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Seehundstation zieht positive Jahresbilanz

Friedrichskoog Seehundstation zieht positive Jahresbilanz

Große Kulleraugen, knuddelige Figur: Zu Dutzenden kommen die niedlichen „Heuler“ — von den Muttertieren verlassene Seehundjunge - alljährlich in die Seehundstation Friedrichskoog. Auch dieses Jahr konnte die Einrichtung viele vor dem Hungertod retten.

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Tanja Rosenberger, die Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog hockt neben der Kegelrobbe «Juris».

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Friedrichskoog. Die Seehundstation Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen hat für 2015 eine positive Bilanz gezogen. Insgesamt wurden 184 von den Muttertieren verlassene Seehundjunge vor dem Hungertod gerettet, sagte Stationsleiterin Tanja Rosenberger: „Wir konnten über 90 Prozent der als „Heuler“ eingelieferten Tiere erfolgreich aufziehen. Es war ein sehr gutes und erfolgreiches Jahr.“ Zurzeit sind in der Seehundstation bereits die ersten verwaisten Kegelrobbenheuler des Winters 2015/2016 zu sehen. Kegelrobben werden mitten im Winter geboren. „Die Geburtenzeit dauert noch bis Ende Januar“, sagte Rosenberger.

In Friedrichskoog werden die Jungtiere nach einer kurzen Quarantäne zunächst in Gruppen gehalten. „In dieser Zeit suchen sie noch den Kontakt zu ihren Artgenossen“, erklärte Rosenberger. Die Heuler drängen sich dann selbst auf großen Liegeflächen eng aneinander. „Auch in der freien Natur werden Seehundbabys erst zum Einzelgänger, wenn sie abgestillt sind“, sagte Rosenberger. Das könne man auch in der Station beobachten: „Im Auswilderungsbecken halten sie Abstand zueinander und klatschen mit den Flossen, wenn jemand ihnen zu nahe kommt: Sie zeigen das normale Sozialverhalten.“ Für Besucher ist der gesamte Aufzuchtbereich vom Informationszentrum, über die Kameras und vom 17 Meter hohen Aussichtsturm einsehbar.

Heuler bleiben drei Monate in Friedrichskoog

Die Robben-Waisen bleiben bis zu ihrer Auswilderung meist zwei bis drei Monate in der Obhut der Seehundstation. Die Kosten dafür summieren sich für jedes Tier im Schnitt auf mindestens 1300 Euro. Bei kranken Tieren könne es wegen zusätzlicher ärztlicher Versorgung noch teurer werden, sagte Rosenberger. Die Seehundstation finanziert sich seit 1996 ohne staatliche Zuschüsse ausschließlich mit Spenden und dem Verkauf von Eintrittskarten.

Zum Jahreswechsel waren noch fünf Tiere in der Station aufgenommen worden, darunter ein Heuler. „In den Herbst- und Wintermonaten sind an den Küsten häufig stark geschwächte und kranke oder verletzte Jungtiere, aber auch ältere Robben zu finden.“

Zahl der Heuler bleibt konstant

Die Seehundstation Friedrichskoog ist nach internationalem Abkommen die einzig berechtigte Aufnahmestelle für Heuler in Schleswig-Holstein. Nur die Seehundjäger sind berechtigt, die Tiere dorthin zu bringen. In den letzten Jahren sei die Zahl der betreuten Heuler konstant geblieben, sagte Rosenberger. Im Schnitt würden jährlich 180 bis 200 Seehunde sowie rund 20 Kegelrobben in Friedrichskoog aufgenommen.

Auch in der Seehundstation im niedersächsischen Norden haben sich 100 Heuler in diesem Jahr ordentlich Fett anfuttern können. Von den verwaisten Jungtieren überlebten in dieser Saison besonders viele. Etwa 12 Prozent mussten die Tierpfleger einschläfern, weil diese zu schwer verletzt oder stark ausgetrocknet waren. Sonst seien es durchschnittlich 30 Prozent, sagt Stationsleiter Peter Lienau. Zurzeit leben 20 Seehunde in der Station im Nordener Stadtteil Norddeich, die entweder verletzt oder mit Parasiten wie Lungenwürmern befallen sind. Hochsaison herrscht immer Sommer, wenn von Anfang Juni bis August die Seehundbabys zur Welt kommen. „Diese werden von ihren Müttern nicht verlassen, sondern getrennt“, betont Lienau. Dafür verantwortlich können Sturm und Unwetter sein oder Touristen, die die empfindlichen Tiere stören.

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