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Aktuelle Nachrichten zum Terroranschlag

Paris Aktuelle Nachrichten zum Terroranschlag

Mindestens 129 Tote, über 350 Verletze: Das ist die traurige Bilanz einer Terrorserie in Paris, für die die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Verantwortung übernommen hat. Hier finden Sie alle aktuellen Nachrichten im Überblick:

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Kerzen stehen überall auf der Welt für die Opfer der Terroranschläge in Paris.

Quelle: Frederick Florin/AFP

Liveticker Sonntag, 15.11.2015

Nachrichtensplitter rund um die Anschlägen in Paris finden Sie hier.

Liveticker Sonnabend, 14.11.2015

+++ 21.48 Uhr: "Frankreich ist im Krieg gegen IS-Miliz" +++

Frankreichs Premierminister Manuel Valls sieht sein Land im Krieg mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). „Ja, wir sind im Krieg“, sagte der Regierungschef am Samstag dem Sender TF1. Frankreich werde handeln, um diesen Feind zu zerstören. „Wir ergreifen daher außergewöhnliche Maßnahmen. Und diesen Krieg werden wir gewinnen“, schrieb Valls auf Twitter.


+++ 21.16 Uhr: Französische Börse am Montag normal geöffnet +++

Die französische Börse wird am Montag nach dem Terrorwochenende in Paris normal geöffnet. Dies teilte eine Sprecherin des Betreibers Euronext der Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonnabend mit. Die Börse befindet sich mehrere Kilometer von den Anschlagsorten entfernt.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn der Aktienmarkt zwei bis drei Prozent fällt, sagte Yogi Dewan von der britischen Investmentfirma Hassium Asset Management der Nachrichtenagentur. Die Versicherungsbranche sowie Aktien von Reiseveranstaltern werden wohl auf die Terroranschläge reagieren.

+++ 20.44 Uhr: Foo Fighters brechen Europatournee nach Anschlägen ab +++

Nach den Anschlägen von Paris haben die Foo Fighters ihre Europatournee abgebrochen. „Mit großer Trauer und tief empfundener Sorge für jeden in Paris sehen wir uns gezwungen, den Rest unserer Tour abzusagen“, erklärte die US-Rockband am Samstag. Eigentlich wollte sie nach einem Konzert am Samstag in Turin am Montag in Paris und anschließend noch in Lyon und Barcelona spielen.

„Im Lichte dieser sinnlosen Gewalt, der Schließung von Grenzen, der internationalen Trauer, können wir jetzt nicht weitermachen“, hieß es weiter. „Es gibt keine andere Art, es zu sagen. Das ist verrückt und zum Kotzen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei jedem, der verletzt wurde oder einen Lieben verloren hat.“

+++ 20.28 Uhr: Ex-Nationalspieler Asamoah zu den Terroranschlägen +++

„Mir ist nicht zum Feiern zumute, aber wir werden heute spielen, weil wir zeigen wollen, dass wir uns NICHT von Terroristen unterkriegen lassen.“

(Der frühere Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah, der am Sonnabend in Gelsenkirchen mit vielen ehemaligen Weggefährten sein Abschiedsspiel bestritt, via Twitter zu den Folgen der Terroranschläge von Paris)


+++ 20.34 Uhr: Niederlande richtet sich weiter auf Länderspiel in Deutschland ein +++

Der Fußball-Verband der Niederlande (KNVB) stellt sich anscheinend weiter auf eine Austragung des Länderspiels in Deutschland ein. Bondscoach Danny Blind werde am Montag mit 20 Spielern die Reise nach Hannover antreten, hieß es am Sonnabend auf der Verbandsseite. Nach den Terroranschlägen in Paris stünde Sportdirektor Bert van Oostveen in engem Kontakt mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB).

+++ 19.45 Uhr: In Belgien Festgenommener war Freitagabend in Paris +++

Nach den Anschlägen von Paris haben belgische Anti-Terror-Ermittler eine Person festgenommen, die am Freitagabend in der französischen Hauptstadt war. Das bestätigte der belgische Premierminister Charles Michel am Sonnabendabend nach einem Großeinsatz der Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

Hier sehen Sie Bilder vom Tag nach dem Anschlägen in Paris.

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+++ 19.40 Uhr: Mutmaßliche „Mopo“-Brandstifter in Hamburg angeklagt +++

Zehn Monate nach dem Brandanschlag auf die „Hamburger Morgenpost“ hat die Staatsanwaltschaft vier junge Männer angeklagt. Wie die Zeitung am Sonnabend berichtete, wirft die Anklagebehörde den Beschuldigten Brandstiftung und schwere Brandstiftung vor. Sie sollen sich vor dem Landgericht verantworten, sagte Behördensprecherin Nana Frombach am Samstag. Als Motiv gilt laut „Mopo“ Verärgerung darüber, dass das Blatt nach dem Anschlag auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ die islamkritischen Mohammed-Karikaturen auf der Titelseite zeigte — mit der Schlagzeile „So viel Freiheit muss sein!“. Zu diesen Einzelheiten konnte Frombach zunächst keine Angaben machen.

Die Brandstiftung bei der „Mopo“ nur wenige Tage nach dem Terroranschlag auf „Charlie Hebdo“ hatte für Empörung gesorgt. Die Täter sollen im Januar zunächst Steine und einen Brandsatz auf eine Schule in Hamburg geworfen haben — später zerstörten sie bei der „Mopo“ Fensterscheiben mit einem Gullydeckel und schleuderten einen Molotowcocktail in das Redaktionsgebäude. Aktenregale gingen in Flammen auf, die Feuerwehr konnte aber Schlimmeres verhindern.

+++ 19.35 Uhr: IS-Führer in Libyen bei Luftangriff getötet +++

Die USA haben nach eigenen Angaben den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat in Libyen, Abu Nabil, bei einem Luftangriff getötet. Pentagon-Sprecher Peter Cook bestätigte am Samstag die US-Aktion vom Vortag und betonte zugleich, sie sei bereits vor den Terroranschlägen in Paris geplant und genehmigt gewesen.

Der auch als Wisam al-Subaidi bekannte Abu Nabil war der „Washington Post“ zufolge früher ein irakischer Polizist und lange Zeit für die Al-Kaida im Einsatz. Dann habe ihn IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi 2014 nach Libyen geschickt, um dort einen Ableger der Gruppe aufzubauen. Cook zufolge war Abu Nabil möglicherweise auch der Sprecher in dem Video vom Februar, das die Exekution koptischer Christen zeigte.

+++ 19.20: Staatsanwalt: 129 Todesopfer und sieben tote Terroristen +++

Die Terrorwelle in Paris hat nach einer neuen Bilanz der Staatsanwaltschaft 129 Tote gefordert. Diese Zahl sei angesichts der großen Zahl von Schwerverletzten allerdings vorläufig, sagte Staatsanwalt François Molins am Samstag in Paris. Es gebe 352 Verletzte, 99 davon akute Notfälle. Sieben Terroristen seien gestorben.


+++ 19.04 Uhr: WSJ: Attentäter am Stadioneingang von Ordner aufgehalten +++

Die Attentäter von Paris wollten einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge offenbar einen Anschlag direkt im Fußballstadion beim Länderspiel Deutschland-Frankreich verüben. Mindestens ein Attentäter habe ein Ticket für das Spiel gehabt. Er sei von einem Ordner beim Sicherheitscheck aufgehalten worden, berichtet die Zeitung am Sonnabend (Online) unter Berufung auf einen anderen Ordner und einen Polizisten.

Bei dem Attentäter sei etwa eine Viertelstunde nach Spielbeginn am Stadioneingang eine Sprengstoff-Weste entdeckt worden. Beim Versuch zu entkommen, habe der Mann den Sprengstoff zur Explosion gebracht.

Der Polizist vermutetet laut „Wall Street Journal“, dass der Angreifer den Sprengstoff im Stadion zünden wollte. Ziel sei vermutlich eine Massenpanik bei den Zuschauern gewesen, hieß es weiter.

+++ 19.03 Uhr: Netanjahu: Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen verschärft +++

Die israelische Regierung hat nach den Anschlägen in Paris eine weltweite Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen für israelische und jüdische Einrichtungen angewiesen. „Israel steht Schulter an Schulter mit Frankreich im Kampf gegen den islamischen Terror, der den Nahen Osten und große Teile der Welt überzieht“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Samstagabend. Der israelische Geheimdienst teile Informationen mit Frankreich und anderen Ländern. Auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv versammelten sich Tausende Menschen zu einer Solidaritätskundgebung mit Frankreich. Die Fassade der Stadtverwaltung wurde in den Farben der französischen Nationalflagge erleuchtet.

+++ 19.01 Uhr: Höchste Sicherheitsmaßnahmen in Frankreich +++

Nach den Terroranschlägen von Paris hat Frankreich „alle Sicherheitskräfte mobilisiert“, wie Innenminister Bernard Cazeneuve sagte. Insgesamt 3000 zusätzliche Soldaten sollen nach Regierungsangaben von Samstagabend in den kommenden drei Tagen zum Einsatz kommen. Alle Bahnhöfe werden überwacht, ebenso die Häfen und wichtige Straßen wie etwa Autobahnen. Auch die Grenzkontrollen wurden verschärft. Frankreich hat die europäischen Partner gebeten, Zug- und Flugreisende auf dem Weg ins Land stärker zu kontrollieren. Die neuen Kräfte werden zusätzlich zu 30.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten abgestellt, die bereits seit Monaten zum Schutz sensibler Einrichtungen im Einsatz sind, wie Cazeneuve erklärte.

Behörden können zudem Ausgangssperren verhängen und Versammlungsorte und Gaststätten vorübergehend schließen und Kundgebungen verbieten.

