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Kommunisten feiern mit Panzer und Trompeten

100 Jahre Oktoberrevolution Kommunisten feiern mit Panzer und Trompeten

Die russische Oktoberrevolution vor 100 Jahren ist derzeit ein Riesenthema in Berlin. Grund: Ein obskurer Verein zieht seit Tagen mit sowjetischen Fahnen auf Fahrzeugen durch die Hauptstadt. Sie haben sogar einen Panzer dabei.

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Berlin-Mitte, Hackescher Markt

Quelle: Thoralf Cleven

Berlin. Am Hackeschen Markt mitten in Berlin reiben sich Touristen die Augen. Bolschewiken, Leninsche Revolutionäre und russische Soldaten lehnen an Lastkraftwagen, auf einem Lautsprecherwagen ertönt die „Internationale“ – und vier Einsatzwagen der Berliner Polizei sichern das Geschehen. Seit Sonntag fährt diese bizarre Truppe, hinter der laut Polizei ein „Verein für die unliteratische Verwendung der Literatur und außergewöhnliche Brechtvorhaben“ steht, durch die Hauptstadt. Sie feiert damit den 100. Jahrestag der Oktoberrevolution, die Machtübernahme Lenins in Russland. Am 7. und 8. November 1917 nahmen die Anhänger Lenins wichtige Punkte im damaligen Petrograd (heute St. Petersburg) ein und stürzten den Zaren Nikolaus II.

Die insgesamt sechs Lkw, die auch einen echten russischen Panzer und einen Nachbau des berühmten Panzerkreuzers „Aurora“ ziehen, sollen laut Verein an wichtige Stationen des Kommunismus erinnern - und „zu neuen kommunistischen Taten aufrufen“.

Die Reaktionen auf der Straße sind zumeist Kopfschütteln, aber fotografiert und gefilmt wird wie wild. Die Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) fand die Aktion auf Twitter „ätzend“. Montag fragte der litauische Botschafter in Deutschland, Darius Semaska, irritiert: „Warum werden diese Kommunisten am Brandenburger Tor geduldet?“

Von Thoralf Cleven / RND

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