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Tornados im Anti-Terror-Einsatz

Kampfjets aus Jagel Tornados im Anti-Terror-Einsatz

Im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ kommen nun auch Soldaten aus Schleswig-Holstein zum Einsatz. Als Konsequenz aus den Anschlägen in Paris will die Bundesregierung vier bis sechs Tornados des Aufklärungsgeschwaders 51 aus Jagel zur Unterstützung der Luftangriffe nach Syrien schicken.

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Sonderstellung: Die Tornados aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 51 der Luftwaffenbasis in Jagel sind die einzigen in der deutschen Luftwaffe mit der Fähigkeit zur Aufklärung.

Quelle: Frank Behling (Archiv)

Berlin/Jagel. Auch eine Fregatte soll zur Verfügung gestellt werden. Das beschlossen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die zuständigen Minister am Donnerstag in Berlin.

Die Bundestagsberatungen über das nötige Mandat sollen kommende Woche beginnen. Es wird erwartet, dass es eine Sondersitzung des Kabinetts vor dem regulären Termin am Mittwoch gibt. Ein Mandat der Vereinten Nationen gibt es dagegen nicht. Aus Regierungskreisen hieß es, dies sei angesichts der harten ablehnenden Haltung Russlands unrealistisch. Der Luftkrieg wird bisher von den USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und arabischen Staaten geführt.

Nach der Terrorserie hatte Merkel Frankreich „jedwede Unterstützung“ zugesagt. Bereits am Mittwoch hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine Entlastung der Franzosen durch eine Ausweitung der Bundeswehreinsätze im Irak und im westafrikanischen Mali zugesagt. Insgesamt will von der Leyen 650 Soldaten nach Mali schicken. 100 davon soll das Eutiner Aufklärungsbataillon 6 stellen.

Das Thema stieß im Kieler Landeshaus auf ein unterschiedliches Echo. SPD-Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner äußerte sich zurückhaltend. „Natürlich kann man Frankreich die Solidarität nicht verweigern“, sagte er. Mandate von UN und Bundestag seien aber dafür Minimalanforderungen. „Und auch künftig muss eine politische Lösung für Syrien im Vordergrund stehen.“ Grünen-Landtagsfraktionschefin Eka von Kalben forderte eine Gesamtstrategie. „Allein den IS zu bekämpfen, bringt Syrien keinen Frieden.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens sieht das anders. „Wir müssen zusammenstehen, sonst ist unsere freie Welt bedroht.“ In Syrien müsse dringend ein genaueres Lagebild erstellt werden. „Dazu sind die Tornados aus Jagel in der Lage.“ FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki stimmte seinem Kollegen Stegner insofern zu, als er Mandate von UN und Bundestag für nötig hält. „Wir können den IS nur auf eigenem Territorium bekämpfen, indem wir ihn vernichten.“ Dass Deutschland nur Aufklärung leisten könne, bedauerte Kubicki mit Verweis auf die Ausrüstung. „Von der Leyens Bundeswehr ist nicht mehr als ein THW in Tarnanzügen.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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