+++ 18.53 Uhr: Bericht: Vier IS-Kämpfer in der Türkei kurz vor G20-Gipfel getötet +++

Kurz vor Beginn des G20-Gipfels in der Türkei haben türkische Soldaten einem Medienbericht zufolge vier Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahe der syrischen Grenze getötet. Die Sicherheitskräfte hätten am Sonnabend in der Provinz Gaziantep zwei Autos mit bewaffneten IS-Angehörigen zum Anhalten aufgefordert, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu Militärkreise. Beim anschließenden Schusswechsel seien im ersten Wagen vier IS-Kämpfer getötet worden. Im zweiten Auto sei eine unbekannte Zahl von Extremisten entkommen. Der G20-Gipfel beginnt am Sonntag in Belek bei Antalya, mehr als 600 Kilometer von dem Zwischenfall entfernt.

+++ 18.45 Uhr: Minister: Bisher keine Verbindung zwischen Terror und Flüchtlingen +++

Der Chef der Länder-Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), sieht vorerst keinen Zusammenhang zwischen den Anschlägen in Paris und Flüchtlingen als mutmaßlichen Tätern. „Es gibt bisher keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass diese Terroranschläge in Verbindung zu Flüchtlingen stehen“, sagte Lewentz nach Angaben eines Sprechers nach einer Telefonkonferenz der Innenminister am Samstag. „Ich warne davor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen.“ Die Ressortchefs vereinbarten unter anderem eine sicherere Ausrüstung von Streifenpolizisten sowie eine Trauerbeflaggung.

+++ 18.34 Uhr: Festnahmen nach Pariser Anschlägen in Belgien +++

Die belgische Polizei hat bei einem Großeinsatz nach den Anschlägen von Paris mehrere Menschen festgenommen. Das sagte ein Sprecher von Justizminister Koen Geens am Samstagabend nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga.

+++ 18.25: Spur der Pariser Attentäter führt nach Brüssel +++

Eine Spur der Attentäter von Paris führt nach Behördenangaben nach Belgien. Nach den Anschlägen sei ein Mietwagen mit einer Verbindung in den Brüsseler Stadtteil Molenbeek in Paris entdeckt worden, sagte ein Sprecher von Justizminister Koen Geens am Sonnabend nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga.

+++ 18.15 Uhr: Verschärfte Grenzkontrollen in Estland +++

Nach den Terroranschlägen von Paris verschärft Estland die Sicherheitsmaßnahmen an seinen Grenzen. „Wir werden die Kontrollen von Passagieren am Flughafen, am Hafen und den Übergängen an den Landgrenzen verstärken“, sagte Innenminister Hanno Pevkur am Samstag in Tallinn. Die Beamten werden dafür mit zusätzlicher Ausrüstung einschließlich Waffen ausgestattet. Auch öffentliche Veranstaltungen sollen nach Angaben von Polizeichef Elmar Vaher stärker überwacht werden, berichtete die Zeitung „Postimees“ online.

Auch in Litauen wurden nach Angaben von Innenminister Saulius Skvernelis die Sicherheitsmaßnahmen und die Kontrollen an den Grenzen verstärkt. In Lettland berief Staatspräsident Raimonds Vejonis den Nationalen Sicherheitsrat ein. Die lettischen Sicherheitsdienst arbeiteten im erweiterten Modus und überwachen die Situation, sagte er nach der Sitzung in Riga. Eine erhöhte Terrorgefahr bestehe in den drei Baltenstaaten nach Einschätzung der Behörden bislang nicht.

+++ 18.08 Uhr: Trauerfeier vor französischer Botschaft in Teheran +++

Vor der französischen Botschaft in Teheran hat es am Samstag eine spontane Trauerfeier für die Opfer der Terroranschläge von Paris gegeben. Dutzende iranische Jugendliche legten Blumen vor der diplomatischen Vertretung nieder, zündeten Kerzen an und klebten Schilder mit der Aufschrift „Nous sommes unis“ („Wir sind vereint“) an die Wand des Botschaftsgebäudes. Die iranische Regierung hatte die Anschläge zuvor scharf verurteilt. Die verantwortlichen Islamisten seien keine Muslime, erklärte das Außenministerium in Teheran. Sie hätten auch nichts mit den Kriterien und Werten des Islams gemeinsam.

+++ 17.44 Uhr: Großer Polizeieinsatz in Belgien +++

Nach den Terroranschlägen von Paris hat die Polizei in Belgien einen Großeinsatz gestartet. Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga durchsuchten schwer bewaffnete Polizisten am Samstag mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Nach Angaben des Rundfunksenders RTBF wurde mindestens ein Mensch festgenommen. Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass der Einsatz in Verbindung mit den Anschlägen von Paris steht. Augenzeugen sollen dort allerdings am Freitagabend ein Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen beobachtet haben, das mit den Taten in Verbindung stehen könnte.

+++ 17.44 Uhr:  Zusammenhang mit Paris-Terror wird geprüft +++

Möglicherweise auf dem Weg nach Paris ist ein 51 Jahre alter Autofahrer vor gut einer Woche in Oberbayern mit einem umfangreichen Waffen-Arsenal aufgeflogen. Nun werde ein Zusammenhang mit der Terrorserie in der französischen Hauptstadt geprüft, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Samstag. Bei einer Kontrolle entdeckten Schleierfahnder der Polizei im Kleinwagen des Mannes unter anderem mehrere Kalaschnikow-Gewehre, Handgranaten sowie 200 Gramm TNT-Sprengstoff. Gegen den aus Montenegro stammenden Mann sei inzwischen Haftbefehl erlassen worden, teilte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) mit. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk über den spektakulären Fund berichtet. Aufgrund der Daten des Navigationssystems und des Handys gebe es „deutliche Hinweise, dass der Mann nach Frankreich wollte“, sagte Herrmann weiter.

Der 51-Jährige schweigt sich laut LKA aus. Ob der Mann eventuell mit der Anschlagsserie in Paris in Verbindung stehe, sei reine Spekulation, sagte der Sprecher weiter. „Waffenschmuggel ist ein gängiges Geschäft“, betonte er.

+++ 17.26 Uhr: Pariser Klimakonferenz wird stattfinden +++

Frankreich will die UN-Klimakonferenz nach der Terrorwelle nicht absagen. „Die (Klimakonferenz) COP21 wird stattfinden“, sagte der französische Außenminister Laurent Fabius am Samstag nach Angaben seines Ministeriums in Wien vor Journalisten. „Sie wird mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen stattfinden, aber sie ist eine absolut unentbehrliche Aktion gegen den Klimawandel, und natürlich wird sie stattfinden.“ Die UN-Klimakonferenz beginnt am 30. November und soll einen Weltklimavertrag aushandeln, der den Ausstoß von Treibhausgasen reduziert. Zum Auftakt werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama und Chinas Staatschef Xi Jinping.

+++ 17.24 Uhr: Einer der Terroristen könnte über Griechenland eingereist sein +++

Einer der mutmaßlichen Terroristen von Paris könnte Anfang Oktober als Flüchtling aus der Türkei nach Griechenland gekommen sein. „Der Inhaber des Passes, der an einem Tatort (in Paris) gefunden worden ist, war am 3. Oktober 2015 nach den Regelungen der EU auf der Insel Leros (als Flüchtling) registriert worden“, teilte das Ministerium für Bürgerschutz in Athen am Samstagabend mit. Das Ministerium wisse nicht, durch welche andere Länder der Inhaber des Passes weitergereist sei, hieß es. Die französischen Behörden hatten in der Nähe der Leiche eines der mutmaßlichen Terroristen einen syrischen Pass gefunden, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise berichtete.

+++ 17.14 Uhr: Die Orte der Terrorangriffe von Paris +++

Die Terroristen von Paris haben am Freitagabend nahezu zeitgleich an unterschiedlichen Orten in der französischen Hauptstadt zugeschlagen. Der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt François Molins sprach am Samstag von sechs Anschlagsorten. Das Stade de France liegt nördlich von Paris im Vorort Saint-Denis, die anderen Attacken ereigneten sich im Osten von Paris.

+++ 16.48 Uhr: Niederlande stoppen Flug nach Paris +++

Nach einer anonymen Drohung ist am Samstag auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol ein Passagierflugzeug der Air France kurz vor dem Start nach Paris gestoppt worden. Die Maschine sei von Sicherheitskräften durchsucht worden, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Zuvor hätten alle Passagiere den Airbus verlassen müssen. Das Panoramadeck des Flughafens sei aus Sicherheitsgründen geschlossen worden.

Die Drohung war laut Angaben des Grenzschutzes über Twitter eingegangen. „Das haben wir so ernst genommen, dass wir sicherheitshalber alle Passagiere von Bord geholt haben“, sagte ein Behördensprecher. Über das Ergebnis der Durchsuchung wurde zunächst nichts mitgeteilt. Laut ANP wurde in dem Tweet auch gewarnt, dass nach den Anschlägen in Paris die Flughäfen von Amsterdam und Brüssel Angriffsziele sein könnten.

+++ 16.37 Uhr: Todt sorgt für Unverständnis +++

FIA-Präsident Jean Todt hat mit unsensiblen Äußerungen in Frankreich für Unmut gesorgt. Auf die Frage nach einer Gedenkminute für die Opfer im Rahmen des Großen Preises der Formel 1 in Brasilien wies der Franzose auf eine ohnehin geplante Aktion hin: „Wir hatten bereits etwas zum Anlass des Tages der Erinnerung für die Opfer im Straßenverkehr geplant“ und führte aus: „Jeden Tag sterben 3500 Menschen auf den Straßen. Das sind dreißig Mal so viele Tote wie gestern in Paris. Und 50 Millionen Menschen werden im Jahr verletzt. Wir haben diese Schweigeminute beschlossen, natürlich können wir nicht ignorieren, was in Paris passiert ist.“ Die Schweigeminute vor dem Rennen am Sonntag sei daher nun für alle Opfer gedacht.

