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Tag 2 nach den Anschlägen in Paris

Nachrichtensplitter Tag 2 nach den Anschlägen in Paris

Die blutigsten Terrorakte in Europa seit gut zehn Jahren schockieren die Welt. Frankreich nimmt nach den beispiellosen Anschlägen von Paris den Islamischen Staat ins Visier. Wie sich die Lage am Tag 2 nach der Terrorserie entwickelt? Hier die aktuellen Nachrichten im Überblick:

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Trauer nach den Anschlägen in Paris: Mindestens 128 Menschen starben am Freitagabend.

Quelle: Yoan Valat/DPA

Kurznachrichten-Überblick:

  • Ein Münchener stirbt bei den Anschlägen in Paris
  • Frankreich fliegt Luftangriffe auf IS
  • Terrorverdächtige zur Fahndung ausgeschrieben
  • Länderspiel gegen die Niederlande findet statt

Weltweit werden Gebäude in den Farben Frankreichs angestrahlt. Hier sehen Sie die Bilder.

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+++ 22.24 Uhr: Sarkozy will Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärfen +++

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat nach den Terroranschlägen ein schärferes Vorgehen gegen Extremisten gefordert. „Wir müssen unsere Politik der Inneren Sicherheit drastisch verschärfen“, sagte der Parteichef der oppositionellen Republikaner am Sonntag im Sender TF1.

+++ 21.49 Uhr: Frankreich fliegt Luftangriffe auf IS +++

Nach den tödlichen Terrorangriffen von Paris hat die französische Luftwaffe die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angegriffen. Die massiven Bombardements richteten sich gegen die IS-Hochburg Al-Rakka, wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf das französische Verteidigungsministerium berichtete.

+++ 21.16 Uhr: Paris gedenkt der Terroropfer +++

Mit einer Gedenkmesse in der Kathedrale Notre-Dame hat Frankreich die unschuldigen Opfer der Terroranschläge vom Freitagabend gewürdigt. „Männer und Frauen wurden grausam hingerichtet“, sagte der Kardinal von Paris, André Vingt-Trois, nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP. Die Kirche war bei der Messe am Sonntagabend brechend voll.

+++ 21.06 Uhr: Griechischer Minister veröffentlicht Foto im Zusammenhang mit Paris-Anschlägen +++

Griechenland hat Name und Foto des Syrers veröffentlicht, dessen Pass die französischen Behörden in der Nähe der Leiche eines Selbstmordattentäters gefunden haben. Es handelt sich um Ahmad Almohammad, wie der für Migration zuständige Vizeminister Ioannis Mouzalas am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Athen bekanntgab. Er bestätigte Informationen vom Vortag, wonach der Syrer am 3. Oktober an Bord eines Bootes mit 198 Flüchtlingen auf der griechischen Insel Leros angekommen und als Flüchtling registriert worden war.

Das Foto zeigt den mutmaßlichen Terroristen Ahmad Almohammad.

Quelle: Vizeminister zuständig für Migration, Ioannis Mouzalas

+++ 19.46 Uhr: Verdächtiger Koffer in Hamburg +++

Ein verdächtiges Gepäckstück hat auf dem Hamburger Flughafen am Sonntagabend knapp eineinhalb Stunden lang für Stillstand gesorgt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte, war ein Koffer mit diversem technischem Gerät bei der Kontrolle aufgefallen. Spezialkräfte wurden alarmiert. Sie hätten den Koffer untersucht und anschließend die Freigabe erteilt. Es kam zu erheblichen Verzögerungen. Ein Reisender berichtete von Tausenden betroffenen Passagieren.

+++ 19.14 Uhr: Panik auf Platz der Republik +++

Nach den mörderischen Anschlägen vom Freitag liegen die Nerven in der französischen Hauptstadt blank. Auf dem Pariser Platz der Republik brach am Sonntagabend kurzzeitig Panik aus. Die dort versammelten Menschen verließen den Platz fluchtartig, wie ein Fotograf beobachtete. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um einen falschen Alarm.

+++ 18.45 Uhr: Zwei weitere französische Attentäter identifiziert +++

Französische Ermittler haben zwei weitere Selbstmordattentäter formell als Franzosen identifiziert. Die beiden Terroristen waren 20 und 31 Jahre alt und wohnten in Belgien, wie der Pariser Staatsanwalt François Molins am Sonntag mitteilte. Zuvor hatte die Brüsseler Staatsanwaltschaft bereits bekanntgegeben, dass zwei der getöteten Attentäter zuletzt im Großraum Brüssel gelebt und einen französischen Pass hatten. Damit waren mindestens drei der sieben toten Attentäter Franzosen. Zuvor war bereits ein 29-Jähriger Franzose als einer der Angreifer im Pariser Musikklub „Bataclan“ identifiziert worden.

+++ 18.33 Uhr: Selbstmordattentäter wollten ins Pariser Stadion eindringen +++

Die Selbstmordattentäter von Paris wollten in das Stadion Stade de France eindringen, in dem das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich stattfand. Das sagte der französische Sport-Staatssekretär laut Nachrichtenagentur AFP am Sonntag.

+++ 18.12 Uhr: Belgische Justiz schreibt Terrorverdächtigen zur Fahndung aus +++

Nach den Terroranschlägen von Paris ist ein Verdächtiger auf der Flucht. Die belgische Justiz schrieb im Zusammenhang mit den Ermittlungen eine Person international zur Fahndung aus, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga am Sonntag unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft berichtete.

Abdeslam Salah wird nach den Attentaten von Paris polizeilich gesucht.

