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6000 Neonazis bei Konzert in Thüringen

„Rechtsrock“ 6000 Neonazis bei Konzert in Thüringen

Neonazi-Invasion in Südthüringen: Rund 6000 Besucher sind nach Polizeiangaben im Örtchen Themar zum bislang größten Nazi-Konzert des Jahres in Deutschland gekommen. Zu Gegenprotesten versammelten sich insgesamt rund 500 Menschen.

Hordenweise fielen die Neonazis in dem kleinen Städtchen Themar ein.

Quelle: imago

Themar. Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) erklärte, die Polizei habe die Lage jederzeit im Griff gehabt. Das als politische Versammlung angemeldete Konzert sowie Gegendemonstrationen seien größtenteils friedlich verlaufen. Die Polizei registrierte 46 Straftaten. Anzeigen gab es unter anderem wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole, Bedrohung, Beleidigung, Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz, meist begangen durch Teilnehmer der Veranstaltung „Rock gegen Überfremdung“. Sechs Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Die Bürger von Themar wehrten sich, so gut sie konnten

Die Bürger von Themar wehrten sich, so gut sie konnten.

Quelle: dpa

Insgesamt waren in dem kleinen Ort mit nur 3000 Einwohnern zehn Gegendemonstrationen angemeldet und dazu rund 2000 Teilnehmer erwartet worden. Auch eine Beobachtergruppe Thüringer Landtagsabgeordneter war vor Ort. Bereits am Freitag nahm Poppenhäger an einem Friedensgebet für Demokratie und Weltoffenheit in der evangelischen Stadtkirche von Themar teil. Versuche, die rechte Veranstaltung gerichtlich verbieten zu lassen, scheiterten zuletzt vor dem Oberverwaltungsgericht Weimar. Angekündigt waren neben Bandauftritten auch Redebeiträge „gegen den Zeitgeist“ mehrerer bekannter Rechtsextremisten.

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit bis zu 1000 Beamten im Einsatz. Neben Thüringer Polizisten waren Kollegen aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vor Ort.

Von RND/epd