+++ 16.30 Uhr: De Maizière: Deutschland weiter im Fadenkreuz des Terrorismus +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Deutschland nach den Anschlägen von Paris weiter im Visier des internationalen Terrorismus. „Die Lage ist ernst. Jetzt gilt es, zusammenzustehen in Regierung und Parlament, in der Bevölkerung und in Europa“, sagte er am Samstag nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen Ministern zu Konsequenzen aus den Terrorattacken von Paris. „Auch Deutschland steht unverändert stark im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus.“

+++ 16.14 Uhr: Türkische Gemeinde verurteilt Anschläge +++

Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein trauert mit den Opfern und Hinterbliebenen und hat die Anschläge in Paris auf das Schärfste verurteilt. Europa müsse „in diesen schweren Stunden noch enger zusammenrücken und sich geschlossen auf die Werte besinnen, die unsere freiheitlich-demokratischen Gesellschaften ausmachen“, sagte der Landesvorsitzende Cebel Kücükkaraca. Und: "Wir dürfen keinesfalls der Angst erliegen, die unter uns gesät werden soll.“

+++ 16.00 Uhr: Polen will keine Flüchtlinge mehr aufnehmen +++

Die neue polnische Regierung will nach den Anschlägen von Paris keine Flüchtlinge im Rahmen des EU-Umverteilungsprogramms aufnehmen, kündigte der designierte Europaminister Konrad Szymanski an.  „Aber nach den tragischen Ereignissen von Paris sehen wir nicht die politische Möglichkeit, diesen zu respektieren.“

+++15.46 Uhr: Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in Skandinavien +++

Die skandinavischen Länder haben nach den Terroranschlägen von Paris am Samstag ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Der finnische Innenminister kündigte am Mittag an, dass die Kontrollen an Häfen und Flughäfen verschärft werden und Botschaften und Großveranstaltungen mehr Schutz bekommen. In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen bekam die französische Botschaft zusätzlichen Polizeischutz. Am Samstag legten Hunderte Menschen gegenüber dem Gebäude Blumen ab und sprachen dem Botschafter ihr Beileid aus. Die Besucher des EM-Qualifikationsspiels Dänemark-Schweden am Abend in Stockholm mussten mit zusätzlichen Sicherheitschecks rechnen. Die Spieler beider Mannschaften wollten Trauerbinden am Arm tragen, teilte die dänische Fußballunion mit.

+++ 15.24 Uhr: Französischer Generalkonsul zu Terrorserie +++

„Das, was wir in Paris erlebt haben, ist ein Krieg ohne Grenze, ein Krieg ohne Gnade.“

+++ 15.20 Uhr: Pariser Krankenhäuser versorgen nach Anschlägen 300 Menschen +++

Die Pariser Krankenhäuser haben nach der Terrorwelle 300 Menschen versorgt. 80 Opfer seien als akute Notfälle behandelt worden, teilte die Krankenhausverwaltung am Samstag mit. 43 Menschen wurden als Zeugen oder Angehörige von Opfern in Behandlung genommen. Bis zum frühen Nachmittag hätten 53 Menschen die Krankenhäuser bereits wieder verlassen können. Die Mehrheit der Betroffenen stehe unter Schock und litt unter Traumata, die eine längerfristige Versorgung nötig machen könnten.

+++ 15.15 Uhr: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland +++

Nach den Terroranschlägen in Paris sind in auch Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. Die Bundespolizei führte laut einem Sprecher wieder Kontrollen an der Grenze zu Frankreich ein und überprüfte mögliche Verdächtige in Flügen aus Frankreich und internationalen Zügen. CSU-Chef Horst Seehofer forderte erneut schärfere Grenzkontrollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Frankreich „jedwede“ Unterstützung zu.

Die Bundespolizei führte die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze bereits in der Nacht zum Sonnabend kurz nach den Anschlägen wieder ein. Ab dem Morgen verstärkte sie ihre Kontrollen auf den deutschen Flughäfen und in internationalen Zugverbindungen.

Kiel trauert mit Frankreich: Das Foto entstand in den Morgenstunden vor dem Haus von Jochen Sturm in Kiel-Schilksee.

Quelle:

+++ 14.58 Uhr: Mutmaßlicher Attentäter identifiziert +++

Einer der mutmaßlichen Attentäter in der Pariser Konzerthalle Bataclan ist identifiziert worden. Es handele sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war, hieß es am Sonnabend aus Ermittlerkreisen.

Hier sehen Sie Bilder vom Tag nach dem Anschlägen in Paris.

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+++14.45 Uhr: Länderspiel England-Frankreich findet statt +++

Trotz der Terroranschläge von Paris mit mehr als 120 Toten wird das Fußball-Länderspiel zwischen England und EM-Gastgeber Frankreich am Dienstag (21.00 Uhr) im Londoner Wembley-Stadion wie geplant stattfinden, so der französische Verband FFF am Sonnabend. „Nach Gesprächen mit dem englischen Verband FA, der uns versichert hat, dass es keine speziellen Risiken für eine Austragung gebe, haben wir uns entschieden zu spielen“, teilte ein FFF-Sprecher mit„, sollten die britischen Behörden jedoch zu einer neuen Einschätzung der Lage kommen, würden wir die Angelegenheit neu überlegen.“

Nach den Anschlägen wurden am Wochenende im Großraum Paris sämtliche Sportveranstaltungen abgesagt. Dies beschlossen die Sportverbände und die lokale Verwaltung. Auch öffentliche Orte wie Museen und Freizeitparks bleiben an diesem Wochenende geschlossen. Landesweit setzte zudem der französische Eishockeyverband sämtliche Spiele bis inklusive Sonntag aus.

+++14.42 Uhr: Eiffelturm bis auf Weiteres geschlossen +++

Der Eiffelturm bleibt nach Angaben der Betreibergesellschaft nach den Anschlägen von Paris bis auf Weiteres geschlossen. Schon kurz nach den ersten Nachrichten über die Anschläge am Freitagabend sei die Schließung des Eiffelturms angeordnet worden, sagte ein Sprecher.

Der Eiffelturm zwischen 15.000 und 20.000 Besucher am Tag, im vergangenen Jahr waren es insgesamt sieben Millionen. Der 324 Meter hohe Turm ist damit das am meisten besuchte Monument der Welt, in dem Eintritt verlangt wird.

+++ 14.35 Uhr: Innenminister Stefan Studt verurteilt Terroranschläge +++

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt hat sich angesichts der Terroranschläge von Paris erschüttert und tief betroffen gezeigt: "In diesen schweren Stunden sind die Gedanken in Frankreich. Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und den Menschen, die durch die schrecklichen Terroranschläge ihre Angehörigen verloren haben." Diese Taten seien nicht nur ein Angriff auf Einzelne: "Sie sind ein Angriff auf unser universelles Wertesystem. Gemeinsam werden wir die über Jahrhunderte hinweg mühsam errungene Freiheit mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen."

Die Gefährdungslage in Schleswig-Holstein sei wie in der Vergangenheit abstrakt. Derzeit lägen keine Erkenntnisse für eine konkrete Bedrohung vor. Die Sicherheitsbehörden des Landes arbeiteten eng vernetzt und stehen in ständigem Kontakt mit anderen Ländern und der Bundesebene. Polizeiliche Präsenzmaßnahmen sowie Maßnahmen des Staatsschutzes seien angepasst worden. Die Tatausführung in Frankreich spreche für eine organisierte und strukturierte Tätergruppe. In Schleswig-Holstein liegen laut Studt keine Erkenntnisse bezüglich entsprechender Tätergruppierungen vor. "Die Anschläge von Paris zeigen, dass wir wachsam bleiben und die notwendigen sicherheitspolitischen Maßnahmen treffen müssen, um Demokratie und Freiheit zu verteidigen", sagte Studt.

Das Innenministerium hat zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris bis auf Weiteres Halbmastbeflaggung für Dienstgebäude der Ministerien und des Landtags angeordnet.

+++ 14.33 Uhr: Italien verschärft nach Anschlägen in Paris Grenzkontrollen +++

Italien hat nach den Terroranschlägen von Paris seine Grenzkontrollen und Sicherheitsvorkehrungen im gesamten Land verschärft. „Wir haben zwei grundlegende Entscheidungen getroffen: eine Verstärkung der Kontrollen im Land und der Kontrollen an den Grenzen“, sagte Innenminister Angelino Alfano nach einem Treffen des Sicherheitsrates am Samstag in Rom. Insbesondere die Kontrollen an der Grenze zu Frankreich seien verschärft worden, erklärte er.

Die Alarmstufe innerhalb des ganzen Landes wurde zudem auf das zweithöchste Level angehoben, das auch den schnellen Einsatz von Sondereinsatzkräften des Militärs erlaubt. „Wir haben zudem ab sofort 700 Soldaten für Rom zur Verfügung gestellt“, sagte Alfano. Die Hauptstadt gilt wegen des Vatikans und des am 8. Dezember beginnenden Heiligen Jahres mit Millionen Pilgern als besonders gefährdet.

+++ 14.31 Uhr: Assad macht Frankreich für Anschläge von Paris mitverantwortlich +++

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat Frankreich für die Anschläge in Paris eine Mitschuld gegeben. Die „fehlgeleitete“ französische Politik unter anderem in Syrien habe „zur Verbreitung des Terrorismus“ beigetragen, sagte Assad am Sonnabend nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Sana. Dieser Terrorismus stehe auch hinter den Anschlägen von Paris.

„Die Frage, die heute in ganz Frankreich gestellt wird, ist, ob Frankreichs Politik der vergangenen fünf Jahre richtig war“, so Assad weiter. „Die Antwort ist ‘Nein'“. Er forderte Frankreichs Präsident François Hollande auf, seine Politik zu ändern. Assad äußerte sich laut Sana bei einem Treffen mit französischen Parlamentariern.