Quelle: Police Nationale

+++ 18.06 Uhr: Hollande will Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern +++

Frankreichs Präsident François Hollande will den nach den Anschlägen verhängten Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf Parlamentskreise. Das Parlament müsste für eine Verlängerung über zwölf Tage hinaus ein Gesetz beschließen.

+++ 17.32 Uhr: Merkel: Wir sind stärker als jede Form von Terrorismus +++

Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigen Industrie- und Schwellenländer sagen bei ihrem Treffen in der Türkei jeder Art von Terror den Kampf an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte am Sonntag in Belek nahe Antalya: „Wir setzen hier bei dem G20-Gipfel ein entschlossenes Signal, dass wir stärker sind als jede Form von Terrorismus.“

+++ 17.06 Uhr: Menschen kommen nach Terroranschlägen zusammen +++

Ob auf dem Place de la République in Paris oder vor dem Rathaus von Brest in der Bretagne: An vielen Orten im Land sind die Franzosen am Wochenende zusammengekommen, um der Opfer der Pariser Terroranschläge zu gedenken. In der französischen Hauptstadt legten die Menschen am Samstag und Sonntag vor allem auf dem Place de la République Blumen nieder, standen beisammen und zündeten Kerzen an. Ganz in der Nähe hatten die Terroristen die Konzerthalle „Bataclan“ und mehrere Cafés und Restaurants angegriffen.

In Paris versammelten sich am Sonntag tausende Menschen.

Quelle: Yoan Valat

+++ 16.58 Uhr: Beteiligter der Anschläge womöglich auf der Flucht +++

Ein Beteiligter an den Anschlägen von Paris könnte nach Angaben aus dem Umfeld der Ermittlungen noch auf der Flucht sein. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Demnach seien drei Brüder an der Terrorserie „beteiligt“ gewesen, von denen einer möglicherweise flüchtig sei.

+++ 16.53 Uhr: Bataclan-Leitung: Musikclub wird trotz Massakers wieder öffnen +++

Trotz des Massakers im Pariser Bataclan sieht einer der Leiter der bekannten Konzerthalle eine Perspektive für den Musikclub. „Das Bataclan wird wieder öffnen“, sagte Dominique Revert am Sonntag in einem Interview des TV-Senders Canal+. „Es wäre eine Kapitulation, würden wir das nicht tun“, zitierte der Fernsehsender BMFTV weiter aus dem Interview. Die Halle werde aber in den kommenden Monaten, vielleicht auch Jahren, ein bedrückender Ort bleiben.

+++ 16.49 Uhr: Deutsches Terroropfer stammt aus München +++

Der bei den Terroranschlägen in Paris getötete Deutsche stammt aus München. Der 28-Jährige habe seit längerem in der französischen Hauptstadt gelebt, teilte der fachliche Leiter des Kriseninterventionsteams München, Andreas Müller-Cyran, am Sonntag mit. Noch ist unklar, ob es weitere deutsche Opfer gab. Bis zum Mittag waren 103 der 129 Getöteten identifiziert.

+++ 16.17 Uhr: Innenminister Frankreichs und Belgiens treffen sich in Paris +++

Angesichts der jüngsten Erkenntnisse über Verbindungen einiger Attentäter von Paris nach Belgien treffen sich am Sonntagnachmittag die Innenminister beider Länder. Frankreichs Minister Bernard Cazeneuve empfängt seinen belgischen Kollegen Jan Jambon um 17 Uhr in Paris, wie das Ministerium mitteilte. Anschließend ist eine gemeinsame Erklärung vor der Presse vorgesehen.

+++ 16.02 Uhr: Formel 1 setzt bei Fahrerparade Zeichen +++

Die Formel 1 hat vor dem Grand Prix von Brasilien ein Zeichen für die Opfer und Hinterbliebenen des Terrorangriffs von Paris gesetzt. Ein speziell dekorierter Lastwagen fuhr Weltmeister Lewis Hamilton und seine Pilotenkollegen am Sonntag in São Paulo während der traditionellen Fahrerparade über den Kurs. Die französische Flagge mit schwarzer Schleife zierte die Flanken des Autos. Die Fahrer trugen während der Rundfahrt rund eineinhalb Stunden vor Rennbeginn aus Anteilnahme Trauerflor.

+++ 15.34 Uhr: Schweigeminute auf G20-Gipfel +++

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den G20-Gipfel in Belek bei Antalya mit einer Schweigeminute für die Terroranschläge von Paris und Ankara eröffnet. Die Staats- und Regierungschefs wichtiger Industrie- und Schwellenländer gedachten am Sonntag zum Auftakt ihres Treffens der Opfer. Gastgeber Erdogan sagte anschließend: „Terorismus ist für uns alle eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit.“ Erdogan hatte kurz vor Beginn des Treffens in Belek angekündigt: „Von diesem Gipfel wird eine starke Botschaft zu diesem Thema ausgehen.“ In Ankara waren im vergangenen Monat mehr als 100 Menschen bei einem Anschlag getötet worden.

+++ 15.25 Uhr: Kölner Oberbürgermeisterin Reker bekundet Mitgefühl +++

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat ihr Mitgefühl mit den Opfern und Verwundeten der Pariser Terroranschläge ausgedrückt. „Ganz besonders fühle ich auch mit den vielen Verletzten. Ich weiß selbst, was sie nun durchmachen müssen“, teilte sie am Sonntag mit. Gleichzeitig appellierte Reker: „Wir müssen uns intensiv um die jungen Menschen kümmern, die von den radikalen Ideologen umworben werden und selbst Opfer der Radikalisierung zu werden drohen.“ Die parteilose Politikerin war Mitte Oktober einen Tag vor ihrer Wahl vermutlich aus fremdenfeindlichen Motiven niedergestochen worden und befindet sich noch auf dem Weg der Genesung.

