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Frauen im Chefsessel

ZiSch Frauen im Chefsessel

Caroline Toffel leitet als Vorstandsmitglied gemeinsam mit Bernd Schmidt die Geschäfte der Kieler Volksbank. Sie ist für die Abteilungen Finanzen und Organisation sowie für die Steuerung zuständig. Im Gespräch mit den Schülerinnen erzählt sie von ihrer Arbeit als Frau in einer Führungsposition.

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Fatema Hariri (links) und Aylin Oral vom Thor-Heyerdahl-Gymnasium Kiel im Gespräch mit Dr. Caroline Toffel von der Kieler Volksbank.

Quelle: privat

Kiel. Verdienen Männer und Frauen in der gleichen Position das Gleiche in der Kieler Volksbank?

Wir bezahlen unsere Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag, der für alle Banken gilt. Es gibt keine Differenzierung aufgrund des Geschlechts. Bezahlt wird nach der Qualifikation und nach den Berufsjahren. Dabei wird nicht zwischen den Geschlechtern unterschieden. Also, wenn die gleiche Position besetzt wird, wird auch genau gleich bezahlt.

Werden Frauen in der Kieler Volksbank genauso gut gefördert wie Männer?

Ja, da machen wir keinen Unterschied, sondern das richtet sich nach der Stelle, wie entwicklungsfähig der Mitarbeiter ist, und je nachdem, welche Ziele er hat. Es gibt keinen Unterschied, ob Mann oder Frau. Man steht manchmal vor Herausforderungen, wenn jetzt Mütter durch die Elternzeit aus dem Beruf heraus sind, dass man dann rät, ergänzend Seminare und Fortbildungen zu besuchen, um einen Wiedereinstieg zu ermöglichen. Das ist dann spezifisch, aber sonst machen wir im Entwicklungsweg keinen Unterschied.

Reagieren männliche Arbeiter auf Sie als Vorgesetzte anders als auf männliche Vorgesetzte?

Ist schwer zu sagen. Ich habe in meiner Zeit, in der ich hier tätig bin und Vorgesetzte bin, keine Unterschiede wahrgenommen. Vielleicht müsste man da umgekehrt die Männer fragen, wie sie das empfinden, wenn sie eine weibliche Führungskraft haben oder eine männliche.

Wie ist denn die Frauenquote in der Kieler Volksbank?

Im Vorstand sind es schon mal 50 Prozent Frauen, eine Führungsebene darunter sind es drei Frauen, und in der zweitenm Ebene haben wir von 13 Mitarbeitern vier weibliche, also 31 Prozent. In der dritten Führungsebene sind 50 Prozent Frauen. Insgesamt sind 60 Prozent der Mitarbeiter in der Bank weiblich.

Macht es eigentlich einen Unterschied, ob man weiblich oder männlich ist, wenn man ein Team leitet? Auch vor dem Hintergrund, dass Frauen in den Mutterschutz gehen können.

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist immer noch eine zusätzliche Herausforderung. Aber wenn man auch als Arbeitgeber flexibel ist, ist es machbar. Meine Wahrnehmung ist es, dass gerade die, die Mütter sind und ein oder mehrere Kinder haben, unheimlich gut strukturiert sind, weil sie noch mehr als ihren Beruf haben und den Tag gut organisieren müssen. Und als Teamleiter habe ich auch männliche Kollegen, die mir sagen, dass sie es gut finden, wenn manchmal auch eine Frau im Team ist. Denn in einem reinen Männer-Team ist manchmal der Umgang etwas rauer.

Begegnen Sie in Berufsleben oder Alltag dem Vorurteil, dass Frauen nicht in den Chefsessel gehören?

Also, ich denke mal, dass es sicherlich Leute gibt, die so denken. Vorurteile bilden sich meistens durch unzureichendes Wissen, und diese Leute haben wahrscheinlich noch keine Erfahrungen mit Frauen in Führungspositionen gemacht. Die, die Erfahrungen gemacht haben, sehen das wahrscheinlich anders, wobei es nicht heißt, dass alle Frauen gute Führungskräfte sind. Es gibt ja auch sicherlich welche, die vielleicht nicht so gut sind – genauso wie es das bei Männern gibt. Aber ich selbst habe so etwas nicht erlebt.

Finden Sie denn, dass Sie ein Vorbild für jüngere Frauen sind?

Ich sehe mich da schon als Vorbild, da ich junge Mitarbeiterinnen insgesamt auch ermutige. Da sie sehen, dass diese Wege auch für sie offen stehen und sie das auch erreichen können. Und da sehe ich mich nicht nur als Vorbild, sondern auch als Mutmacher, dass man gerade Kolleginnen und jungen Mitarbeitern sagt: „Ja, trau dir das zu!“ Denn das ist bei Frauen ein Knackpunkt, sich eine Sache zuzutrauen. Da glaube ich, dass Frauen eher ein bisschen an sich zweifeln. Es ist ganz wichtig, diese Frauen zu unterstützen.

Was können Sie Frauen auf ihrem Berufsweg mitgeben?

Erstmal, nicht zu sagen, dass man etwas nicht kann, nur weil man eine Frau ist. Das Geschlecht sollte einfach keine Rolle spielen, und man sollte sich einfach auf seine Fähigkeiten verlassen und das machen, was man gerne macht. Wenn man dennoch mal auf Schwierigkeiten stößt, muss man sich aber durchkämpfen.

Wo sehen Sie sich selbst in sieben Jahren?

Das ist eine gute Frage, ich hoffe, noch hier bei der Kieler Volksbank. Die Aufgaben in der Bank sind Herausforderungen, der Gesetzgeber sorgt dafür, dass wir keine Langeweile haben. Und das, was ich gerade mache, ist etwas, was mir sehr viel Freude bereitet. Ich hoffe, dass ich das auch in sieben Jahren noch machen werde.

Ein Interview von Aylin Oral und Fatma Hariri

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