+++ 14.25 Uhr: Reaktionen der Nationalspieler zu den Anschlägen in Paris +++

Mats Hummels (Borussia Dortmund): „Zurück in Deutschland. Unglaublich, was gestern passiert ist. Diese Welt ist jetzt wirklich beschissen. Meine Gedanken sind bei denjenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben.“


Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund): „Wir sind sicher angekommen. Nach einer schockierenden Nacht sind unsere Gedanken bei all den Leuten, die von den Attacken betroffen sind.“

Andre Schürrle (VfL Wolfsburg): „Was für eine schreckliche Nacht. Meine Gedanken sind bei den Familien, die ihre Liebsten verloren haben.“

Mario Götze (Bayern München): „Unglaublich — was für eine Tragödie. Meine Gebete gelten den Opfern und ihren Familien.“

Toni Kroos (Real Madrid): „Was ist das für eine kranke Welt?“

+++ 14.12 Uhr: Erklärung der Nationalmannschaft: „Für uns alle ein Albtraum“ +++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das vom Terror überschattete Länderspiel gegen Frankreich in Paris (0:2) als „Albtraum für uns alle“ bezeichnet. „Wir haben uns auf das Stade de France gefreut, auf einen Fußballabend, der für uns alle in einem Albtraum endete“, schrieben die Spieler in einer Erklärung auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

„Wir sind nach Paris gekommen, um das zu tun, was uns alle verbindet. Fußball zu spielen, miteinander, gegeneinander, in Freundschaft. Um gemeinsam mit den Fans einen schönen Abend zu erleben, sportlich ehrgeizig, aber vor allem friedlich und fair“, hieß es weiter.

„Es war ein dumpfer Knall, der alles verändert hat. Und der die Bilder gebracht hat, die uns noch lange begleiten werden.“ Die Mannschaft habe in der Nacht im Stadion viel gegrübelt. „Wir haben uns gefragt, warum so etwas passieren kann? Wie so viel Unmenschlichkeit möglich ist? Antworten haben wir viele gefunden, aber keine, die diese feigen Anschläge erklären kann. Wir haben am Freitag ein Fußballspiel verloren — und es gibt nichts, was in diesem Moment unwichtiger war.“

+++ 14.02 Uhr: Schweigeminute in Frankreich am Montag +++

Frankreich will der Opfer der blutigen Terroranschläge am Montagmittag mit einer Schweigeminute gedenken. Die Flaggen sollen auf Halbmast gesetzt werden, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Umgebung des Premierministers Manuel Valls meldete. Zuvor hatte Präsident François Hollande bereits eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

+++ 13.50 Uhr: Nordkirche warnt vor Hetze nach Anschlägen in Paris +++

Die Anschläge in Paris sollten nach Ansicht der Nordkirche nicht missbraucht werden, um Hass gegen Flüchtlinge und Muslime zu schüren. „Die Stimme des Friedens und der Barmherzigkeit darf nicht verstummen“, sagte der Schweriner Landesbischof Gerhard Ulrich am Samstag. „Terror ist weder mit dem Islam noch mit Religion überhaupt zu rechtfertigen.“ Die Nordkirche reagierte mit Entsetzen und Trauer auf die Anschläge in Paris. „Wir sind erschüttert und nehmen Anteil an der Trauer der Menschen in unserem Nachbarland“, erklärte Ulrich.

+++ 13.42 Uhr: Terminal am Londoner Flughafen Gatwick evakuiert +++

Ein Terminal des Londoner Flughafens Gatwick ist am Samstagvormittag aus Sicherheitsgründen geräumt worden. Dies teilte der Flughafen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Wegen eines Vorfalls wurde das Nordterminal als Vorsichtsmaßnahme evakuiert“, hieß es. Der Sender BBC berichtete unter Berufung auf die Polizei von einem verdächtigen Paket. Unklar ist, ob der Vorfall in Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris steht.

+++ 13.41 Uhr: Syrischer Pass bei Attentäter gefunden +++

Bei einem der Attentäter von Paris ist ein syrischer Pass gefunden worden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstagnachmittag unter Berufung auf Polizeikreise.

+++ 13.36 Uhr: Al-Assad macht Westen für Terror mitverantwortlich +++

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat den Westen für die Ausbreitung des Terrors mitverantwortlich gemacht. Die Terrorangriffe vom Freitag seien untrennbar damit verbunden, was seit fünf Jahren in Syrien passiere, sagte Assad der amtlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge am Samstag bei einem Treffen mit einer Delegation französischer Politiker und Medienvertreter.

„Die fehlgeleitete Politik der westlichen Staaten, vor allem Frankreichs (…) haben zur Expansion des Terrorismus beigetragen“, sagte Assad. In Wien suchen derzeit die Außenminister und Vertreter aus 17 Staaten Auswege aus dem Bürgerkrieg in Syrien. Darunter sind die fünf UN-Vetomächte, Deutschland, der Iran und Saudi-Arabien. Die Rolle Assads ist ein Streitpunkt, westliche Länder fordern seinen Rücktritt.

+++ 13.16 Uhr: Kreuzfahrtpassagiere bleiben an Bord +++

Tausende Kreuzfahrt- und Fährpassagiere sind von den Auswirkungen der Anschläge in Paris betroffen. Die französischen Behörden hatten in der Nacht zum Sonntag die Kontrollen auch in allen Seehäfen des Landes verschärft.

+++ 13.07 Uhr: Facebook ermöglicht Sicherheitscheck +++

Paris-Besucher konnten ihren Freunden während der Terrorserie mit einer speziellen Facebook-Funktion mitteilen, ob sie in Sicherheit waren. Die Nutzer konnten sich auf einer eigens eingerichteten Seite als „sicher“ markieren und nach Bekannten suchen, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in der Nacht zum Samstag. Wer dank Ortungsdiensten etwa am Smartphone in der Krisenregion vermutet wurde, sollte von Facebook eine Benachrichtigung erhalten. Die Nutzer konnten auch ihre Freunde als sicher markieren. Ursprünglich hatte das US-Unternehmen die Funktion „Safety Check“ für Naturkatastrophen entworfen. Sie wurde unter anderem nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal im April eingesetzt.

+++ 13.00 Uhr: Papst: Anschläge von Paris „Teil“ des Dritten Weltkriegs +++

Papst Franziskus hat die Terroranschläge von Paris scharf verurteilt und den Hinterbliebenen sein Mitgefühl ausgesprochen. „Es gibt keine Rechtfertigung für solche Taten. Das ist nicht menschlich“, sagte der Argentinier dem Sender TV2000 der italienischen Bischofskonferenz am Samstag. Auf die Frage, ob damit der Dritte Weltkrieg in Stücken fortgesetzt werde, vor dem Franziskus bereits oft gewarnt hatte, sagte er: „Das ist ein Teil davon.“ Er sei bestürzt und bete für das französische Volk und die Familien der Opfer, ergänzte der Papst.

In einem Telegramm von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an den Erzbischof von Paris, Kardinal André Vingt-Trois, spricht der Papst den betroffenen Familien ebenfalls sein Mitgefühl aus. „Der Heilige Vater verurteilt erneut aufs Schärfste die Gewalt, die keine Probleme löst“, heißt es in dem am Samstag veröffentlichten Text. Der Pontifex nehme großen Anteil am Leid der betroffenen Familien und am Schmerz des französischen Volkes.

+++ 12.56 Uhr: Menschen strömen zur Blutspende +++

Die Blutspendezentren im Großraum Paris sehen sich nach den tödlichen Angriffen einem Andrang von Spendewilligen gegenüber. 19 Zentren hätten am Samstagmorgen geöffnet und alle seien „überlaufen durch den Zustrom an Parisern und Touristen, die spontan gekommen sind, um Blut zu spenden“, sagte Djamel Benomar vom französischen Blutspendedienst EFS der Nachrichtenagentur AFP.

+++ 12.40 Uhr: Russland fordert breite Koalition gegen Terror +++

Nach den Anschlägen von Paris hat Russland seine Forderung nach einer „Koalition der Gleichgesinnten“ gegen den internationalen Terror bekräftigt. „Politische Solidarität reicht nicht. Russland und der Westen müssen eine breite Militärkoordination bilden, um die Quellen des Extremismus zu liquidieren“, sagte der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow am Samstag in Moskau. Es gehe insbesondere um eine gemeinsame Strategie, den Islamischen Staat (IS) in seinem „Krieg gegen die Zivilisation“ in Syrien und im Irak zu stoppen, sagte der Abgeordnete der Agentur Interfax zufolge. Die Terrormiliz IS hat weite Teile Syriens und des Iraks erobert und dort ein Kalifat ausgerufen und versucht andere Staaten mit Anschlägen zu destabilisieren.

Auch Präsident Wladimir Putin rief zum gemeinsamen „Kampf gegen das Böse“ auf. „Diese Tragödie ist ein erneuter Beweis für die Barbarei des Terrors, der für die Zivilisation eine Herausforderung ist“, hieß es in einem Telegramm an Frankreichs Präsidenten François Hollande. Putin ordnete landesweit verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an. So lässt Verkehrsminister Maxim Sokolow die Verkehrswege intensiver bewachen. Vor der französischen Botschaft in Moskau legten Menschen aus Zeichen ihrer Anteilnahme Blumen nieder. Die Ereignisse in Paris wecken in Russland Erinnerungen an das Geiseldrama mit mehr als 170 Toten im Moskauer Musicaltheater „Nord-Ost“ Ende Oktober 2002.

+++ 12.31 Uhr: Flug-, Bahn- und Busverkehr aus Deutschland normal +++

Die verheerende Terrorserie in Paris hat nach Angaben von Fluggesellschaften, Bahn und Busunternehmen bisher keine Auswirkungen auf den Verkehr von Deutschland in die französische Hauptstadt. Die Lufthansa bietet samstags 18 Flüge zwischen München beziehungsweise Frankfurt und Paris an. Auch bei Germanwings sollte der Betrieb nach den Worten eines Sprechers normal laufen. Ein morgendlicher Flug von Düsseldorf nach Paris verspätete sich, weil sich mindestens ein Besatzungsmitglied krankgemeldet habe — aus welchen Gründen, sei nicht bekannt. Bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin blieben die Planungen zunächst unverändert. Der Verkehr der Deutschen Bahn nach Frankreich war ebenfalls nicht betroffen. Die Busse des größten deutschen Fernbusanbieters MeinFernbus/Flixbus fuhren am Samstag weiter ins Nachbarland.

