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Gymasiallehrer unterstützen CDU

Zurück zu G9 Gymasiallehrer unterstützen CDU

Unterstützung aus dem Kreis der Gymnasiallehrer in Schleswig-Holstein: Der Philologenverband (PhV) hat sich am Donnerstag beim Jahreskongress in Rendsburg voll hinter die Nord-CDU gestellt, die eine Rückkehr zum Abitur nach der 13. Klasse fordert. Die Koalition von SPD, Grünen und SSW lehnt das ab.

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Abitur nach acht oder neun Jahren? Der Philologenverband hat sich klar für die Rückkehr zur längeren Variante entschieden.

Quelle: Patrick Pleul

Rendsburg. "Lehrer und Schüler brauchen mehr Zeit für Erziehung und Unterricht", sagte der PhV-Landesvorsitzende Helmut Siegmon vor etwa 100 Pädagogen. Alle Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre hätten deutlich gemacht, dass die Kürzung der gymnasialen Schulzeit von neun auf acht Jahre ein pädagogischer Fehler gewesen sei. Weder sei es zu einer Qualitätssteigerung bzw. einer höheren Studierfähigkeit gekommen noch zu einer größeren Effizienz der schulischen Arbeit. Stattdessen sprächen sich etwa Dreiviertel der betroffenen Eltern bundesweit für eine Rückkehr zu G9 aus. Niedersachsen und aktuell Bayern hätten daraus inzwischen die richtige Konsequenz gezogen. "Wir lassen uns ebensowenig wie die Opposition im Kieler Landtag entmutigen, wenn wir vom SPD-Vorsitzenden Ralf Stegner mit dem Vorwurf gerüffelt werden, wir störten den Schulfrieden."

Heinold fordert bundesweit einheitliches System

Martin Habersaat, der bildungspolitische SPD-Sprecher, wies darauf hin, dass man über das Abitur nach acht und neun Jahren seit 2012 im Rahmen eines landesweiten Bildungsdialogs lange diskutiert habe. An die Ergebnisse, zustande gekommen in einem langen Prozess, werde man sich in den kommenden fünf Jahren halten. "Das heißt in erster Linie, dass es mit uns keine grundsätzlichen schulstrukturellen Veränderungen geben wird." Habersaat stellte fest, dass ein Festhalten an G8 nicht unbedingt das "ideologische Herzensanliegen" seiner Partei sei. Mit den Gemeinschaftsschulen und der Hochschulreife nach neun Jahren gebe es aber schon jetzt Wahlfreiheit.

Darin stimmten ihm die anderen Koalitionsvertreter zu. "Es ist, wie es ist", sagte Jette Waldinger-Thiering (SSW). Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold kritisierte allerdings, dass es in den Bundesländern vollkommen unterschiedliche Strukturen gibt. "Mittelfristig müssen wir zu einer föderalen Vereinheitlichung kommen, damit Eltern nicht bei jedem Umzug und jeder Wahl zittern müssen, ob sie nicht anschließend eine Rolle rückwärts machen." Ein neuer Länder-Staatsvertrag könnte Verlässlichkeit schaffen.

Günther verweist auf Rufe aus Schule und Wirtschaft

Keine Reform zum Besseren, nur weil der sogenannte Schulfrieden in Gefahr sein könnte? CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther schüttelte den Kopf. "Es ist mir nicht peinlich, dass ich über die Jahre klüger geworden bin", sagte er. Er höre aus den Schulen, aber auch aus der Wirtschaft immer lauter den Ruf nach einer Rückkehr zu G9, weil Bildung auch Reife erfordere. "Aber der große Webfehler war damals, die Lehrpläne nicht zu ändern."

Wolfgang Kubicki (FDP) warb für eine größere Gelassenheit und dafür, es den Schulen selbst zu überlassen, für welches Modell sie sich entscheiden. Er prognostizierte, dass 90 Prozent zu G9 zurückkehren würden, fünf Prozent zweizügig fahren und fünf bei G8 bleiben. "Ich traue Eltern und Pädagogen vor Ort mehr zu als der Ministerialbürokratie." Eines müsse aber auch klar sein, sagte Kubicki in Richtung Günther: Auch G8 dürfe keinesfalls auf Inhalte verzichten. Der FDP-Fraktionschef outete sich als vehementer Verfechter zentraler Abschlüsse. "Dann können wir es in die Hände von Pädagogen geben, ihre Schüler so auszubilden, dass sie die Abschlüsse auch erreichen."

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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