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Eisige Boote aus dem Osten

Kälte auf dem Wasser Eisige Boote aus dem Osten

Zu Weihnachten blühten noch die Gänseblümchen, nun ist der Winter plötzlich da. Seit Sonntag hat die erste Kältewelle des Jahres den Norden fest im Griff. Während es in Kiel bislang bei eisigem Wind blieb, fielen in Hamburg erste Schneeflocken.

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Der Frost hält Einzug in Schleswig-Holstein,

Quelle: Frank Behling

Kiel/Hamburg. Grund für den Kälteeinbruch ist ein Hochdruckgebiet über Russland, das kalte Luft nach Schleswig-Holstein bringt. Am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel fiel das Thermometer zwischen Sonnabend und Sonntag von plus vier auf minus sieben Grad Celsius. In Hamburg wurden bis zu minus acht Grad gemessen. Dort rückte die Stadtreinigung mit 70 Fahrzeugen zum ersten Einsatz des Jahres aus, um Glätteunfällen vorzubeugen.

Hier sehen Sie Bilder von der Kälte in Schleswig-Holstein.

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Mit Eisbildung haben auch die Besatzungen der Schiffe auf der Ostsee zu kämpfen. Durch den kalten Wind gefriert das Spritzwasser an Deck zu einem Eispanzer, wie beim Einlaufen in die Holtenauer Schleusen zu beobachten war. Besonders Schiffe, die aus dem östlichen Teil der Ostsee kommen, sind mit einer Eisschicht überzogen. „Der Wind hat teilweise eine gefühlte Temperatur von minus 15 Grad“, sagt Mojib Latif, Leiter des Forschungsbereiches Ozeanzirkulation und Klimadynamik am Geomar. Grund für den sibirisch kalten Luftstrom sei die Grenze zwischen dem Hochdruckgebiet im Osten und dem warmen Tief im Westen, die direkt über Deutschland verlaufe und zu Luftbewegung führe.


Auf dem Wasser selbst ist die Eisbildung noch kein Thema. Im Golf von Finnland zwischen Helsinki und St. Petersburg gibt es nur im direkten Hafenvorfeld von Kotka und St. Peterburg erstes Eis auf dem Wasser. Nach der Eiskarte des Meteorologischen Dienstes Finnlands beträgt die Stärke des Eises dort zwischen zwei und zehn Zentimeter.

Im nördlichen Bereich des botnischen Meeres bei Kemi und Oulu ist das Eis inzwischen etwa 20 Zentimeter dick. Dort befindet sich mit der „Kontio“ der erste finnische Eisbrecher im Einsatz. Die Zufahrten zu den russischen Ölverladehäfen bei St. Petersburg und Primorsk sind noch ohne Eisbrecherhilfe offen. In den vergangenen Jahren mussten dort zum Teil Atom-Eisbrecher aus Murmansk aushelfen. Voriges Jahr wurde im Januar sogar der stärkste Atom-Eisbrecher „50 Let Pobedy“ vom Nordmeer nach St. Petersburg verlegt. In diesem Jahr sieht es bislang so aus, als ob die konventionellen Eisbrecher für die Zufahrten zu den russischen Häfen in der Ostsee ausreichen.

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Von Merle Schaack und Frank Behling

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