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Friedensnobelpreis geht an Juan Manuel Santos

Auszeichnung für Kolumbiens Präsident Friedensnobelpreis geht an Juan Manuel Santos

Nach 52 Jahren Krieg ist ein Friedensabschluss in Kolumbien zum Greifen nah. Deshalb geht der Friedensnobelpreis in diesem Jahr an Präsident Juan Manuel Santos. Das Nobelpreiskomitee verbindet damit auch eine Hoffnung.

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Kommentar: Ein wichtiges Signal für Kolumbien

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an Kolumbiens Präsidenten Juan Manuel Santos.
 

Quelle: EPA

Stockholm.  Santos erhalte den Preis für seine Bemühungen, den Krieg in seinem Land zu beenden, sagte die Komitee-Vorsitzende Kaci Kullmann Five. Die Auszeichnung solle dem Präsidenten die nötige Kraft für die weiteren Verhandlungen geben. Ebenso werde mit dem Preis die kolumbianische Bevölkerung geehrt, dafür, dass sie die Hoffnung auf Frieden nicht aufgegeben habe, sagte die Komitee-Vorsitzende. Der Krieg zwischen dem kolumbianischen Staat und der Farc begann vor 52 Jahren und ist der älteste und längste in Lateinamerika

Hier finden Sie Fotos von der Verleihung des Friedensnobelpreises in den Jahren 2006 bis 2016.

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Längster Bürgerkrieg in Lateinamerika

Kolumbiens Regierung und die Farc-Rebellen hatten am 26. September ein Friedensabkommen unterzeichnet. In einem Referendum lehnte jedoch die Bevölkerung den Vertrag mit knapper Mehrheit ab. Umstritten sind dabei vor allem die Vereinbarungen zur Übergangsjustiz, die die Wahrheitsfindung in den Mittelpunkt stellen und nach Ansicht der Kritiker zu geringe Strafen für schwere Verbrechen der Guerilleros vorsehen. Auch die künftige politische Teilhabe von Farc-Kommandeuren wird moniert.

Nach dem Nein der Bevölkerung sei die Zukunft des Landes ungewiss, sagte Komitee-Vorsitzende Kaci Kullmann Five. Der Bürgerkrieg könne wieder aufflammen. Umso wichtiger sei es, dass die Beteiligten am Waffenstillstand festhielten. Das haben Santos und Farc-Chef Rodrigo Londoño versichert. Derzeit laufen Verhandlungen mit Gegnern des Vertrags, um etwaige Nachbesserungen zu vereinbaren.

Verleihung am Todestag von Alfred Nobel

Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste Auszeichnung für Verdienste um Abrüstung, Friedenssicherung und Menschenrechte. Gestiftet wurde sie von dem schwedischen Unternehmer und Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel (1833-1896). Die Verleihung findet jedes Jahr am Todestag Nobels, dem 10. Dezember, in Oslo statt. Aktuell ist der Preis mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 832.000 Euro) dotiert.

In diesem Jahr wurden 276 Persönlichkeiten und Organisationen nominiert, so viele wie noch nie. 2015 ging der Friedensnobelpreis an das „Quartett für den nationalen Dialog“ in Tunesien für Bemühungen für eine Demokratisierung des Landes.

Die Preisträger der letzten zehn Jahre

Der vom schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel gestiftete Friedensnobelpreis wird seit 1901 in Oslo verliehen. Die Preisträger der vergangenen zehn Jahre:

2015 : Das tunesische Quartett für den nationalen Dialog - für den entscheidenden Beitrag zum Aufbau einer pluralistischen Demokratie in Tunesien nach der Jasmin-Revolution 2011.

2014 : Die junge pakistanische Vorkämpferin für Kinderrechte, Malala Yousafzai, teilt sich die Auszeichnung mit dem Inder Kailash Satyarthi, der seit Jahrzehnten gegen Kinderarbeit kämpft.

2013 : Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen - für den Einsatz gegen die weltweit geächteten Massenvernichtungswaffen.

2012 : Die Europäische Union - für ihren 60 Jahre währenden Beitrag für Frieden, Demokratie und Menschenrechte in Europa.

2011 : Ellen Johnson-Sirleaf und Leymah Gbowee (beide Liberia) sowie Tawakkul Karman (Jemen) - für den gewaltfreien Kampf zur Stärkung der Rechte von Frauen.

2010 : Der Menschenrechtler Liu Xiaobo (China) - wegen seines langen und gewaltfreien Kampfes für die Menschenrechte in seiner Heimat.

2009 : US-Präsident Barack Obama - für seinen Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Kooperation zwischen den Völkern.

2008 : Finnlands Ex-Präsident Martti Ahtisaari - für seine Vermittlung in Kriegen und Konflikten.

2007 : Der Ex-US-Vizepräsident Al Gore und der UN-Klimarat - für ihren Beitrag zur Mobilisierung gegen eine drohende Klimakatastrophe.

2006 : Der Wirtschaftsfachmann Muhammad Yunus (Bangladesch) und die von ihm gegründete Grameen Bank - für die Idee, Kleinstkredite an Arme zu vergeben.

Von RND/dpa/epd/wer

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