+++ 12.30 Uhr: Bürger sollen Paris-Reisen absagen +++

Belgien hat seine Staatsbürger aufgefordert, alle nicht notwendigen Paris-Reisen vorerst abzusagen. Zudem kündigte Premierminister Charles Michel über den Kurznachrichtendienst Twitter schärfere Kontrollen bei öffentlichen Veranstaltungen an. Die Belgier sollten sich aber dennoch nicht von Angst vereinnahmen lassen, schrieb er am Samstag.

+++ 11.51 Uhr: IS bekennt sich zu Anschlägen +++

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung zu den Anschlägen von Paris bekannt. „Eine treue Gruppe der Armee des Kalifats […] griff die Hauptstadt der Unzucht und Laster an“, hieß es in einer im Internet kursierenden Botschaft im Namen des IS. Es seien Sprengstoffgürtel und Maschinenpistolen eingesetzt worden.

In dem Schreiben werden neue Drohungen ausgesprochen: Frankreich werde ganz oben auf der Liste der Ziele bleiben, heißt es darin. Zugleich wird indirekt auf die französischen Luftangriffe auf den IS verwiesen: Der Geruch des Todes werde ihre Nasen nicht verlassen, solange sie den Propheten beleidigten und Muslime im Land des Kalifats angriffen. Bei der Serie von Attentaten waren am späten Freitagabend in Paris mindestens 128 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

In Frankreich hatte ein Attentäter kurz nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar eine Polizistin sowie vier Juden in Paris getötet — in einem Internetvideo hatte er dem Anführer des Islamischer Staates, Abu Bakr al-Bagdadi, einen Treueeid geschworen. Sollten die Angriffe in Paris tatsächlich auf das Konto des Islamischen Staates gehen, wäre dies die erste koordinierte Attacke der Terrormiliz in der westlichen Welt.

Die französische Luftwaffe fliegt seit dem 27. September 2015 Luftangriffe auf Einrichtungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

+++ 11.48 Uhr: Gauck: Trauern mit Frankreich +++

Bundespräsident Joachim Gauck hat Frankreich nach den Attentaten von Paris seine tiefe Anteilnahme ausgesprochen und zugleich an die Verteidigungsbereitschaft der Demokratien appelliert. „Europa hat eine Nacht des Schreckens erlebt“, sagte das deutsche Staatsoberhaupt am Samstag in Berlin. Frankreichs Herz sei das Ziel von Menschenfeinden geworden. „Diese Trauer macht am Rhein nicht halt, sie hat uns alle erfasst“, sagte Gauck. „Selten habe ich so eine Nähe zu unseren französischen Nachbarn empfunden wie in dieser Nacht.“

Unzählige Deutsche seien in tiefem Schmerz mit den Menschen in Frankreich verbunden. „Wir Deutsche trauern mit den Familien der Getöteten, wir trauen mit Frankreich.“ Aber auch bei der Entschlossenheit un Verteidigungsbereitschaft im Kampf gegen den Terrorismus „stehen wir an der Seite Frankreichs“, sagte der Bundespräsident und betonte: „Aber die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben, diese Nacht wird nicht das letzte Wort haben.“

+++ 11.46 Uhr: Versammlungen nach Attentaten verboten +++

Der Polizeipräfektur von Paris hat für die französische Hauptstadt ein öffentliches Versammlungsverbot verhängt. Die Anordnung für den Großraum Paris auf Basis des von Präsident François Hollande verhängten Ausnahmezustandes gilt nach Angaben der Polizeipräfektur bis 12.00 Uhr am kommenden Donnerstag (19. November).

+++ 11.35 Uhr: Kauder: Anschläge treffen ins Herz +++

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder teilte am Sonnabend mit: „Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion trauert um die Opfer der entsetzlichen Terroranschläge von Paris. Wir sind zutiefst erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer, aber auch bei der gesamten französischen Nation. Wir bangen auch mit den vielen Verletzten. Wir stehen in tiefer Solidarität zu den Bürgerinnen und Bürgern von Paris und zu allen Franzosen. Wir teilen mit ihnen unsere Werte. Diese Anschläge treffen auch uns Deutsche ins Herz."

+++ 10.30 Uhr: Krisentreffen von Merkel und Ministern im Kanzleramt +++

Nach den Terroranschlägen von Paris will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Krisentreffen mit ihren zuständigen Ministern über mögliche Konsequenzen beraten. Das kündigte Merkel am Samstag an. Nach dpa-Informationen ist die Sitzung für 13.00 Uhr im Kanzleramt angesetzt. Daran sollen unter anderem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Innenminister Thomas de Maizière (CDU), der Chef des Bundeskanzleramtes, Peter Altmaier (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) teilnehmen. Gabriel sagte einen Redeauftritt bei einem SPD-Landesparteitag in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) ab, um nach Berlin zu kommen. Er gibt am Mittag um 12.30 Uhr in der Berlin Parteizentrale ein Statement ab.

De Maizière will am Samstag zudem mit den Vertretern der Sicherheitsbehörden des Bundes in Berlin über Konsequenzen aus den Attentaten beraten. Er werde seinen Auftritt beim Landesparteitag der CDU in Sachsen stark verkürzen und dann sofort in die Hauptstadt aufbrechen, teilte sein Ministerium auf Anfrage mit.

Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich am Samstagvormittag (11.30) in seinem Berliner Amtssitz Schloss Bellevue. Gegen 12.00 Uhr will sich das Staatsoberhaupt in der französischen Botschaft in Berlin in das dort ausgelegte Kondolenzbuch eintragen. Bereits in der Nacht hatte sich Gauck „tief erschüttert“ gezeigt über die Attentate, bei denen nach neuesten Angaben mindestens 128 Menschen starben. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, Ihren Angehörigen und dem französischen Volk.“

+++ 11.29 Uhr: Albig: Terroranschläge in Paris „unfassbar“ +++

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat die Terroranschläge von Paris als „unfassbar“ bezeichnet. „Ich bin tief erschüttert über die Anschläge in Paris, bei denen ganz offensichtlich einige Wahnsinnige so viele unschuldige Menschen getötet haben“, erklärte Albig am Samstag. „Mir fehlt die Vorstellungskraft, warum einige wenige so etwas tun und uns ihren Weg des Grauens und des Mordens aufzwingen wollen.“ Man müsse sich dem klar entgegenstellen und auch gegen Ängste wehren. „Die Menschen, die zu uns kommen, sind nicht die, die töten“, betonte Albig. „Diejenigen, die zu uns kommen, fliehen vor diesen Mördern.“

+++ 11.28 Uhr: Bundesweite Trauerbeflaggung +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat wegen der verheerenden Terrorattacken in Paris für diesen Samstag Trauerbeflaggung an den Bundesbehörden in Deutschland angeordnet. Dies geschehe als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität mit dem französischen Volk nach der abscheulichen Anschlagsserie, teilte das Bundesinnenministerium am Samstag in Berlin mit.

+++ 11.19 Uhr: Katharina Fegebank: „Anschlag auf Herz der Gesellschaft“ +++

Für Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) sind die Terroranschläge in Paris „Anschläge auf das Herz der freien und zivilisierten Gesellschaft“. „Aber dieses Herz schlägt dadurch nur noch lauter, und heute schlägt es auch bei uns in Hamburg nur für Paris“, erklärte Fegebank am Samstag in der Hansestadt. Bürgermeister und SPD-Vize Olaf Scholz, der auch Bevollmächtigter für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist, sollte am Samstag von einer China-Reise nach Hamburg zurückkehren. Von ihm war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen

+++ 11.18 Uhr: Hollande macht IS für Anschlagsserie verantwortlich +++

Präsident François Hollande hat den Islamischen Staat (IS) für die Anschlagsserie von Paris verantwortlich gemacht. Die Anschläge mit fast 130 Todesopfern seien ein „Kriegsakt“ einer „terroristischen Armee, dem IS“, sagte Hollande.

+++ 11.17 Uhr: Merkel sagt Teilnahme an CDU-Landesparteitag ab +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Teilnahme am Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern wegen der Terroranschläge in Paris abgesagt. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) erklärte am Samstag in Binz auf Rügen, die Anwesenheit der Kanzlerin in Berlin sei angesichts der aktuellen politischen Lage „unabdingbar“: „In dieser für uns Demokraten schwierigen Stunde müssen wir an der Seite von Frankreich stehen, um geschlossen gegen diese terroristischen Angreifer vorgehen zu können.“

+++ 11.01 Uhr: SPD-Vize Stegner: „Freiheit verteidigen!“ +++

SPD-Vize Ralf Stegner hat nach den Terroranschlägen von Paris dazu aufgerufen, die Freiheit zu verteidigen. „Furchtbare Terroranschläge von Paris mahnen dazu, dass es absolute Sicherheit nicht gibt“, twitterte Schleswig-Holsteins SPD-Landeschef am Samstag. „'Mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit', sagte Jens Stoltenberg nach dem Grauen von Utoya — das gilt auch heute!“


+++ 10.50 Uhr: FPD-Bundes-Vize Kubicki: „Das ist einfach krank“ +++

Mit Abscheu hat FDP-Bundes-Vize Wolfgang Kubicki auf die Terroranschläge von Paris reagiert. „Das hat nichts mehr mit Glauben zu tun, das ist einfach krank“, sagte der schleswig-holsteinische Landtagsfraktionschef am Samstag in Neumünster am Rande eines FDP-Landesparteitags. „Ich frage mich, was in Menschen vorgeht, die sich mit 20 oder 21 Jahren in die Luft sprengen.“ Er empfinde Trauer, aber auch Wut, weil die Opfer von Paris sich abends nur unterhalten wollten — in Restaurants, im Konzert oder beim Fußball-Länderspiel. „Ich habe aber auch die Gewissheit, dass Europa zusammenstehen (…) wird.“

+++ 10.44 Uhr: Syrienkonferenz im Zeichen des Terrors +++

Unter dem Eindruck der Terroranschläge in Frankreich hat am Samstag die Syrienkonferenz in Wien begonnen. Die Außenminister und Vertreter aus 17 Staaten wollen erneut erste Schritte für einen Ausweg aus dem Bürgerkrieg in Syrien suchen. Darunter sind die fünf UN-Vetomächte, Deutschland, der Iran und Saudi-Arabien. Angesichts der Anschläge seien die Sicherheitsvorkehrungen für das Treffen in Wien massiv verstärkt worden, sagte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz.  Vor Beginn der Tagung sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier, er hoffe auf Fortschritte insbesondere auf dem Feld der humanitären Hilfe. „Wir müssen davon ausgehen, dass etwa 4,5 Millionen Menschen in Syrien völlig ohne Hilfe zurecht kommen müssen.“ Ziel sei auch, einen Arbeitsprozess zu etablieren, der sich mit Fragen eines Waffenstillstands und der Gestaltung einer politischen Übergangsphase befasse.

