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Alarm in Washington: Mini-Hubschrauber landet vor Kapitol  

Luftverkehr Alarm in Washington: Mini-Hubschrauber landet vor Kapitol  

Sicherheitsalarm in Washington: Ein 61-Jähriger Amerikaner ist in einem Mini-Hubschrauber ungehindert in die Flugverbotszone der US-Hauptstadt eingedrungen und vor dem Kongress gelandet.

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Das Gelände um den Kapitolshügel wurde nach der Landung weiträumig abgesperrt. Foto: Michael Reynolds

Washington. Der Hobby-Flieger wollte mit der zuvor angekündigten Aktion gegen den Einfluss des "großen Geldes" auf den US-Wahlkampf protestieren. Sicherheitsexperten sprachen von einer erneuten schweren Panne: Was wäre, wenn Terroristen Drohnen einsetzen würden?

"Chaos in der US-Hauptstadt", kommentierte der TV-Sender CNN. Der Luftraum über dem Kapitol - dem Sitz des Parlaments - und dem nahe gelegenen Weißen Haus gilt als extrem geschützt. US-Medien fragten am Donnerstag, warum der Mini-Hubschrauber nicht abgefangen wurde - zumal die Behörden zuvor über die Aktion informiert worden seien. Der Pilot wurde festgenommen und verhört. 

Der Vorfall ereignete sich am frühen Mittwochnachmittag. Zunächst zeigten mehrere TV-Sender Bilder des Tragschraubers, der in einem Außensitz einer Person Platz bietet, auf dem Rasen vor dem Kapitol. Spezialkräfte der Polizei untersuchten den Mini-Copter auf Sprengstoff, wurden aber nicht fündig. Das Gelände um den Kapitolshügel wurde über Stunden weiträumig abgesperrt.

Die Kapitols-Polizei identifizierte den Mann als Doug Hughes, ein Postbote aus Florida. Dieser hatte seine Protestaktion zuvor in einem Video angekündigt, das die Zeitung "The Tampa Bay" veröffentlichte. Er werde den Luftraum bewusst verletzten, habe aber keinerlei böse Absichten. "Terroristen kündigen ihre Aktionen nicht vorher an." Er habe in seinem Flug-Vehikel mit dem Logo der US-Post über 500 Protestbriefe an alle Kongressmitglieder geladen.

Seine Aktion richte sich gegen die Wahlkampffinanzierung. Die Regierungen würden immer abhängiger von "Big Money" - dem großen Geld. Er habe nicht warten wollen, "bis das Land zu Bruch geht".

Der Vorfall erinnert an den Deutschen Mathias Rust, der 1987 im Alter von nur 18 Jahren mit einem Sportflugzeug unweit des Roten Platzes in Moskau landete. Der Vorfall löste damals weltweit Schlagzeilen aus.  

Der Flug in Washington dürfte die Debatte um die Sicherheit in der US-Hauptstadt anheizen. Die Leibwache von Präsident Barack Obama ist seit Monaten wegen einer Pannenserie unter Druck. Mehrfach gelang es Eindringlingen, über den Zaun um das Weiße Haus zu klettern. Die Secret-Service-Chefin Julia Pierson musste im Oktober zurücktreten.

Unklar ist, ob die Aktion eine Debatte über das Thema Geld im US-Präsidentenwahlkampf in Gang setzt. Hillary Clinton, die demokratische Bewerberin, kritisierte zwar kürzlich die Geldflut, setzt aber ebenfalls auf Spenden in Milliardenhöhe. 2010 hatte das Oberste Gericht Beschränkungen bei der Wahlkampfwerbung für Unternehmen aufgehoben - seitdem sind so gut wie unbegrenzte Finanzhilfen erlaubt.  

dpa

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