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Nach Brandanschlag: Polizei befragt Anwohner in Tröglitz

Kommunen Nach Brandanschlag: Polizei befragt Anwohner in Tröglitz

Vier Tage nach dem Brandanschlag auf eine geplante Asylbewerberunterkunft in Tröglitz hat die Polizei die Einwohner nach Hinweisen auf die Brandstifter befragt.

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«Davon wird Tröglitz sich wohl nie erholen», sagt Markus Nierth. Der siebenfache Familienvater ist Anfang März als Bürgermeister zurückgetreten, weil er seine Familie offenen rechtsextremen Anfeindungen ausgesetzt sah.

Quelle: Hendrik Schmidt

Tröglitz. Polizeibeamte zogen von Tür zu Tür - auf den Straßen waren kaum Leute unterwegs. Das Landeskriminalamt wollte sich zu Ermittlungsergebnissen nicht äußern. Es sei noch zu früh, sagte ein Sprecher in Magdeburg.

Nach dem Anschlag auf das Wohnhaus, in das im Mai 40 Asylbewerber einziehen sollten, ermittelt die Polizei wegen schwerer Brandstiftung. Am Dienstag war eine Prämie von 20 000 Euro für Hinweise ausgelobt worden, die zur Aufklärung der Tat vom Samstag führen. Es war Brandbeschleuniger verwendet worden.

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«Davon wird Tröglitz sich wohl nie erholen», sagt Markus Nierth. Der siebenfache Familienvater ist Anfang März als Bürgermeister zurückgetreten, weil er seine Familie offenen rechtsextremen Anfeindungen ausgesetzt sah.

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Der evangelische Regionalbischof von Halle-Wittenberg, Propst Johann Schneider, berichtete von einer hasserfüllten Atmosphäre in Tröglitz. Im Ort will er einen wachsenden Widerstand gegen Ausländer beobachtet haben. Im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" erinnerte Schneider auch an die NS-Geschichte des Ortes. Tröglitz sei keine gewachsene Gemeinde, sondern als Arbeitersiedlung gebaut worden und zudem eine Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald gewesen.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) betonte dagegen im Sender WDR5, ein großer Teil der Tröglitzer sei sehr wohl weltoffen. Bis zum Zeitpunkt des Brandanschlages habe es beispielsweise Netzwerke gegeben, die ein Integrations-Café geplant hätten.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) setzt auf eine starke Bürgergesellschaft zum Schutz von Flüchtlingen. Man dürfe die Sorgen der Menschen nicht kleinreden und müsse entschlossen gegen alle vorgehen, die Gewalt ausüben, sagte er bei einem Besuch des Technischen Hilfswerkes in Erfurt. "Wir wissen um unsere Verantwortung." Aktionspläne seien jetzt nicht so gefragt wie gutes handfestes Arbeiten von Bürgermeistern, Initiativen und den Menschen vor Ort. "Die Bürgergesellschaft ist sehr stark."

dpa

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