+++ 15.17 Uhr: Länderspiel gegen Niederlande findet statt +++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird am Dienstag in Hannover das geplante Testländerspiel gegen die Niederlande bestreiten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus DFB-Kreisen.

+++ 15.10 Uhr: Zwei der Attentäter lebten zuletzt in Belgien +++

Zwei der getöteten Attentäter von Paris lebten zuletzt im Großraum Brüssel. Es handele sich um zwei Personen mit französischem Pass, wie die Brüsseler Staatsanwaltschaft am Sonntag nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga mitteilte.

+++ 14.23 Uhr: Islamische Landesverbände wollen sich gegen den Terrorismus stellen +++

Die Konferenz Islamischer Landesverbände (KILV) hat nach den Anschlägen von Islamisten in Paris gefordert, sich über Nationen und Religionen hinweg gemeinsam gegen Terrorismus zu stellen. „Auch wenn sich die Attentäter und ihre Hintermänner und Sympathisanten wieder auf den Islam berufen, für die überwältigende Mehrheit der Muslime sind sie unser gemeinsamer Feind“, erklärte Sprecher Mustafa Yoldas am Sonntag in Hamburg. Die Anschlagsserie in Paris zeige, dass es sich beim Terror des IS um ein globales Phänomen handele, das Europa genauso betreffe wie den Nahen Osten.

+++ 14.21 Uhr: Trauer auch in Kiel +++

Die Anschläge von Paris haben auch in Kiel Menschen schockiert. Einige Kieler brachten ihr Mitgefühl mit den Opfern in der französischen Hauptstadt spontan auch in der Hardenbergstraße zum Ausdruck. Beim dortigen französischen Kulturzentrum legten Kieler Blumen nieder  und stellten Kerzen auf. Ein Schild mit der Aufschrift „Nous sommes unis“ steht zwischen zwei Kerzen. Das Centre Culturel Francais de Kiel ist seit Jahren als kultureller Botschafter ein fester Treffpunkt Kiel. Es ist Anlaufstelle für Austauschprogramme und hilft bei der Suche nach Studienplätzen in Frankreich. Außerdem unterstützt es die Städtepartnerschaft zwischen Kiel und Brest. Die Internetseite des Zentrums bietet seit dem Wochenende eine Kontaktadresse des Krisenzentrums des französischen Außenministeriums. Auf der Seite können auch Kieler Bürger Auskünfte über Freunde und Angehörige erhalten, die sich in Paris aufhalten. In der Hardenbergstraße ist auch der Sitz der Deutsch-Französischen-Gesellschaft.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) brachte seine Trauer in einem Beitrag auf Facebook zum Ausdruck. Er verurteilte die Attentate als Anschlag. „Gemeint sind wir alle, unsere offene Gesellschaft, Demokratie und Pluralismus“, schrieb er. Er appellierte an die Menschen, sich noch viel entschlossener für diese Art zu leben einzusetzen. „Und dabei offen, demokratisch und pluralistisch bleiben“, schrieb Kämpfer.

Blumen erinnern nach den Anschlägen von Paris auch in Kiel an die Opfer.

Quelle: Frank Behling

+++ 14.17 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt nach Tod eines Deutschen in Paris +++

Nach dem Tod eines Deutschen bei den Terroranschlägen in Paris hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Ermittlungen aufgenommen. Es sei üblich, dass die Behörde eingeschaltet werde, wenn bei Anschlägen im Ausland Deutsche ums Leben kommen, sagte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts am Sonntag. Details nannte sie nicht. Zuvor hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass bei den islamistischen Attentaten von Paris auch ein Deutscher getötet worden sei.

+++ 14.06 Uhr: Bundespräsident Gauck spricht von „Krieg“ +++

Bundespräsident Joachim Gauck hat nach den Anschlägen in Paris von einem „Krieg“ gesprochen. „Wir leben in Zeiten, in denen wir Opfer einer neuen Art von Krieg beklagen“, sagte Gauck am Sonntag im Rahmen der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Berlin. Frankreichs Präsident François Hollande hatte die Anschlagsserie mit 129 Toten bereits am Sonnabend als „Kriegsakt“ bewertet.

+++ 13.36 Uhr: Fünf Festnahmen bestätigt +++

Bei der Anti-Terror-Razzia im Brüsseler Stadtteil Molenbeek sind nach Angaben der Bürgermeisterin insgesamt fünf Personen festgenommen worden. „Es ist anzunehmen, dass es sich um ein Netzwerk handelt“, sagte Françoise Schepmans am Sontag dem Rundfunksender RTBF. Nähere Informationen gab sie allerdings nicht.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Vorabend nach einer großen Polizeiaktion in Molenbeek bestätigt, dass eine Spur der Attentäter von Paris nach Belgien führt und von mehreren Festnahmen gesprochen. Die Ermittler verwiesen darauf, dass die Pariser Behörden in vier konkreten Fällen in Brüssel um Amtshilfe gebeten hätten. Unter anderem sei es dabei um Informationen zu einem in Belgien angemeldeten Mietwagen gegangen, der in der Nähe der Pariser Konzerthalle „Bataclan“ gefunden worden war.

