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Griechische Woche: Nudeln mit Tomatensoße

Kolumne von Marina Kormbaki Griechische Woche: Nudeln mit Tomatensoße

Welche Sorgen und Hoffnungen haben die Rentner, Lehrer und Studenten in Griechenland, während die Mächtigen Europas über die Zukunft ihres Landes entscheiden? Unsere Reporterin Marina Kormbaki ist eine Woche vor Ort und berichtet jeden Tag aus dem Alltagskrimi. Am Donnerstag: Krisenspeise der Griechen - Nudeln mit Tomatensoße

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Marina Kombarki ist für uns in Athen.

Quelle: RND

Athen. Supermärkte geben recht verlässlich Auskunft über die wirtschaftliche Lage eines Landes. Beim Gang durch die Regalreihen von Athener Supermärkten fällt eines auf: Die Preise für Grundnahrungsmittel sind erstaunlich hoch, zumal für ein Krisenland. Das ist zum einen der Importabhängigkeit des Landes geschuldet und zum anderen seiner schwachen Wettbewerbsfähigkeit. Ein paar Preisbeispiele aus einer Filiale der griechischen Supermarktkette "Basilopoulos", weder Discounter noch High-End-Laden. Diese Einkaufsliste weist die günstigsten Preise der jeweiligen Produktgruppe auf:

Ein Liter frischer Milch: 0,98 Cent
Sechs Eier: 1,89 Euro
Packung Toastbrot: 1,10 Euro
250 Gramm Margarine: 0,89 Cent
500 Gramm Tomaten aus der Dose, gestückelt: 0,80 Cent
500 Gramm passierte Tomaten: 0,62 Cent
Packung Nudeln: 0,98 Cent
Ein Hähnchen: 2,98 Euro
Drei Paprika; 2,39
Eine Tafel griechischer Schokolade (Lacta): 1,16 Cent


Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu den Einkünften der griechischen Bevölkerung nach wie vor sehr hoch. Im Jahr 2013 – verlässliche aktuellere Zahlen liegen nicht vor – betrug der durchschnittliche Netto-Monatsverdienst laut OECD 1323 Euro, wobei das obere Fünftel der Bevölkerung sechsmal so viel verdiente wie das untere Fünftel. Die durchschnittliche Monatsrente beläuft sich heute auf 664,69 Euro.
Weil Supermärkte nicht bloß über die ökonomische Lage im Land Aufschluss geben, sondern auch über das Befinden der Bevölkerung, ist vielleicht auch diese Beobachtung vom Mittwoch von Belang: viele leere Regalreihen, vor allem in der Abteilung für Nudeln und Tomatensoße.

Zur Person

Marina Kormbaki (32) ist Berlin-Korrespondentin des RedaktionsNetzwerks Deutschland der Mediengruppe Madsack. Sie reist seit ihrer Kindheit regelmäßig zu Verwandten nach Athen, beherrscht die griechische Sprache - und begleitet für uns die europäische Schuldenkrise seit Jahren journalistisch. Bis zum Referendum am Sonntag berichtet sie an dieser Stelle aus Athen von dem Leben am Rande des Staatsbankrotts.

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Foto: Marina Kormbaki berichtet aus Athen.

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