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Gesunkener Kutter gefunden

Fehmarn Gesunkener Kutter gefunden

Gut drei Seemeilen östlich der Insel Fehmarn wurde in 22 Metern Tiefe der gesunkenen Kutter „Condor“ gefunden. Die Ermittlungen können nun beginnen, um die Ursache für diesen Schiffsuntergang zu klären.

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Die "Falshöft" der Wasserschutzpolizei Kiel ist vor Ort bei der Suche nach dem Kutter vor Fehmarn.

Quelle: Frank Behling (Archivbild)

Burgstaaken.  Wie sich die Ermittlungen gestalten, wird in den nächsten Tagen geklärt.

 

Das Spezialschiff „Deneb“ hat am Dienstagabend östlich von Fehmarn einen auffälligen Sonarkontakt auf dem Meeresgrund geortet. Dieser passt von der Größe und Lage her auf ein Schiff, das dort bislang nicht als Wrack in den Seekarten vermerkt ist. Die „Deneb“ vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat den Kontakt mit dem Sonar am Dienstagabend von der Wasseroberfläche aus vermessen und mit einer Boje markiert. Danach hat sich die „Deneb“ wieder zurückgezogen. „Das Wrack wurde noch nicht angefasst“, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Lübeck. die für Burgstaaken zuständig ist. Dort ist der Kutter beheimatet. Die Polizeitaucher haben heute das erste Mal das Wrack angetaucht.

Bergung nach Freigabe durch Staatsanwaltschaft

Die Leitung der Ermittlung hat die Staatsanwaltschaft Kiel übernommen. Von der Landeshauptstadt ist deshalb das Streifenboot „Falshöft“ der Wasserschutzpolizei Kiel mit Angehörigen der Staatsanwaltschaft und Polizeitauchern aus Eutin gestartet. Die Polizeitaucher sollten am Mittwoch das Wrack identifizieren und zunächst den Zustand unter Wasser dokumentieren. Dabei geht es darum, mögliche Beweise für eine Straftat oder einen Seeunfall zu sichern. Der Tauchereinsatz gab den Ermittlern bereits beim ersten Anblick Erkenntnisse. Zur Unterstützung ist auch das Mehrzweckschiff „Scharhörn“ vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck vor Ort. Die „Scharhörn“ hat einen Kran an Bord, mit dem Wrackteile geborgen werden können. Die 35 BRZ große „Condor“ muss nach der Freigabe durch die Staatsanwaltschaft von einem Privatunternehmen geborgen werden. Das 14 Meter lange Wrack wiegt etwa 27 Tonnen.

Gründe für einen möglichen Untergang gibt es mehrere: Neben einem überraschenden Wassereinbruch im Maschinenraum ist auch ein Kentern beim Bergen des Netzes denkbar. Ein anderer Grund wäre eine Kollision mit einem anderen Schiff. Deshalb sollen die Polizeitaucher auch die Lage und dem Zustand des Fangeschirrs dokumentieren. Sicher sind die Ermittler sich bislang nur in einer Sache: Das Unglück muss ganz schnell über die „Condor“ hereingebrochen sein. Am Sonnabend gegen 11.30 Uhr hatte die Besatzung noch über Funk Kontakt mit anderen Fischern. Da war weder von Problemen noch von einer Havarie die Rede. Es wurde auch kein Notruf über Funk oder Mobiltelefon aufgefangen. Auch Notsignale wie Lichtzeichen oder rote Signalsterne wurden in dem Seegebiet am Sonnabend nicht bemerkt.

Alarm erst spät ausgelöst

Der Alarm wurde erst ausgelöst, als sich die anderen Fischer in Burgstaaken am Sonnabend nach Einbruch der Dunkelheit Sorgen machten, da die „Condor“ nicht wie üblich im Heimathafen eingelaufen war. Die beiden Fischer wurden gegen 20 Uhr am Sonnabendabend mit anderen Wrackteilen treibend in der Ostsee entdeckt. Beide waren zu dem Zeitpunkt bereits tot. Die „Condor“ wurde 1943 als Kriegsfischkutter in Wollin gebaut. 1990 kam sie nach Burgstaaken auf Fehmarn, wo sie seitdem beheimatet war. Der schneeweiße Kutter war in einem guten Zustand und sehr seetüchtig.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Taucher der Wasserschutzpolizei sollen sich voraussichtlich am Mittwoch zum Wrack des vor Fehmarn gesunkenen Kutters „Condor“ aufmachen. Sie sollen herausfinden, warum der Kutter gesunken ist, wie ein Sprecher der Polizei Lübeck am Dienstag sagte. Anschließend soll versucht werden, das Wrack zu bergen.

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