+++13.30 Uhr: SPD-Innenexperte Lischka: Islamisten-Szene effektiver überwachen +++

Der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka fordert nach den Terroranschlägen von Paris eine effizientere Überwachung der Islamisten-Szene. Besorgniserregend sei, dass nach den bisherigen Ermittlungen zumindest einer der Paris-Attentäter den Behörden als Radikaler bereits bekannt gewesen sei. „Die Sicherheitsbehörden müssen sich überlegen, wie sie bei der Überwachung eine Priorisierung hinbekommen“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Polizei und Geheimdienste hätten begrenzte Ressourcen: „Man kann in Frankreich nicht 5000 Gefährdern rund um die Uhr auf den Füßen stehen, oder alle Cafés und Restaurants überwachen.“ In Deutschland werden um die 1000 Personen dem islamistisch-terroristischen Spektrum zugeordnet, darunter gelten 420 als besonders gefährlich

+++ 13.04 Uhr: Papst nennt Gewalt im Namen der Religion „Gotteslästerung“ +++

Papst Franziskus sieht im Missbrauch der Religion als Rechtfertigung für die Anschläge von Islamisten in Paris eine „Gotteslästerung“. Man könne nicht den Namen Gottes nutzen, um den Weg der Gewalt zu begründen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. „So viel Barbarei lässt uns erschüttert zurück und man fragt sich, wie das Herz des Menschen so schreckliche Dinge, die nicht nur Frankreich, sondern die ganze Welt getroffen haben, planen und durchführen kann“, sagte er.

Vor Zehntausenden Pilgern in Rom ergänzte der Argentinier: „Ich möchte mit Nachdruck wiederholen, dass die Straße der Gewalt und des Hasses keine Probleme löst.“ Angesichts solch „unerträglicher Taten“ müsse man diesen „Angriff auf die Würde der Menschen“ scharf verurteilen. Er fühle tiefen Schmerz über die Terrorattacken. „Dem Präsidenten und den Bürgern drücke ich mein brüderliches Mitgefühl aus. Ich bin besonders den Angehörigen derjenigen, die ihr Leben verloren haben, und den Verletzten nahe“, sagte Franziskus.

+++ 12.29 Uhr: 103 Leichen identifiziert +++

Nach den Anschlägen von Paris sind mittlerweile 103 Leichen identifiziert, sagte Frankreichs Premierminister Manuel Valls am Sonntag laut Nachrichtenagentur AFP. 20 bis 30 würden noch untersucht. Bei der Terrorserie in der Nacht von Freitag auf Samstag sind mindestens 129 Menschen getötet worden.

+++ 12.20 Uhr: Konzerte in Deutschland ungewiss +++

Nach dem Terroranschlag auf das Pariser Konzert der Eagles of Death Metal wird Anfang der Woche über den Tourplan der Band in Deutschland entschieden. „Wir erwarten am Montag Nachricht vom Management“, sagte am Sonntag eine Sprecherin von Marek Lieberberg, dem deutschen Konzertveranstalter der US-Band. In Deutschland sind Auftritte in Köln (17.11.), München (19.11.) und Bremen (22.11.) angesetzt. „Es ist der Band zu überlassen, ob sie diese Konzerte spielen will“, sagte Marek Lieberberg. Einige Crewmitglieder der Band gelten demnach immer noch als vermisst. „Man muss befürchten, dass sie leider Opfer dieser verabscheuungswürdigen Angriffe geworden sind.“

+++12.06 Uhr: Brauchen nach Paris kein neues Sicherheitspaket +++

Die SPD lehnt nach den Terroranschlägen von Paris weitergehende Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland ab. Für ein neues Sicherheitspaket gebe es keine Notwendigkeit, hieß es am Sonntag aus Parteikreisen nach einer Telefonschalte der erweiterten SPD-Führung.  Reflexhaft von der CSU geforderte schärfere Grenzkontrollen seien nicht Position der SPD. Die Bürger erwarteten von Koalition und Bundesregierung nach dem islamistischen Terror von Paris „geschlossenes, entschlossenes und nicht parteipolitisch motiviertes Handeln“.

Parteichef Sigmar Gabriel sei einhellig im SPD-Führungskreis in seiner Linie unterstützt worden, dass Politik und Gesellschaft sich nach Paris schützend vor die muslimischen Flüchtlinge in Deutschland stellen müssten, die ja gerade vor den Terroristen des Islamischen Staates (IS) nach Europa geflohen seien.

+++ 11.45 Uhr: Obama: Himmel hat sich verdunkelt +++

Vor Beginn des G20-Gipfels in der Türkei hat US-Präsident Barack Obama einen verstärkten Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angekündigt. „Der Himmel hat sich verdunkelt durch die schrecklichen Angriffe, die in Paris stattfanden“, sagte Obama am Sonntag nach einem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Das gelte auch für den schweren Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara mit mehr als 100 Toten im vergangenen Monat.

„Auf der Basis einer verzerrten Ideologie unschuldige Menschen zu töten, ist ein Angriff nicht nur auf Frankreich, nicht nur auf die Türkei, sondern auf die zivilisierte Welt“, sagte Obama. Der US-Präsident kündigte an: „Wir werden in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedern der Koalition unsere Bemühungen verstärken, um eine friedliche Lösung in Syrien zu erreichen und Daesh (IS) als eine Kraft zu eliminieren, die den Menschen in Paris, in Ankara und in anderen Teilen der Welt so viel Schmerz und Leid verursachen kann.“

Obama lobte die Türkei als „starken Partner“ der Koalition gegen den IS in Syrien und im Irak. Erdogan kündigte mit Blick auf den Kampf gegen den internationalen Terrorismus an: „Von diesem Gipfel wird eine starke Botschaft zu diesem Thema ausgehen.“ Erdogan ist Gastgeber des G20-Gipfels in Belek bei Antalya, der bis Montag dauert.

