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Neue Straßen für Panzer? Sicher!

Speakers’ Corner Neue Straßen für Panzer? Sicher!

Die Nato denkt darüber nach, wie sie im Notfall militärisches Gerät an die östlichen Grenzen Europas verfrachten kann. Brüssel-Korrespondent Detlef Drewes beschreibt in unserer Gastkolumne, warum das eine gute Idee ist.

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US-Panzer beim Ausladen in Bremerhaven.

Quelle: dpa

Brüssel. Es ist ein Alptraum vieler europäischer und atlantischer Militärs: Das Bündnis oder die Union müssen schnell Truppen innerhalb Europas verlegen. Das aber scheitert an der Infrastruktur. Die Straßen sind zu eng, zu brüchig für schwere Transporte, Brücken zu niedrig oder Gleise nicht tragfähig genug.

Vor Jahrzehnten gehörte der Test der militärischen Infrastruktur zur den Dingen, die bei Manövern geprüft wurden. Aber sogar die Allianz hat derartige Übungen inzwischen ins Labor oder in den virtuellen Raum verlegt: Echte Manöver sind zu teuer, zu ineffizient und auch politisch immer schwerer durchzusetzen.

Eine Herausforderung, mit der viele nicht gerechnet hatten

Nun stehen Nato und EU vor einer Herausforderung, mit der niemand wirklich gerechnet hatte. Die Vorstellung, die EU wieder so aufzurüsten, dass sie militärischen Anforderungen genügt, dürfte zumindest in den westlichen Ländern kaum populär sein. Doch die Bedrohungsanalysen der Allianz, aber auch vieler östlicher EU-Staaten, untermauert das Bild möglicher Aggression aus dem Osten. Und so werden die Länder, die sich am Montag zu einer europäischen Verteidigungsunion zusammenschließen, dieses Prestige-Projekt sicherlich ins eigene Aufgabenbuch schreiben. Zumal die grenzüberschreitende Kooperation dabei besonders augenfällig umgesetzt werden kann.

Denn die Vorstellung einer hochgerüsteten Truppe, die nichts tun kann, weil ihre Geräte nicht unter Autobahnbrücken durchpassen oder die Kilometer weite Umwege in Kauf nehmen muss, weil eine kleine Brücke zwar einen Pkw, nicht aber einen Panzer aushält, ist schon abstrus. Eine Armee braucht Schlagkraft. Dafür die Voraussetzungen zu schaffen, kann im Ernstfall überlebenswichtig sein.

Von Detlef Drewes

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