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Schweden und die Niederlande rücken enger zusammen

Marinerüstung Schweden und die Niederlande rücken enger zusammen

Bei der Ausrüstung ihrer Seestreitkräfte rücken Schweden und die Niederlande enger zusammen. Mit dem Bau von zwei Schleppern haben beide Länder jetzt ein erstes Projekt erfolgreich absolviert. Am Montag werden in der schwedischen Marinebasis Karlskrona die Neubauten „Hector“ und „Hercules“ erwartet.

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Die Schlepper "Hercules" und "Hector" entstanden in einer Kooperation zwischen den Niederlanden und Schweden.

Quelle: Frank Behling

Karlskrona. Sie gehören zum Schlepper-Typ „Damen ASD-Tug3010Ice“ und sind Teil des schwedisch-niederländischen Neubauprojekts über fünf Schlepper. Während die ersten beiden Schiffe der Serie an Schweden gingen, folgen drei weitere Damen-Bauten für die niederländische Marine. Die Konstruktion erfolgte in enger Abstimmung zwischen der niederländischen Rüstungsbehörde Defence Material Organisation of the Royal Netherlands Navy und dem schwedischen Rüstungsamt Swedish Forsvarets Materielverk (FMV).

Die Kooperation zwischen beiden Ländern soll auch auf den U-Bootbereich ausgedehnt werden. Derzeit arbeiten die Damen Werft und der schwedische Rüstungskonzern Saab mit der Kockums Werft an neuen U-Boottypen. Im Fokus steht die Erneuerung der schwedischen und niederländischen U-Boote. Kockums war im Juli 2014 für 37 Millionen Euro von der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems an Saab verkauft worden. Seitdem versucht Saab mit Kockums eine U-Boot-Fertigung aufzubauen. Das Abkommen mit der Damen Werft ist ein erster Erfolg für die Schweden, die damit zum Konkurrenten der Kieler U-Bootwerft TKMS werden.

Unterschiedliche Rumpfvarianten nach Einsatz

Das Schlepper-Geschäft ist so etwas wie ein Pilotprojekt bei der niederländisch-schwedischen Zusammenarbeit. Die niederländischen Schlepper bekommen einen Hybrid-Antrieb mit einem Mix aus Diesel- und Elektromotoren und großen Batterien. Für den Hafenbetrieb mit langsamer Fahrt von bis zu fünf Knoten können die Schlepper komplett ohne Verbrennungsmotoren auskommen. Dafür werden Batteriepacks mit einer Leistung von 100 Kilowattstunden in den Rumpf eingebaut. Während der Liegezeiten werden die Batterien über eine Landstromversorgung aufgeladen.

Die schwedischen Schlepper sollen außerdem auch im Eis eingesetzt werden können, etwa bei der Begleitung von Marineschiffen im Winter auf der Ostsee, deshalb wurde der Typ ASD3010Ice gewählt, der einen verstärkten Rumpf hat. Die Niederländer bekommen den Schleppertyp ASD2810, der von der Reederei Smit bereits seit November 2011 in den Häfen Rotterdam und Amsterdam in einer Hybrid-Variante erprobt wurde. Die niederländischen Reedereien Iskes (Amsterdam) und Smit (Rotterdam) setzen die Schlepper inzwischen ein. Die Kosten pro Schlepper sollen bei weniger als zehn Millionen Euro liegen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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