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Selbstmordanschlag an heiliger Stätte des Islam

Medina Selbstmordanschlag an heiliger Stätte des Islam

Drei mutmaßliche Selbstmordanschläge an einem Tag in Saudi-Arabien, davon einer in Medina beim Grab des Propheten Mohamed. Nach dem schrecklichen Anschlag in Bagdad drängt sich eine beunruhigende Vermutung auf.

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Der Komplex der Prophetenmoschee in Medina ist die zweitheiligste Stätte des Islam und wurde jetzt offenbar Ziel eines Selbstmordanschlags.

Quelle: Mike Nelson/dpa

Medina. Die Moschee mit dem Grab des Propheten Mohamed in Saudi-Arabien ist Medienberichten zufolge am Montag Ziel eines Selbstmordanschlags geworden. Der Attentäter habe sich während des Fastenbrechens bei einem Gebäude der Sicherheitskräfte vor der Prophetenmoschee in Medina in die Luft gesprengt und vier Menschen mit in den Tod gerissen, berichtete der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija. Die Moschee ist nach Mekka die zweitheiligste Stätte des Islam.

Im Fernsehen waren ein Feuer und schwarzer Rauch auf einem Parkplatz zu sehen. Der arabische Nachrichtensender "Al Jazeera" berichtete auch online von den Anschlägen. Niemand bekannte sich zunächst zu der Tat. Fast zeitgleich gab es auch in der im Osten Saudi-Arabiens gelegenen, mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadt Katif einen Selbstmordanschlag, wie auch die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Es war bereits der dritte Selbstmordanschlag am Montag in dem erzkonservativen und mit dem Westen verbündeten Öl-Staat.

Niemand bekannte sich zunächst zu den Taten. Es wurde jedoch nicht ausgeschlossen, dass es sich um Taten der IS-Terrormiliz handeln könnte.

Signal für Saudi-Arabien

Sollte es sich um eine Serie koordinierter IS-Anschläge handeln, wäre das ein beunruhigendes Signal für das erzkonservative ölreiche Königreich. Radikale Islamisten werfen der Führung des Landes wegen der Zusammenarbeit mit dem Westen Gotteslästerung vor.

Fast zeitgleich mit dem Anschlag in Medina gab es in der im Osten des Landes gelegenen, mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadt Katif einen Selbstmordanschlag. Dort starb den Angaben zufolge nur der Attentäter.

Bereits am frühen Morgen hatte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe des US-Konsulats in der saudischen Stadt Dschidda in die Luft gesprengt. Dabei wurden zwei Sicherheitsmitarbeiter des Konsulats leicht verletzt, wie das saudische Innenministerium laut dem Nachrichtensender Al Jazeera mitteilte.

Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurden demnach in der Nacht zum Montag auf den Mann aufmerksam, der sich auf dem Parkplatz eines Krankenhauses gegenüber des Konsulats aufgehalten habe. Als sie sich ihm näherten, habe er eine Sprengstoffweste gezündet.

Bombenanschläge sind in Saudi-Arabien eher selten. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass es sich um Anschläge der IS-Terrormiliz handeln könnte. Die Dschihadisten hatten sich zu den verheerenden Anschlägen auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul am Dienstag vergangener Woche und in der irakischen Hauptstadt Bagdad in der Nacht zu Sonntag bekannt. Dabei waren außer den Attentätern in Istanbul 45 Menschen und in Bagdad 213 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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