+++ 11.29 Uhr: Kein Antrag auf Nato-Krisentreffen +++

Bei der Nato gibt es bislang keine Hinweise, dass Frankreich die Pariser Terroranschläge als Bündnisfall werten will. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Antrag auf ein Krisentreffen“, sagte ein Bündnissprecher am Sonntagvormittag. Die Nato unterstützte Frankreich allerdings in dessen Entschlossenheit, der Bedrohung durch den Terrorismus entgegenzutreten. Alliierte tauschten kontinuierlich Informationen und Einschätzungen aus.

Dass Terroranschläge den Bündnisfall nach Artikel 5 des Nato-Vertrages auslösen können, hatten die Partner nach den Angriffen gegen die USA vom 11. September 2001 gezeigt. Sie wurden als Angriff auf alle Nato-Staaten gewertet. In der Folge unterstützte die Nato die USA mit Aufklärungsflugzeugen, die bis Mitte Mai 2002 im Luftraum über den USA patrouillierten. Zudem werden bis heute im Rahmen der Operation Active Endeavour Marineschiffe für die Terroristenjagd im Mittelmeer bereitgestellt.

Denkbar im Fall der Pariser Anschläge wären auch Beratungen nach Artikel 4 des Nato-Vertrages. Sie können beantragt werden, wenn ein Mitgliedstaat die eigene Sicherheit bedroht sieht. Zuletzt hatte im Juli die Türkei diese Möglichkeit nach Terroranschlägen genutzt.

+++ 11.20 Uhr: EM-Cheforganisator Lambert: Turnier-Absage keine Option +++

 Cheforganisator Jacques Lambert hat eine Absage der Fußball-Europameisterschaft im kommenden Sommer trotz der Anschlagsserie von Paris ausgeschlossen. „Wenn man die EM jetzt infrage stellt, würde man sich den Regeln der Terroristen beugen“, sagte Lambert französischen Medien. „Wir werden die notwendigen Entscheidungen treffen, damit die EURO 2016 mit den bestmöglichen Sicherheitsmaßnahmen stattfinden wird“, versprach Lambert. An dem Turnier vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in neun französischen Städten nehmen erstmals 24 Nationen teil. Am 12. Dezember steht in Paris die Auslosung der sechs Vorrundengruppen an. Auch die Ausrichtung dieses Events wurde von den Organisatoren bislang nicht infrage gestellt.

+++ 11.01 Uhr: Zwei Attentäter wollten offenbar ins Stadion +++

Einem Bericht der französischen Sportzeitung „L'Équipe“ zufolge haben zwei Attentäter versucht, ins Stadion beim Fußball-Testspiel Frankreich gegen Deutschland zu gelangen. Beide sollen aber entgegen anderslautender Berichte keine Tickets für die Partie im gehabt haben und deswegen auch nicht ins Stade de France gekommen sein, schrieb das Blatt am Sonntag.

Um 21.05 Uhr am Freitagabend und damit etwa fünf Minuten nach Anpfiff soll dem Bericht zufolge einer der Attentäter im Sektor Ost, der andere im Sektor Nord vergeblich versucht haben, in den Stadionbereich zu kommen.

+++ 11.00 Uhr: Kundgebung in Hamburg geplant +++

Unter dem Motto „Nous sommes Paris“ wollen Menschen in Hamburg an diesem Mittwoch Solidarität mit Frankreich zeigen. Bei der Kundgebung in der Innenstadt seien etwa Reden von Bischöfin Kirsten Fehrs, Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und dem französischen Generalkonsul Serge Lavroff geplant, teilten die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen, Andreas Dressel und Anjes Tjarks, am Sonntag mit. Die Initiative geht den Angaben zufolge auf ein überparteiliches Bündnis zurück, das auch nach den Anschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar zu einer Kundgebung in Hamburg aufgerufen hatte.

Bischöfin Fehrs rief zudem dazu auf, zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris am Sonntagabend (18.00 Uhr) und an den nächsten Abenden eine Kerze ins Fenster zu stellen. „Lasst uns Kerzen entzünden als Zeichen der Trauer, aber auch als Symbol für das Leben“, erklärte die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche. Sie unterstützt damit der Mitteilung zufolge eine am Samstagabend in Hamburg spontan entstandene Initiative.

+++ 11.00 Uhr: Polizei findet Waffen in Seat +++

In dem am Sonntag sicher gestellten Fahrzeug der Terroristen von Paris haben Ermittler Waffen gefunden. Das berichtete der Sender BFMTV am Sonntag ohne nähere Angaben zur Art der Waffen. Mit dem Auto könnte mindestens einem Terrorkommando nach den Anschlägen von Paris zunächst die Flucht gelungen sein. Der schwarze Seat war östlich von Paris sichergestellt worden.

+++ 10.57 Uhr: Ein Deutscher bei Attentaten getötet +++

Bei den Attentaten von Paris ist auch ein Deutscher getötet worden. „Wir müssen leider bestätigen, dass unter den Todesopfern der Anschläge von Paris auch ein deutscher Staatsangehöriger ist“, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Sonntag in Berlin mit. Aus dem Außenministerium hieß es weiter, der Krisenstab und die Botschaft Paris seien in engem Kontakt mit den französischen Behörden. Die Identifizierung der Opfer sei noch nicht vollständig abgeschlossen. Es lägen auch noch keine vollständigen Angaben über die Identitäten der Verletzten vor.