+++ 10.35 Uhr: Disneyland Paris bleibt geschlossen +++

Das Disneyland Paris bleibt an diesem Samstag geschlossen. Der Vergnügungspark teilte auf seiner Homepage mit, dass diese Entscheidung vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in Frankreich und aus Solidarität mit den Opfern der Anschläge vom Freitagabend getroffen worden sei. „Unsere Gedanken und Gebete gelten allen, die von diesen schrecklichen Ereignissen betroffen sind“, hieß es.

+++ 10.30 Uhr: Nordkirche trauert mit den Opfern +++

Mit Entsetzen und Trauer hat die Nordkirche auf die schweren Terroranschläge reagiert. „Wir sind erschüttert und nehmen Anteil an der Trauer der Menschen in unserem Nachbarland“, sagte Landesbischof Gerhard Ulrich am Sonnabend. Während ihrer Beratungen gedachten die Mitglieder der Kirchenleitung in einer Andacht der zahlreichen Opfer. „Unsere Gebete gelten den Opfern und den Trauernden sowie den Hilfs- und Sicherheitskräften, die sich um sie kümmern.“

+++ 10.15 Uhr: Merkel: Wir weinen mit Ihnen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen in Frankreich nach dem Terror von Paris ihr Mitgefühl ausgesprochen und jede Art der Unterstützung angekündigt. „Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror“, sagte sie am Samstag in Berlin.

+++ 10.14 Uhr: DFB-Team zurück in Frankfurt +++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist am Samstag sicher nach Deutschland zurückgekehrt. Die Mannschaft landete am Morgen nach dem Länderspiel gegen Frankreich (0:2) um kurz vor 10.00 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen.

+++ 10.13 Uhr: Arabische Regierungen verurteilen Terror +++

Regierungen der arabischen Welt haben die Terroranschläge von Paris verurteilt. „Ägypten betont seine Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus, der keine Grenzen oder Religion kennt“, sagte der Präsident des bevölkerungsreichsten arabischen Landes Ägypten, Abdel Fattah al-Sisi, am Samstag.

Das Außenministerium von Saudi-Arabien forderte, den Anti-Terror-Einsatz zu verdoppeln. Ein Regierungssprecher Jordaniens sagte, das Königreich stehe an der Seite der Franzosen „gegen diese blutigen und mutwilligen Akte der Aggression“. Auch der Emir von Kuwait, Scheich Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah, sprach Frankreich in einem Telegramm sein Beileid aus.

Alle vier Länder gelten als Verbündete des Westens im Kampf gegen den Terror.

+++ 10.06 Uhr: Kerzen vor dem Generalkonsulat in Hamburg +++

Nach den Terroranschlägen in Paris haben Menschen vor dem Generalkonsulat der Französischen Republik in Hamburg Kerzen aufgestellt. Eine Fahne an dem Gebäude war auf Halbmast gesetzt - allerdings hing das noch mit dem Tod von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) zusammen. Ein Mann wartete am Samstagmorgen vor dem Generalkonsulat auf seinen Französischkurs. „Es tut richtig weh, man hat Mitleid“, sagte er angesichts der vielen Toten und Verletzten in Frankreich.

Hier sehen Sie Bilder vom Tag nach dem Anschlägen in Paris.

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+++ 10.04 Uhr: Zahl der Toten korrigiert +++

Die Zahl der Toten bei der Anschlagsserie in Paris ist auf 127 gestiegen. Es gebe außerdem 180 Verletzte, von denen 80 sich in einem besonders dramatischen Zustand befänden, sagten Polizeivertreter am Samstagmorgen.

+++ 9.39 Uhr: Papst: „Angriff auf den Frieden“ +++

Papst Franziskus hat bestürzt und tief betroffen auf die Terroranschläge von Paris reagiert. „Wir sind erschüttert von dieser neuen Demonstration irrsinniger terroristischer Gewalt und des Hasses, die wir gemeinsam mit dem Papst auf die radikal möglichste Art und Weise verurteilen“, sagte Papst-Sprecher Federico Lombardi am Samstagmorgen laut Radio Vatikan. „Wir beten für die Opfer und für das gesamte französische Volk“, ergänzte er. „Es handelt sich um einen Angriff auf den Frieden der gesamten Menschheit, der eine entschlossene uns solidarische Reaktion von uns allen verlangt.“

+++ 9.35 Uhr: Paris lässt nahezu alle Einrichtungen geschlossen +++

In Paris bleiben nach der Anschlagsserie praktisch alle Einrichtungen der Stadt am Samstag geschlossen. Das teilte die Hauptstadt Frankreichs auf ihrer Homepage mit. Betroffen sind unter anderem Museen, Bibliotheken, Sporthallen oder auch Schwimmbäder.

+++ 9.26 Uhr: Erdogan: Wir teilen den Schmerz +++

Der türkische Staatspräsident und G20-Gastgeber Recep Tayyip Erdogan hat die Anschlagserie von Paris verurteilt. Erdogan sprach sich vor dem G20-Gipfel in Belek bei Antalya für einen internationalen Konsens im Kampf gegen Terrorismus aus, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Türkei hat das Terrorismus-Thema auf die Tagesordnung des G20-Gipfels wichtiger Industrie- und Schwellenländer gesetzt, der am Sonntag und Montag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. 12 000 Sicherheitskräfte sind zum Schutz der 13 000 Teilnehmer im Einsatz.

Erdogan sagte, die Türkei kenne Terrorismus und seine Auswirkungen aus eigener Erfahrung. „Wir teilen den Schmerz sowohl von Präsident (François) Hollande und des französischen Volkes.“ Erdogan forderte, Terrorismus müsse universell verurteilt werden. Die Logik „mein Terrorist ist gut, Deiner ist schlecht“ dürfe nicht mehr gelten. „Terrorismus hat keine Religion, keine Nation, keine Rasse, kein Vaterland.“ Hollande hat wegen der Anschlagsserie in Paris seine Teilnahme am G20-Gipfel abgesagt.

+++ 9.21 Uhr: Sitzung des Sicherheitskabinetts hat begonnen +++

Nach der Terrorserie in Paris hat Frankreichs Präsident François Hollande am Samstagvormittag die Mitglieder seines Sicherheitskabinetts zu einer Sitzung im Élyseepalast empfangen. Das Treffen begann kurz nach 09.00 Uhr. Neben den Ministern und Ministerinnen nahmen auch die ranghöchsten Vertreter der Sicherheitsbehörden teil.

+++ 9.07 Uhr: Polen verurteilt Anschläge von Paris als „Akt der Barbarei“ +++

Polen hat die Terroranschläge von Paris als „Akt der Barbarei in einem noch nicht dagewesenen Maß“ verurteilt. In einer am Samstag vom Warschauer Außenministerium veröffentlichten Stellungnahme hieß es, Polen sei tief erschüttert von der Anschlagserie am Freitagabend. „In diesen schwierigen Momenten sind unsere Gedanken bei denen, die unter den Anschlägen gelitten haben, und bei allen Einwohnern von Paris und Frankreich.“

+++ 9.04 Uhr: Bundesliga-Clubs reagieren geschockt +++

Die Vereine der Fußball-Bundesliga haben mit großer Bestürzung auf die Terrorattacken in Paris reagiert. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Anschläge in Paris und ihren Angehörigen. #PrayforParis“, schrieb der deutsche Meister FC Bayern München am Samstagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter. „Ergebnis unwichtig. An alle in #Paris: Passt bitte auf Euch auf. Unsere Gedanken sind bei den Opfern“, twitterte Borussia Dortmund nach der 0:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft in Frankreich.


Fast alle Clubs äußerten in sozialen Netzwerken ihre Sorge und Betroffenheit. „Wenn Fußball so unwichtig ist — Hertha BSC trauert mit den Franzosen!“, hieß es aus Berlin. Hannover 96 twitterte: „#NiemalsAllein: Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer von #Paris.“, von Borussia Mönchengladbach kam die Kurznachricht: „Heute rückt der Fußball in den Hintergrund. Wir trauern um alle Opfer in Paris und wünschen den Angehörigen viel Kraft.“ Clubs wie der FC Schalke 04, der Hamburger SV oder der 1. FC Köln schrieben nach den Angriffen mit mindestens 120 Toten: „#PrayForParis“.


