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Kitas bleiben immer öfter geschlossen

Zu wenig Geld und Personal Kitas bleiben immer öfter geschlossen

In Schleswig-Holstein müssen Kitas immer häufiger aus Personalmangel zeitweise schließen. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Studie fiel der Betrieb im vergangenen Jahr in mehr als jeder fünften Einrichtung teils oder ganz aus.

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Im Kreis Rendsburg-Eckernförde machten 43 Prozent der Kitas teils dicht.

Quelle: dpa/Symbolfoto

Kiel. In Kiel war es sogar jede dritte Kita freier Träger. Das Kita-Bündnis (Kirche, Awo, DRK und andere) forderte mehr Personal und lehnte den vom Land beschlossenen 100-Euro-Zuschuss für Eltern als „politische Geisterfahrt“ ab.

 „Die Lage in den Kitas ist dramatisch“, sagte Bündnissprecher Markus Potten mit Blick auf die Studie des Deutschen Instituts für Sozialwirtschaft. Demnach fiel in 23 Prozent der Kitas mindestens eine Gruppe aus - und das für im Schnitt 4,4 Tage. Auffällig sind die regionalen Unterschiede. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde machten 43 Prozent der Kitas teils dicht, in Kiel 36 und in Neumünster 33 Prozent. Besser ist Situation in den Kreisen Plön (26 Prozent) und Segeberg mit nur neun Prozent. Überall gab es viele weitere Kitas, die trotz erkrankter Mitarbeiter unterbesetzt öffneten.

 „Die Personaldecke in den Kitas ist äußerst dünn“, sagte die Autorin der Studie, Prof. Petra Strehmel. In jeder fünften Kita seien nicht alle „Fachkraftstellen“ besetzt, in jeder zehnten fehle weiteres Personal. Hinzu kommt, dass die Kita-Erzieher mit durchschnittlich 17,2 Krankheitstagen im Jahr häufiger ausfielen als geplant. Auf solche Situationen sind viele Kitas schlecht vorbereitet. In fast jeder zweiten Einrichtung sind keine Vertretungskräfte verfügbar. Für die Studie wertete Strehmel die Angaben von 700 der gut 1700 Einrichtungen in Schleswig-Holsteins aus. Außen vor blieben kommunale Kitas. „Wir brauchen mehr Personal und mehr Geld“, sagte Günter Ernst-Basten von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände. Er forderte von der Politik, erst die Qualität der Kitas zu verbessern und dann über ein Krippengeld und weitere Maßnahmen die Eltern zu entlasten. „Das Land wirft das Krippengeld in ein Fass ohne Boden“, klagte Potten. „Das ist Harakiri.“ CDU, FDP und Piraten fühlten sich durch den „Alarmruf“ bestätigt und warben für eine grundlegende Reform der Kita-Finanzierung, an der bislang der Träger, Eltern, Land, Kommunen, Bund und Kreise beteiligt sind. Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) teilte mit, dass es zu den Kita-Finanzen „konstruktive Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden“ gebe. An der Lage in Kitas ändert das vorerst nichts - wie eine Erziehern berichtet.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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