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Darauf setzt Katalonien

Gebildet, reich und abtrünnig Darauf setzt Katalonien

Die Katalanen sind reicher als der Rest der Spanier, sie haben bessere Jobs und viele Studenten. Dennoch – oder vielleicht genau deshalb – strebt die Region die Unabhängigkeit an. Ein Überblick in Zahlen.

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Die staatliche Universität von Barcelona gilt als beste des Landes. Auch hier wurde für die Unabhängigkeit gestritten.

Quelle: dpa

Berlin. Am Montag könnte Katalonien seine Unabhängigkeit ausrufen. Bei dem Referendum am vergangenen Wochenende hatte eine große Mehrheit der Wähler für eine Loslösung von Spanien gestimmt. Die Regierung und das Königshaus stellen sich mit aller Macht dagegen. Um keinen Preis wollen sie die Region hergeben. Doch was macht Katalonien eigentlich aus? Ein Überblick in Zahlen.

30.000 BIP pro Kopf

Die Bewohner der autonomen Region im Nordosten des Landes haben einen höheren Lebensstandard als der Rest der Spanier. Das BIP pro Kopf – das als Indikator gilt – liegt bei 30.000 Euro. Im gesamten Königreich sind es nur 24.000 Euro. In Deutschland liegt die Wirtschaftsleistung pro Einwohner bei 38.000 Euro.

20 Prozent des spanischen BIP

Katalonien ist die wirtschaftsstärkste Region Spaniens. 20 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) werden hier erwirtschaftet. Die Volkswagen-Tochter Seat baut in Katalonien ihre Autos. Auch vier der sechs größten spanischen Bekleidungsfirmen sitzen in der autonomen Region. Mit einem BIP von 215 Milliarden Euro ist Katalonien wirtschaftlich genauso stark wie ganz Portugal.

13 Prozent Arbeitslosigkeit

In Katalonien sind 13 Prozent der Menschen arbeitslos – in ganz Spanien liegt die Arbeitslosenrate deutlich höher – bei 17 Prozent.

50 Prozent der deutschen Firmen sitzen in Katalonien

Die Hälfte der deutschen Firmen in Spanien sind in Katalonien ansässig, darunter Siemens, Bayer, BASF und Evonik. Nach Angaben des katalanischen Unternehmerverbands hat aber schon seit 2016 wegen der unsicheren Lage eine Firmenflucht eingesetzt.

Um 20 Prozent würde die Wirtschaft einbrechen

Bei einer Trennung von Spanien würde die katalanische Wirtschaft um bis zu 20 Prozent einbrechen, fürchtet der katalanische Unternehmerverband. Denn nach Auffassung der EU-Kommission würde Katalonien mit einer Abspaltung von Spanien auch aus der EU ausscheren. Eine Wiederaufnahme würde im normalen Verfahren jahrelang dauern und müsste von den EU-Mitgliedern einstimmig beschlossen werden. Die Regierung in Madrid hätte also ein Vetorecht.

200.000 Studenten

Barcelona zählt mit rund 200.000 Studenten zu den größten europäischen Uni-Städten. Die staatliche Universitat de Barcelona (kurz: UB) gilt als die beste Spaniens. Neben ihr gibt es noch sechs weitere Hochschulen.

7,5 Millionen Einwohner

Katalonien hat rund 7,5 Millionen Einwohner. Allein in der Hauptstadt Barcelona leben 1,6 Millionen Menschen.

17 autonome Gemeinschaften

Spanien ist in 17 autonome Gemeinschaften unterteilt. Die Gebietskörperschaften haben bestimmte Kompetenzen in Gesetzgebung und Vollzug. Das Maß der Autonomie variiert aber von Gemeinschaft zu Gemeinschaft.

90 Prozent stimmten für Unabhängigkeit

Eine große Mehrheit hat bei dem Referendum am vergangenen Sonntag für die Unabhängigkeit Kataloniens gestimmt – 90 Prozent der Wähler entschieden sich so.

42 Prozent Wahlbeteiligung

Allerdings haben viele den Weg zur Wahlurne gar nicht erst angetreten. Nur 42 Prozent der Wahlberechtigten machten ihr Kreuz.

Von Anne Grüneberg/RND

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