+++ 10.28 Uhr: Größeres Blutbad geplant? +++

Womöglich wollten die Attentäter sogar ein noch größeres Blutbad anrichten. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ könnte ein Anschlag direkt in dem mit knapp 80 000 Fans besetzten Stadion geplant gewesen sein, in dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte. Die Attentäter zündeten während des Spiels mehrere Sprengsätze in der Nähe des Stade de France, einer hatte vergeblich versucht, ins Stadion zu gelangen.

+++ 10.23 Uhr: Terror seit „Charlie Hebdo“ +++

Der Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bildete den Auftakt für ein blutiges Jahr. Seitdem gab es eine Reihe islamistischer Terrorangriffe auf Europäer — auf dem Kontinent selbst, aber auch in den nordafrikanischen Urlaubsländern.

+++ 10.21 Uhr: Pariser Börse am Montag normal geöffnet +++

Die Börse in Paris wird am Montag nach dem Terror-Wochenende in der französischen Hauptstadt normal geöffnet. Dies teilte eine Sprecherin des Betreibers Euronext der Nachrichtenagentur Bloomberg mit. Die Börse befindet sich mehrere Kilometer von den Anschlagsorten entfernt.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn der Aktienmarkt um zwei bis drei Prozent falle, sagte Yogi Dewan von der britischen Investmentfirma Hassium Asset Management der Nachrichtenagentur. Die Versicherungsbranche sowie Aktien von Reiseveranstaltern würden wohl auf die Terroranschläge reagieren.

+++ 10.16 Uhr: Attentäter kam über die Balkanroute +++

Einer der Attentäter von Paris ist möglicherweise über die Balkanroute nach Frankreich gereist. Ein 25-Jähriger namens Ahmed Almuhamed sei mit einem syrischen Pass am 7. Oktober aus Mazedonien nach Serbien eingereist, berichtete nach die serbische Zeitung „Blic“ am Sonntag. Er sei im Erstaufnahmezentrum in der südlichen Stadt Presevo registriert worden und habe dann seinen Weg nach Kroatien und später nach Österreich fortgesetzt.

Die französischen Behörden haben sich laut „Blic“ an Belgrad gewandt, um nähere Informationen über den Mann zu bekommen. Der Mann sei bei seinem Transit durch Serbien nicht bewaffnet gewesen.

+++ 10.05 Uhr: Motörhead sagen Konzert ab +++

Nach der beispiellosen Terrorserie in Paris hat die britische Heavy-Metal-Band Motörhead ein für diesen Sonntag geplantes Konzert in der französischen Hauptstadt abgesagt. „Wegen der schlimmen Situation, die unsere Brüder und Schwestern in Paris momentan durchleben, müssen wir unseren Gig auf Januar verschieben“, schrieben die Musiker am Sonntag auf ihrer Facebook-Seite. Dazu posteten sie das Logo der Band in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot.

Auch das britische Pop-Trio Years & Years („King“) strich kurzfristig einen für Montag geplanten Auftritt in Paris. „Unsere Liebe und Gedanken sind bei den Familien und Menschen, die betroffen sind. Wir hoffen, unsere Fans und jeder in Frankreich ist sicher und bleibt stark“, teilten die Musiker auf Facebook mit.

+++ 10.00 Uhr: Höchste Sicherheitsmaßnahmen in Frankreich +++

Nach den Terroranschlägen von Paris hat Frankreich den Ausnahmezustand ausgerufen und alle Sicherheitskräfte mobilisiert. Insgesamt 3000 zusätzliche Soldaten sollen nach Regierungsangaben von Samstagabend in den kommenden drei Tagen zum Einsatz kommen. Alle Bahnhöfe werden überwacht, ebenso die Häfen und wichtige Straßen wie etwa Autobahnen. Auch die Grenzkontrollen wurden verschärft. Frankreich hat die europäischen Partner gebeten, Zug- und Flugreisende auf dem Weg ins Land stärker zu kontrollieren.

Die neuen Kräfte werden zusätzlich zu 30 000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten abgestellt, die bereits seit Monaten zum Schutz sensibler Einrichtungen im Einsatz sind, wie das Innenministerium erklärte.

Behörden können zudem Ausgangssperren verhängen und Versammlungsorte und Gaststätten vorübergehend schließen und Kundgebungen verbieten.

+++ 9.17 Uhr: Auto von Attentätern gefunden +++

Mindestens einem Terrorkommando scheint nach den Anschlägen von Paris zunächst die Flucht gelungen zu sein. Französische Ermittler stellten am Sonntag ein weiteres Auto östlich von Paris sicher, wie der Sender Europe 1 berichtete. Der schwarze Seat soll nach Einschätzung der Ermittler von den Terroristen benutzt worden sein, die vor mehreren Cafés und Restaurants wahllos Menschen erschossen. Unklar blieb, ob der oder die Täter weiter auf der Flucht sind, oder bereits am Samstag in Belgien gefasst wurden.

Sechs Angehörige eines der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal „Bataclan“ haben Ermittler in Polizeigewahrsam genommen. Das berichtet der französische Fernsehsender BFMTV. Die Befragung von Angehörigen gehört in solchen Fällen zu den Ermittlungen.

Die Attacken wurden von einer noch unbekannten Zahl islamistischer Attentäter verübt. Die drei Terrorkommandos schlugen an sechs Orten in der französischen Hauptstadt nahezu gleichzeitig zu, schossen auf Menschen in Cafes und Restaurants, in der Konzerthalle „Bataclan“ und sprengten sich während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland in der Nähe des Stadions in die Luft. Ein Terrorist wurde von der Polizei erschossen, die anderen zündeten ihre Sprengstoffgürtel. Zunächst war von acht getöteten Attentätern die Rede gewesen.

