laden- und Taschendiebe. Mitgenommen aus den Geschäften wird alles, was klein und wertvoll ist. Der Einzelhandelsverband Nord hat wieder einen Anstieg registriert.

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Auf dem Weihnachtsmarkt haben Taschendiebe leichtes Spiel, wenn die Besucher abgelenkt sind. Die Polizei rät, nicht mehr Bargeld als nötig mitzunehmen.

Quelle: picture alliance / dpa

Kiel. Ein Schlag gegen gewerbsmäßig agierende Langfinger gelang der Flensburger Polizei in der vergangenen Woche. Zwei Männer hatten versucht, hochwertige Kleidungsstücke im Wert von etwa 1000 Euro zu stehlen. Aufgrund einer ähnlichen Tat im Juni hatte ein Ladendetektiv die Personen wiedererkannt und die Polizei verständigt. „Die Tatverdächtigen arbeiteten arbeitsteilig mit einer präparierten Tasche, in der sie das Diebesgut abtransportieren wollten“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Kripo in Flensburg konnte den Männern zudem Taten in Quickborn und Lübeck nachweisen. Gegen die beiden Rumänen (29 und 43 Jahre alt) ermittelt die Polizei wegen Bandendiebstahls und besonders schweren Fall des Diebstahls. Die Diebe sitzen in Untersuchungshaft.

"Das sind etwa 48 Millionen Euro"

Ein weiterer Fall: Am vergangenen Wochenende hat die Polizei in Horst (Holstein) ein Auto mit zwei Männern (29 und 36 Jahre) und zwei Frauen (20 und 31 Jahre) aus Rumänien gestoppt. Zeugen hatten den Beamten gemeldet, dass die Verdächtigen aus einer Edeka-Filiale diverse Spirituosen gestohlen hatten. Die Rumänen mussten nach Polizeiangaben eine Sicherheitsleistung von 550 Euro zahlen und durften anschließend weiterfahren.

Da die Schäden in solchen Fällen für den Einzelhandel immens hoch sind, hat die Branche aufgerüstet. „Drei Prozent der Umsätze investieren die Geschäftsleute in Schleswig-Holstein in Sicherheit. Das sind etwa 48 Millionen Euro“, sagte Monika Dürrer, Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Nord. So investieren die Händler in der Weihnachtszeit in mehr Kameratechnik und engagieren mehr Sicherheitspersonal.

Menschenansammlungen werden ausgenutzt

Besonders begehrt sind bei den Langfingern kleine wertvolle Gegenstände, die leicht in Taschen verschwinden. Dazu zählen nach Angaben von Dürrer besonders Kosmetika und technische Gegenstände aus Elektronikmärkten. Aber auch in Kaufhäusern schlagen die Diebe zu und stehlen etwa hochwertige Handschuhe, teure Schreiber und andere Dinge. Eine andere Masche: „Die Täter probieren Kleidungsstücke an, ziehen ihre Jacke darüber und versuchen so, aus dem Geschäft zu kommen“, erklärte Dürrer.

Statistisch gesehen nehme jeder Bundesbürger von Kleinkind bis zu Greis jährlich Sachen im Wert von 27 Euro aus Geschäften mit, ohne zu bezahlen, so die Geschäftsführerin. Neben gewerbsmäßig agierenden Banden sind viele Einzeltäter unterwegs, die große Menschenansammlungen ausnutzen, um unerkannt im Gewusel rund um die Ladentische schnell Beute zu machen.

Verdeckte Streifen im Einsatz

Auch Taschendiebe sind wieder unterwegs. „Anzeigen liegen in Kiel noch nicht vor, denn die Opfer bemerken oftmals erst später, dass etwas fehlt. Dennoch sollten sie die Tat anzeigen“, sagte Kiels Polizeisprecher Matthias Arends. In Kiel hat die Polizei derzeit verdeckte Streifen im Einsatz und zeigt mit Beamten in Uniform Präsenz im Gedränge.

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Günter Schellhase
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