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Zur Übung: Notfall auf Luxusliner

Vor Helgoland Zur Übung: Notfall auf Luxusliner

Marine und Seenotretter aus Deutschland, Dänemark und den Niederlanden trainieren vor Helgoland eine Massenevakuierung von Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Denn was tun, wenn es auf einem Schiff mit knapp 5000 Menschen an Bord zu einem Notfall kommt?

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Evakuierung vom Luxusliner: Ein Hubschrauber aus Portugal holte vergangene Woche eine deutsche Passagierin von Bord der „Mein Schiff 3“.

Quelle: Frank Behling (Symbolfoto)

Helgoland. Am Wochenende wurde in Hamburg die „Aidaprima“ getauft. Der 300 Meter lange Neubau ist das größte Kreuzfahrtschiff im deutschen Reisemarkt. Jeden Sonnabend sollen ab jetzt über 3200 Urlauber mit dem Koloss von Hamburg aus starten. Zusammen mit der 900-köpfigen Crew sind dann 4150 Menschen auf der „Aidaprima“ in der Nordsee unterwegs. Was aber, wenn es da zu einem Notfall kommt?

Dieser Fall wird in dieser Woche vor Helgoland geprobt. Dort fiel am Mittwochfrüh das Startsignal zur Nato-Übung „Dynamic Mercy 2016“. „Ziel der Übung ist eine Übungs-Massenevakuierung von Bord eines Kreuzfahrtschiffes“, teilte ein Sprecher des Marinekommandos Rostock auf Anfrage mit. Weil aus Kostengründen kein echtes Kreuzfahrtschiff genommen werden konnte, spielte der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ die Rolle des Luxusliners. Erstmals waren bei der Übung sechs internationale SAR-Hubschrauber gleichzeitig im Einsatz. Auf dem Wasser waren vier Seenotrettungskreuzer eingebunden. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger schickte die Rettungskreuzer „Bernhard Gruben“, „Hermann Marwede“ und „Theodor Storm“. Aus den Niederlanden rückte der Rettungskreuzer „Jan en titia Visser“ an.

Ein Schwerpunkt der Übung war aber die Evakuierung aus der Luft. Deshalb waren bis zu sechs Hubschrauber in die Übung eingebunden – darunter zwei Sea-King-Hubschrauber des Marinefliegergeschwaders 5 aus Nordholz und ein Hubschrauber der Bundespolizei aus Fuhlendorf. Wie in einem echten Ernstfall, wurden bei der Übung zusätzlich Hubschrauber aus den Niederlanden, Belgien und Dänemark eingesetzt.

Koordiniert wurde die Übung von der SAR-Leitstelle der Marine aus Glücksburg. Das sonst bei Großübungen in deutschen Gewässern eingebundene Havariekommando in Cuxhaven war diesmal nicht beteiligt. Bei der Rettung von Menschen aus Seenot hatten zuletzt stets Marine und Seenotretter gemeinsam gearbeitet, so wie 2010 bei der Rettung von 236 Menschen von Bord der brennenden Fähre „Lisco Gloria“. Damals hatten Marinehubschrauber, Seenotretter und Bundespolizei gemeinsam die Rettung der Passagiere und der Crew bewältigt.

Die Zahl der Kreuzfahrtschiffe steigt von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr werden in den vier größten deutschen Kreuzfahrthäfen Hamburg, Kiel, Warnemünde und Bremerhaven über 500 Besuche der schwimmenden Urlaubsinseln erwartet. Die Zahl der Schiffe mit 3000 bis 4000 Passagieren steigt ebenso.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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