+++ 9.12 Uhr: Nicht für Terrorangriffe gewappnet +++

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg sieht nach dem terroristischen Angriff auf ein Rockkonzert in Paris Sicherheitsbehörden und Gesellschaft gefordert. Der Kulturbetrieb sei der falsche Adressat für Sicherheitsfragen. „Wir haben ausreichende Sicherheitsvorkehrungen in einer normalen Situation. Für eine terroristische Situation ist keiner von uns gewappnet, und zwar in keinem Bereich des öffentlichen Lebens“, sagte Lieberberg. „Wir können uns nicht mit bloßen Händen oder Metalldetektoren gegen Kalaschnikows oder Bomben zur Wehr setzen.“ Allein in der Pariser Konzerthalle „Bataclan“ hatten Attentäter am Freitagabend ein Massaker mit mindestens 80 Toten angerichtet.

+++ 9.10 Uhr: „EM-Absage wäre eine Kapitulation“ +++

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat sich mit deutlichen Worten gegen eine Absage der Fußball-EM im kommenden Jahr in Frankreich ausgesprochen. „Wenn man die EM jetzt absagen würde, dann käme dies einer Kapitulation vor den Verbrechern gleich. Das darf nicht passieren“, sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Nach einem „solchen Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sei es notwendig, „kühlen Kopf zu bewahren und keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen“, sagte Hörmann und betonte: „Wer glaubt, so ein Anschlag könne an anderer Stelle nicht passieren, der irrt. Europa, die Welt muss zusammenstehen und den Kampf aufnehmen, so wie es Frankreichs Staatspräsident Hollande gesagt hat.“

+++ 8.46 Uhr: Angehörige eines Attentäters in Gewahrsam +++

Französische Ermittler haben sechs Angehörige eines der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal „Bataclan“ in Polizeigewahrsam genommen. Das berichtet der französische Fernsehsender BFMTV am Sonntag. Die Befragung von Angehörigen gehört in solchen Fällen zu den Ermittlungen.

Bereits am Samstag war bekanntgeworden, dass Vater und Bruder eines Selbstmordattentäters in Polizeigewahrsam kamen. Die Wohnungen der beiden Männer wurden durchsucht. Der Bruder des 29-jährigen Attentäters lebt demnach in einem Ort südlich von Paris, der Vater gut 100 Kilometer weiter östlich.

Der bei dem Anschlag gestorbene Franzose war anhand eines Fingerabdrucks identifiziert worden. Er war den Behörden nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen seiner Radikalisierung bekannt und mehrfach vorbestraft, allerdings nie im Zusammenhang mit Terror-Netzwerken.

+++ 8.43 Uhr: Weiterhin keine Gewissheit über deutsche Opfer +++

Eineinhalb Tage nach den Attentaten von Paris ist weiterhin unklar, ob es deutsche Opfer gegeben hat. Das Auswärtige Amt in Berlin habe in diesem Zusammenhang noch keine Gewissheit, teilte ein Sprecher am Sonntagmorgen in Berlin mit. Im Außenministerium wurde ein Krisenstab eingerichtet, der mit der Botschaft Paris und den französischen Behörden in Kontakt steht. Bei den Attentaten waren am späten Freitagabend 129 Menschen getötet und mehr als 350 verletzt worden.

+++ 8.03 Uhr: Merkel zum G20-Gipfeltreffen abgeflogen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Sonntagmorgen zum Gipfeltreffen der wichtigen Industrie- und Schwellenländer und der EU (G20) abgeflogen. Zu dem Treffen im türkischen Badeort Belek bei Antalya werden auch US-Präsident Barack Obama und der russische Staatschef Wladimir Putin erwartet.

Nach den Terroranschlägen von Paris werden die Gipfelteilnehmer unter anderem über eine gemeinsame Strategie gegen den Terrorismus, über die Flüchtlingskrise und den Syrien-Konflikt beraten. Frankreichs Staatspräsident François Hollande hatte seine Teilnahme wegen der Anschlagsserie in Paris abgesagt.

+++ 7.01 Uhr: Foo Fighters brechen Europatournee ab +++

Nach den Anschlägen von Paris haben die Foo Fighters ihre Europatournee abgebrochen. „Mit großer Trauer und tief empfundener Sorge für jeden in Paris sehen wir uns gezwungen, den Rest unserer Tour abzusagen“, erklärte die US-Rockband am Samstag. Eigentlich wollte sie nach einem Konzert in Turin am Montag in Paris und anschließend noch in Lyon und Barcelona spielen.

+++ 4.28 Uhr: Fahimi: Schmidts Haltung in RAF-Zeiten kann nun Vorbild sein +++

Deutschland und der Westen müssen nach Ansicht von SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi dem internationalen Terrorismus die Stirn bieten. Mit Blick auf die Anschlagsserie in Paris erinnerte Fahimi an den am Dienstag gestorbenen SPD-Altkanzler Helmut Schmidt, der zu Zeiten des deutschen Terrors der Roten Armee Fraktion (RAF) Ende der 1970er Jahre Haltung gezeigt habe: „Die Motivation dieser Terroristen ist abtrünnig, ihr Ziel die Zerstörung unserer liberalen Demokratie“, sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. „Wir werden kein Jota nachgeben und haben hierfür in Helmut Schmidt und seiner unnachgiebigen Haltung gegenüber der RAF ein leuchtendes Beispiel.“

Hier sehen Sie Bilder vom Tag nach dem Anschlägen in Paris.