+++ 8.55 Uhr: Xi Jinping verurteilt „barbarische Terrorakte“ +++

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat die blutigen Anschläge in Paris als „barbarische Terrorakte“ scharf verurteilt. Der Präsident, der am Samstag von Peking zum G20-Gipfel im türkischen Küstenort Belek nahe Antalya abflog, sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein tiefes Beileid aus. Xi Jinping sagte nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag, China wolle eng mit der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen Terrorismus zusammenarbeiten.

+++ 8.25 Uhr: Krankenhäuser leiten „Plan blanc“ ein +++

Die öffentlichen Krankenhäuser in Paris haben nach den Terrorattacken vom Freitagabend nach Medienberichten den sogenannten „Plan blanc“ eingeleitet. Wie die Zeitung „Le Monde“ auf ihrer Homepage am Samstagmorgen schrieb, wurden alle Hospitäler in Alarmbereitschaft versetzt. Dasselbe gelte für Notfalldienste und alle weiteren öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Den „weißen Plan“ gibt es seit 2004, er tritt nur in Ausnahmesituationen in Kraft.

+++ 8.23 Uhr: DFB-Team reist ab +++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft reist vorzeitig aus der französischen Hauptstadt ab. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Anfrage. Die Mannschaft habe nach dem Länderspiel gegen Frankreich (0:2) in St. Denis bis zum Morgen im Stade de France ausgeharrt und sei von dort direkt zum Flughafen gebracht worden. „Ich kann bestätigen, dass die Mannschaft jetzt gerade in den Flieger steigt und nach Frankfurt fliegt“, sagte der DFB-Sicherheitsbeauftrate Hendrik Große Lefert.

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Aus Sicherheitsgründen mussten sich die Zuschauer zunächst in den Innenraum des Stadions begeben.

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+++ 8.00 Uhr: Iran verurteilt Terrorangriffe in Paris +++

Der Iran hat die Terrorangriffe in Paris scharf verurteilt und seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus erklärt. Präsident Hassan Ruhani schrieb am Samstag an seinen französischen Amtskollegen François Hollande: „Im Namen des iranischen Volkes verurteile ich diese unmenschliche Tat.“ Das schreckliche Ereignis habe nur eine Botschaft: Alle Staaten müssen gemeinsam den Terrorismus und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen. Seinen für Montag geplanten Besuch in Paris sagte Ruhani ab, genauso wie die für diesen Samstag geplante Reise nach Italien und das Treffen mit dem Papst im Vatikan.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte: „Unsere Gedanken sind in erster Linie bei den Opfern dieses Terroranschlags, deren Angehörigen, dem Volk und der französischen Regierung.“ Die Ereignisse in Paris hätten erneut bewiesen, dass der Terrorismus keine Grenzen mehr kenne und im Rahmen einer globalen Zusammenarbeit bekämpft werden müsse. Der Iran sei bereit, an diesem Kampf mitzuwirken.

+++ 7.46 Uhr: Vorerst keine Auswirkungen auf Flugverkehr nach Paris +++

Die verheerende Terrorserie in Paris hat nach Angaben von Airlines zunächst keine Auswirkungen auf den Flugverkehr von Deutschland in die französische Hauptstadt. „Alle Flüge sind planmäßig vorgesehen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Samstagmorgen in Berlin. Die Frage, ob es zu Auswirkungen auf den Flugbetrieb kommt, hänge davon ab, welche konkreten Maßnahmen die französischen Behörden noch ergreifen. Die Lufthansa hat samstags 18 Flüge zwischen München beziehungsweise Frankfurt und Paris.

Auch bei Germanwings sollte der Flugbetrieb nach den Worten eines Sprechers normal laufen. Ein morgendlicher Flug von Düsseldorf nach Paris verspätete sich allerdings, weil sich mindestens ein Besatzungsmitglied krankgemeldet habe. Aus welchen Gründen, sei nicht bekannt.

Mehrere Explosionen, eine Schießerei und eine Geiselnahme hält die französische Hauptstadt in Atem. Hier sehen Sie Bilder von den Anschlägen.

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+++ 7.20 Uhr: Noch keine Gewissheit über deutsche Opfer in Paris +++

Das Außenministerium in Berlin hat noch keine Gewissheit, ob unter den Opfern der Terroranschläge von Paris auch deutsche Opfer sind. „Das Auswärtige Amt hat noch am Abend einen Krisenstab eingerichtet, der mit der Botschaft Paris und den französischen Behörden die ganze Nacht über in Kontakt stand“, sagte ein Sprecher am Samstagmorgen in Berlin. Die nächste Sitzung des Krisenstabes sei für den Vormittag geplant.

+++ 5.10 Uhr: U2 sagen Konzert in Paris ab +++

Nach der verheerenden Terrorserie in Paris hat die Band U2 ein für Samstag geplantes Konzert in der französischen Hauptstadt abgesagt. „Mit Fassungslosigkeit und schockiert haben wir die sich entwickelnden Ereignisse in Paris verfolgt“, hieß es auf der Internetseite der Gruppe. „Wir sind am Boden zerstört angesichts der Toten beim Eagles-of-Death-Metal-Konzert.“ Wegen des andauernden Ausnahmezustands in Frankreich werde das Konzert daher nicht wie geplant stattfinden. Die Band sei aber entschlossen, es nachzuholen.

+++ 4.42 Uhr: Mindestens acht tote Terroristen +++

Bei der Terrorserie in Paris sind nach neuen Angaben mindestens acht Attentäter ums Leben gekommen. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf Ermittler. Die meisten Angreifer sollen sich nach dem Überfall auf die Konzerthalle „Bataclan“ oder bei den Anschlägen in der Nähe des Stadions Stade de France selbst in die Luft gesprengt haben.

+++ 4.38 Uhr: Politiker und Prominente reagieren geschockt +++

US-Präsident Barack Obama war einer der ersten, der sich nach der Angriffsserie vom Freitagabend äußerte: „Das ist nicht nur ein Angriff auf die Menschen in Frankreich. Sondern dies ist ein Angriff auf die ganze Menschheit und unsere universellen Werte“, sagte er in Washington. Zugleich bot er die Hilfe der USA an, um „die Terroristen vor Gericht zu bringen“.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die „verachtenswerten Terroranschläge“ und versicherte, an der Seite der französischen Regierung und des französischen Volkes zu stehen. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der „tief geschockt“ war, brachte auf Twitter seine „volle Solidarität mit dem Volk Frankreichs“ zum Ausdruck. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, „der Terrorismus wir nie die Demokratie besiegen“.

Prominente haben weltweit erschüttert auf die Terrorwelle von Paris reagiert. US-Sängerin Katy Perry twitterte: „Leute, es ist Zeit, für Paris zu beten.“ Der britische Moderator Piers Morgan schrieb auf dem Kurznachrichtendienst: „Paris ist die schönste Stadt der Welt. Lasst nicht zu, dass diese Bastarde es in die Unterjochung morden.“ Juliette Lewis schrieb auf dem sozialen Netzwerk Instagram, die Meldungen seien furchteinflößend. Der britische Unternehmer Richard Branson äußerte sich tieftraurig: „Die Gedanken sind bei den Opfern und ihren Lieben.“

Auch bekannte Sportler reagierten betroffen. Schalke-04-Spieler Kevin-Prince Boateng twitterte: „Verdammt, wir leben in einer Welt aus den Fugen!!! Lasst uns beten für die Menschen in Paris.!!!“ Das versah er mit dem Hashtag „geschockt“. US-Basketball-Star LeBron James twitterte: „Ich kann nicht anders als an die Tragödie von Paris zu denken! Mein Gott, was ist mit Menschen los.“

Oliver Pocher twitterte: „Dt. Fussballfans, die gerade in Paris sind und nicht wissen, wohin, twittert und sucht #porteouverte Es gibt Menschen, die Euch aufnehmen.“ Christina Stürmer schrieb: „Sprachlos! Meine Gedanken sind in Paris…“

+++ 4.20 Uhr: Berliner trauern um die Opfer des Terrors +++

Mit Trauer und Anteilnahme haben viele Berliner in der Nacht auf die Terroranschläge von Paris reagiert. Die Polizei verstärkte ihre Präsenz auf den Straßen der Stadt und fuhr mit Streifenwagen vor bekannten französischen Einrichtungen vor. „Bis jetzt gab es keine Einsätze, die mit den Ereignissen in Paris zu tun haben“, sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Samstagmorgen.

Dutzende Trauernde kamen vor der französischen Botschaft am Pariser Platz zusammen. „Eine deutsch-französische Familie legte vor dem Gebäude Blumen nieder und zündete eine Kerze an“, berichtete ein dpa-Reporter. Polizisten sprachen die Familie an und baten die Trauernden, den Umkreis der Botschaft zu verlassen. Dann hätten die Polizisten Zäune aufgebaut. Die Menschen gingen mit ihren Blumen auf den Pariser Platz.

Die Polizei verstärkte schon kurz nach den Anschlägen ihre Sicherheitsvorkehrungen vor der Botschaft in der Mitte Berlins. „Die Beamten sind nicht nur am Pariser Platz, sie sind auch an anderen relevanten Einrichtungen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Zudem patrouillierten mehr Streifenpolizisten auf den Straßen, hieß es.

+++ 3.55 Uhr: IS-Anhänger bejubeln auf Twitter Terrorserie +++

Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und anderer extremistischer Gruppen haben die neue Terrorserie in Paris auf Twitter bejubelt. „Nach den französischen Verbrechen in Mali und der Bombardierung in Syrien und im Irak hat der Kampf jetzt begonnen“, hieß es am Samstagmorgen in einem Tweet. Ein anderer Twitterer schrieb auf Englisch: „Nehmt einen Schluck von dem, was Muslime in Syrien und Irak jeden Tag erleben.“

Andere Sympathisanten drückten ihre Hoffnung aus, dass sich der IS zu den Anschlägen bekennt. Eine offizielle Erklärung der Miliz oder anderer Dschihadisten zu der Anschlagsserie gab es jedoch zunächst nicht. Der IS hatte Mitte März in einer Audiobotschaft mit Anschlägen in Washington, London, Paris und Rom gedroht.

