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Guido Westerwelle mit 54 Jahren gestorben

Leukämie Guido Westerwelle mit 54 Jahren gestorben

Er kämpfte seit fast zwei Jahren mit einem Krebsleiden und den Folgen - nun ist Guido Westerwelle gestorben. Der ehemalige Außenminister und FDP-Chef wurde nur 54 Jahre alt. Die Bestürzung ist groß.

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Mit 54 Jahren gestorben: Guido Westerwelle.

Quelle: Hannibal Hanschke/dpa (Archiv)

Berlin. Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende starb am Freitag im Alter von 54 Jahren in der Universitätsklinik Köln an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung. Dies teilte seine Stiftung, die Westerwelle Foundation, in Berlin mit. Bei Westerwelle war im Juni 2014 — nur ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus dem Auswärtigen Amt — eine besonders schlimme Form von Blutkrebs diagnostiziert worden.

In den Jahren 2004 und 2005 war der nun verstorbene FDP-Politiker Guido Westerwelle zu Gast bei seinem Parteikollegen Wolfgang Kubicki in Strande an der Kieler Förde.

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Auf der Homepage der Stiftung war am Freitag ein Foto Westerwelles zusammen mit seinem Ehemann Michael Mronz zu sehen. Daneben stand: „Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt.“ Nach Angaben der Stiftung gibt es für die Beisetzung noch keinen Termin. Im Auswärtigen Amt wurden die Flaggen auf halbmast gesetzt.

Westerwelles Tod löste Trauer und Bestürzung aus. Der jetzige FDP-Chef Christian Lindner meinte: „Mit fehlen die Worte. Guido hat so gekämpft. Die Trauer ist groß.“ Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: „Die Nachricht ist sehr, sehr bitter. Guido Westerwelle war ein besonders liebenswürdiger, zuvorkommender und selbstkritischer Mensch.“ Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), würdigte Westerwelle als „eine prägende Figur“.

Grünen-Chef Cem Özdemir schrieb auf Twitter: „Wir sind sehr bestürzt über den Tod von Guido Westerwelle.“ „Ein trauriger Tag…“, twitterte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Außenminister und Vizekanzler

Westerwelle gehörte seit den 80er Jahren zu den bekanntesten Persönlichkeiten der bundesdeutschen Politik. Nach vielen Jahren in der Opposition holte die FDP unter seinem Vorsitz bei der Bundestagswahl 2009 14,6 Prozent. In der schwarz-gelben Koalition war er zwischen 2009 und 2013 Bundesaußenminister. In den ersten anderthalb Jahren der schwarz-gelben Koalition, bis zu seinem Rücktritt vom Amt des FDP-Chefs, war er auch Vizekanzler.

Nach der Leukämie-Diagnose bekam Westerwelle im September 2014 eine Knochenmark-Transplantation. Nach der Entlassung verbrachte er viel Zeit auf Mallorca. Im vergangenen September zeigte er sich erstmals wieder bei einem offiziellen Termin in Berlin. Im November stellte er dann das Buch vor, das er über seine Erkrankung geschrieben hatte. Titel: „Zwischen zwei Leben: Von Liebe, Tod und Zuversicht.“

In einem seiner letzten Interviews, mit der „Bunten“, sagte er: „Ich will nicht nur durchkommen, sondern ich möchte wieder ein erfülltes Leben führen. Ich möchte vollständig genesen.“ Damals gab es Hoffnung, dass er die Krebs-Erkrankung bewältigen konnte. Kurz danach musste er sich allerdings erneut ins Krankenhaus begeben, was offiziell mit einer „Medikamentenumstellung“ begründet wurde. Seither war Westerwelle kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen.

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