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+++ 4.15 Uhr: Politologe Korte: Gegen neuen Ängste in Flüchtlingskrise kämpfen +++

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte hat nach den Anschlägen von Paris vor neuen Ängsten gegenüber Fremden und Flüchtlingen gewarnt. „Der Terror in Paris zeigt, welchen Herausforderungen sich auch Deutschland stellen muss: Freiheit und Sicherheit gehören zusammen“, sagte Korte in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die innere Sicherheit werde auf der Skala der wichtigsten Themen das Flüchtlingsthema kurzzeitig ablösen. „Es liegt an der Politik, dafür aufgeklärt zu kämpfen, dass wir weiterhin Menschen in Not aufnehmen, ohne dies mit zusätzlichen Ängsten zu verbinden“, sagte er. Die Forderung nach einer Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen hält Korte für „reine Symbolpolitik“.

+++ 3.04 Uhr: Formel 1 gedenkt der Opfer +++

Die Formel 1 wird unmittelbar vor dem Grand Prix von Brasilien am Sonntag (17.00 Uhr/RTL und Sky) der Opfer und Hinterbliebenen des Terrorangriffs von Paris gedenken. Wie der Automobil-Weltverband FIA mitteilte, werden alle Piloten während der Fahrerparade ein schwarzes Armband als Zeichen der Anteilnahme tragen. Zudem werde der Lastwagen, der den Kurs in São Paulo mit den Fahrern entlang fährt, mit einer französischen Flagge mit schwarzer Schleife und dem Datum des Anschlags dekoriert sein. Das Auto soll vor Beginn des Rennens in den internationalen TV-Bildern zu sehen sein.

+++ 1.21 Uhr: Trump macht sich für laxere Waffengesetze stark +++

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat die Terroranschläge von Paris für ein Plädoyer für laxere Waffengesetze genutzt. „Niemand hatte Waffen, und sie (die Angreifer) haben einfach einen nach dem anderen erschossen“, sagte der 69-Jährige laut US-Medienberichten bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundestaat Texas. Wenn die Menschen hätten Waffen tragen dürfen wie in den USA, dann wäre die Situation ganz anders verlaufen. Mehrere Attentäter hatten bei am Freitagabend an mehreren Orten in der französischen Hauptstadt 129 Menschen getötet.

Mehrere Explosionen, eine Schießerei und eine Geiselnahme hält die französische Hauptstadt in Atem. Hier sehen Sie Bilder von den Anschlägen.

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+++ 0.10 Uhr: DFB-Interimschef Koch will Länderspiel austragen +++

Trotz der Terrorattacken in Frankreich will der Deutsche Fußball-Bund das Test-Länderspiel der Nationalmannschaft gegen die Niederlande am Dienstag in Hannover wie geplant austragen. „Ich bin der Ansicht, dass wir alles daran setzen sollten, das Spiel möglich zu machen“, sagte DFB-Interimschef Rainer Koch am Samstagabend im ZDF-„Sportstudio“. Eine „finale Entscheidung“ allerdings will der Verband nach Rücksprache mit allen Beteiligten erst am Sonntag treffen. Koch machte bereits klar: „Es darf kein Fußballspiel sein, wo La-Ola-Wellen im Vordergrund stehen.“

+++ 0.05 Uhr: Hamas und Islamischer Dschihad verurteilen Anschlagserie +++

Die radikalislamische Hamas-Bewegung und die Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad haben die Terrorserie von Paris verurteilt. Der hochrangige Hamas-Anführer Bassem Na'eem sprach in einer per Mail verbreiteten Mitteilung von „barbarischen Attacken“. Nafes Assam vom Islamischen Dschihad sagte vor Reportern: „Ich glaube nicht, dass der Islam dieses willkürliche und rücksichtlose Töten erlaubt.“ Beide Gruppen waren in der Vergangenheit für eine Reihe von Selbstmordattentaten verantwortlich, die Hunderte Israelis töteten.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas war in den vergangenen Monaten wiederholt gegen salafistische Gruppen vorgegangen, die sich dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben oder mit diesem sympathisieren. Die Terrormiliz hat sich zu den Pariser Anschlägen mit mindestens 129 Toten bekannt. Auch die französischen Behörden gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass IS-Anhänger hinter der koordinierten Kommandoaktion vom Freitagabend stecken

+++ 0.00 Uhr: Solidarität auf dem Pariser Platz der Republik +++

Hunderte von Menschen haben am Samstagabend auf dem Pariser Platz der Republik Solidarität und Mitgefühl mit den Opfern der jüngsten Terroranschläge in der französischen Hauptstadt demonstriert. Trotz des nach den Attentaten ausgerufenen Versammlungsverbotes auf öffentlichen Plätzen gruppierten sie sich um das Denkmal für das nationale Symbol Marianne, um Botschaften auf Zetteln, Plakaten oder Transparenten zu hinterlassen. „Wir haben keine Angst“, war zu lesen, „Wir sind die Republik“ oder „Widerstand gegen die Barbarei“. Die Botschaften sollten Mut machen: „Unsere Freiheit wird immer stärker sein als ihr Terror.“

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Was Frankreich im Januar erleben musste, galt bislang als schlimmste Ausprägung des Terrors. Die Angriffe auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt durch hasserfüllte Islamisten trafen das Land tief. Von einem „französischen 11. September“ war die Rede. Nun hat das Entsetzen nochmals eine Steigerung erreicht.

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