Viele IS-Anhänger zitierten auch die im Internet seit längerem bekannte Drohformel „Der Kampf wird inmitten deines Hauses sein“. Ein Twitterer schrieb: „Jetzt versteht Frankreich, was das bedeutet.“ Viele IS-Anhänger nutzten auch den arabischen Hashtag „Paris brennt“. Allerdings wurde er schnell von Gegnern der Extremisten übernommen, die ihre Abscheu über den IS und die Terrorserie ausdrückten.

+++ 3.08 Uhr: Pariser Bürgermeisterin ruft zur Einheit auf +++

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat ihre Mitbürger nach der Terrorwelle in der französischen Hauptstadt zur Einheit aufgerufen. „Wir sind aufrecht, wir sind vereint“, schrieb sie am frühen Samstagmorgen auf Twitter. „Angesichts dieser unsäglichen barbarischen Akte, die mehrere Dutzend Tote gefordert haben, ist Paris im Herzen getroffen.“

+++ 3.05 Uhr: New York leuchtet für Paris blau-weiß-rot +++

Aus Solidarität mit Paris leuchtet New York blau-weiß-rot. Mehrere Gebäude änderten am späten Freitagabend (Ortszeit) spontan ihre Beleuchtung und strahlten in den Farben der französischen Nationalflagge. Darunter war auch das One World Trade Center. Der auch Freedom Tower genannte Turm steht an der Stelle der am 11. September 2001 bei einem islamistischen Anschlag zerstörten Türme des World Trade Centers.

Unwahr ist allerdings die Behauptung, das Empire State Building habe seine Beleuchtung geändert. Der Turm strahlte wie im Kalender vorgesehen in weiß. Auf Twitter verbreitete Fotos waren alt und hatten zudem einen Schönheitsfehler: Darauf war die Spitze nicht blau-weiß-rot, sondern rot-weiß-blau — den Nationalfarben der USA.

+++ 2.57 Uhr: Augenzeugen berichten über chaotische Szenen +++

Im Pariser Osten hat es nach den Terrorattacken chaotische Szenen gegeben. Der Geschäftsführer eines Restaurants im zehnten Stadtbezirk berichtete dem Sender France Info am frühen Samstagmorgen, Gäste seien nach Explosionen auf der Straße in sein Lokal geflüchtet, um sich dort zu schützen. Eine Anwohnerin desselben Bezirks berichtete, sie habe mindestens 20 Explosionen gehört. „Mehrere Verletzte lagen auf dem Boden. Ein junger Mann hat sein Leben verloren. (…) Es war fürchterlich.“

+++ 2.47 Uhr: Deutsche Behörden analysieren Sicherheitslage +++

Deutsche Sicherheitsbehörden analysieren nach den Attentaten mit mehr als 100 Toten in Paris die Gefährdungslage in der Bundesrepublik. „Deutschland steht unverändert im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus“, erklärte das Bundesinnenministerium am frühen Samstagmorgen in Berlin. Die Sicherheitsbehörden stünden mit den französischen Sicherheitsbehörden im engen Austausch. Innenminister Thomas de Maizière habe seinem französischem Amtskollegen jegliche Unterstützung angeboten — darunter war auch Hilfe durch deutsche Spezialkräfte.

+++ 2.12 Uhr: Formel 1 bekundet Mitgefühl +++

Nach dem Terrorangriff von Paris hat die Formel 1 ihr Mitgefühl mit den Opfern und Hinterbliebenen bekundet. „Ich bete für alle, die in Paris betroffen sind“, schrieb Weltmeister Lewis Hamilton in der Nacht zu Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg zeigte sich ebenso erschüttert. „Sprachlos über die Tragödie in Frankreich. Meine Gedanken sind mit euch“, teilte Rosberg am Rande des Grand Prix von Brasilien in São Paulo mit. „Ich bin im Herzen bei jenen, die von dieser schrecklichen Tragödie betroffen sind“, schrieb der ehemalige Formel-1-Weltmeister Jenson Button.


+++ 2.00 Uhr: Angaben zu Opferzahlen schwanken +++

Die genaue Zahl der Opfer bei den verschiedenen Terrorangriffen in Paris ist weiter unklar. Nach Berichten von France Info wurden mindestens 118 Menschen getötet, etwa 90 Opfer gab es demnach im Club „Bataclan“. „Le Monde“ und der Sender BFMTV melden 112 Tote, 70 davon in dem Konzertsaal. Der stellvertretende Pariser Bürgermeister Patrick Klugman schrieb auf Twitter von 118 Todesopfern. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf Ermittler von mindestens 120 Toten.

+++ 2.00 Uhr: De Maizière bietet Paris Hilfe durch Spezialkräfte an +++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat der französischen Regierung nach den blutigen Attentaten von Paris Hilfe durch deutsche Spezialkräfte angeboten. „Wir sind mit unseren Gedanken bei unseren französischen Freunden und den Familien der Opfer“, erklärte der Minister am frühen Samstagmorgen in Berlin. Er stehe in engem Kontakt mit seinem französischen Amtskollegen und habe ihm die entsprechende Hilfe angeboten. Über eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland nach den Attacke war zunächst nichts bekannt.

+++ 1.54 Uhr: UN-Sicherheitsrat verurteilt Terrorserie +++

Die Mitglieder der UN-Sicherheitsrats haben die Terrorangriffe in Paris auf das Schärfste verurteilt. In einer Mitteilung sprachen sie in der Nacht auf Samstag von barbarischen und feigen Anschlägen. Die Verantwortlichen müssten rasch vor Gericht gebracht werden. Die Mitglieder der UN-Sicherheitsrats kondolierten zudem den Opferfamilien. Bei einer Anschlagserie in der französischen Hauptstadt waren zuvor mindestens 60 Menschen getötet worden.

+++ 0.44 Uhr: Merkel erschüttert über Attacken +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich entsetzt über die Attacken von Paris mit Dutzenden Toten geäußert. „Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen“, erklärte Merkel am frühen Samstagmorgen in Berlin. „Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris.“

Die Bundesregierung stehe in Kontakt mit der französischen Regierung und habe ihr die Anteilnahme und Solidarität der Menschen in Deutschland übermittelt. Merkel will sich um 9.00 Uhr im Kanzleramt zu den Vorgängen in der französischen Hauptstadt äußern.

Kanzleramtschef Peter Altmaier, einer der engsten Vertrauten von Merkel, twitterte am Abend: „Wir weinen um die unschuldigen Toten von Paris. Aber wir werden uns niemals beugen dem Hass, dem Fanatismus und der Gewalt!“ Die Linke-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht schrieb auf Twitter: „Ich bin tief erschüttert über die furchtbaren Anschläge in #Paris. Meine Gedanken sind bei den Opfern und den Menschen in Frankreich.“


+++ 0.40 Uhr: U-Bahn- und Busverkehr im Pariser Osten unterbrochen +++

Aus Sorge vor weiteren Anschlägen in Paris werden fünf Linien der Untergrundbahn geschlossen. Dies teilte die Polizei in der Nacht zum Samstag mit. Betroffen sind die Metro-Linien 3, 5, 8, 9 und 11, die durch die Stadtviertel führen, in denen sich Tatorte befinden. Auch der Busverkehr wurde unterbrochen.

+++ 0.16 Uhr: Moskau verurteilt „unmenschliche Taten“ +++

Russland hat sich schockiert über die Anschläge in der französischen Hauptstadt Paris mit vielen Toten geäußert. „Wir verurteilen diese unmenschlichen Taten zutiefst und sind bereit, jede erdenkliche Hilfe bei der Untersuchung dieser terroristischen Verbrechen zu gewähren“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am späten Freitagabend in Moskau. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach von „furchtbaren Ereignissen“ in Paris. Russland teile den Schmerz Frankreichs. Sie sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen, betonte Sacharowa russischen Agenturen zufolge.

+++ 0.14 Uhr: EU-Spitze schockiert +++

Spitzenpolitiker der Europäischen Union haben Frankreich nach der Anschlagsserie mit mehreren Toten in Paris ihre Solidarität ausgedrückt. „Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer, unsere Unterstützung gilt den Behörden“, schrieb EU-Parlamentspräsident Martin Schulz am späten Freitagabend bei Twitter. EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb, er verfolge die Berichte über die Anschläge mit Entsetzen.


+++ 0.07 Uhr: Pariser sollen nicht auf Straße gehen +++

Die Stadt Paris hat wegen der Anschlagsserie mit zahlreichen Toten alle Bewohner aufgerufen, nicht auf die Straße zu gehen. „Wir bitten Sie, die eigenen vier Wände nicht zu verlassen und auf Anweisungen der Polizei zu warten“, hieß es am späten Freitagabend auf dem Twitter-Account der Stadt. Die Polizei empfehle, jede laufende Veranstaltung zu unterbrechen, hieß es weiter. Einrichtungen mit Besuchern sollten die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen und Hilfsbedürftige aufnehmen.

+++ 23.50 Uhr: Cameron schockiert über Anschläge +++

Der britische Premierminister David Cameron hat sich schockiert über die Anschläge in Paris mit vielen Toten geäußert. Zugleich bot er Hilfe an. Großbritannien werde tun, „was immer wir tun können, um zu helfen“, sagte er am Freitagabend. Er sei in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.

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Mindestens 129 Tote in Paris
Foto: Bei der Terrorserie in Paris sind nach neuen offiziellen Angaben mindestens 129 Menschen getötet worden. Diese Zahl sei angesichts der vielen Schwerverletzten allerdings vorläufig, sagte Staatsanwalt François Molins am Sonnabend.

Die blutigste Terrorserie in Europa seit gut zehn Jahren schockiert die Welt. Die Anschläge von Paris mit mehr als 120 Toten gehen wohl aufs Konto des Islamischen Staats. Eine Spur führt nach Belgien.

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