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Aktuelles nach dem Angriff auf die Freiheit

Terror in Paris Aktuelles nach dem Angriff auf die Freiheit

Plant die IS-Miliz schon die nächsten Attentate? Frankreichs Premier geht davon aus und alarmiert die europäischen Nachbarn. Hintermann der Terroristen von Paris soll ein belgischer Dschihadist sein. Im belgischen Molenbeek wird wohl fälschlich die Verhaftung des geflüchteten Terroristen gemeldet.

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Stilles Gedenken für die Opfer der Terroranschläge in Paris.

Quelle: dpa/Daniel Karmann
  • Zweites deutsches Todesopfer stammt aus Niedersachsen
  • Haftbefehl gegen zwei Terrorverdächtige aus Belgien
  • Italienische Polizei sucht nach flüchtigem Terroristen
  • IS kündigt mutmaßlich weitere Anschläge an

+++ 13 US-Staaten wollen nach Paris-Anschlägen keine Syrien-Flüchtlinge +++

Nach den Anschlägen von Paris haben sich republikanische Gouverneure von 13 US-Bundesstaaten gegen die Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien ausgesprochen. Präsident Barack Obama hatte die Aufnahme von 10 000 Flüchtlingen im laufenden Haushaltsjahr zugesagt. „Die Bedrohung für Texas durch den IS (Terrormiliz Islamischer Staat) ist sehr real“, schrieb der Gouverneur des Südstaates, Greg Abbott, am Montag in einem Brief an Obama. „Ein syrischer Flüchtling scheint unter den Attentätern gewesen zu sein“, heißt es in dem Schreiben weiter, über das die Plattform „The Hill“ berichtete. Neben Texas haben sich auch Bundesstaaten wie Alabama, Florida, Arizona oder Ohio gegen die Aufnahme von Syrern ausgesprochen.

+++ Gewerkschaft: Polizei schlecht auf Terroranschlag vorbereitet +++

Die deutsche Polizei ist aus Gewerkschaftssicht nicht ausreichend für den Kampf gegen Terroristen wie in Paris gerüstet. „Auf eine direkte Konfrontation mit so schwer bewaffneten und auch kriegserfahrenen Attentätern sind wir denkbar schlecht vorbereitet“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, am Montagabend im ZDF-„Spezial“. Die Einsatzkräfte täten bereits, was sie könnten, stießen aber immer auch an ihre Grenzen. Die europäischen Staaten investierten etwa im Vergleich zu den USA zu wenig, um ihre Sicherheitsbehörden vernünftig auszustatten. „Wir reden von Tätern, die man mit nichts bedrohen kann“, sagte er. Die Bereitschaftspolizei des Bundes brauche deshalb eine „robuste Bewaffnung und Ausstattung und auch ein robustes Training“.

+++ Zweites deutsches Opfer der Terroranschläge aus Niedersachsen +++

Das zweite identifizierte deutsche Todesopfer der Terroranschläge in Paris kommt aus Niedersachsen. Dies teilte die in der Nähe von Hannover lebende Familie am Montagabend mit. Die Angehörigen hätten am Sonntagabend vom Tod des 51-Jährigen erfahren.

+++ 23-jähriger Pole unter Terrorverdacht +++

Wegen Terrorverdachts ermitteln polnische Behörden gegen einen 23-jährigen Mann. Er soll einer in Syrien aktiven Terrororganisation angehören, wie die Nachrichtenagentur PAP am Montag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft im zentralpolnischen Lodz meldete. Entgegen vorheriger Berichte handele es sich dabei nicht um die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), bestätigten die polnischen Behörden. Der Pole war am Sonntag nach seiner Abschiebung aus Norwegen am Warschauer Flughafen festgenommen und dann nach Lodz gebracht worden. Ihm drohen bis zu acht Jahre Haft. Der Verdächtige wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

+++ Eiffelturm nach Terroranschlägen wieder geöffnet +++

Der Eiffelturm ist nach den Terrorangriffen in Paris vom Freitag wieder geöffnet. Ab 16.20 Uhr am Montagnachmittag wurde das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt erneut für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, teilten die Betreiber mit. Der Turm war am Samstag wie viele weitere Einrichtungen gesperrt worden. Auf Wunsch der Stadtverwaltung soll der Eiffelturm jeden Abend bis Mittwoch einschließlich bei Einbruch der Dunkelheit in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot angestrahlt werden, hieß es. Auch das Motto der Stadt „Fluctuat nec Mergitur“ („Sie schwankt, geht aber nicht unter“) soll jeweils bis 1.00 Uhr morgens auf das Bauwerk projiziert werden.

Ein Miniatur-Eiffelturm in einem Meer von Blumen nach den Anschlägen von Paris.

Quelle: Marius Becker/dpa

+++ Dax trotzt Terror-Anschlägen +++

Die Terror-Attacken von Paris haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt letztlich wenig Angst einjagen können. Der Dax schüttelte am Montag seine anfängliche Schwäche schnell ab und pendelte im Tagesverlauf um seinen Schlussstand vom Freitag. Zum Handelsende notierte der deutsche Leitindex 0,05 Prozent im Plus bei 10 713,23 Punkten. In der Vorwoche hatte er mit einem Abschlag von gut zweieinhalb Prozent der vorangegangenen Rally etwas Tribut gezollt. Noch besser behaupteten sich die deutschen Nebenwerte-Indizes: Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gewann 0,81 Prozent auf 20 685,45 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,89 Prozent auf 1799,84 Punkte.

+++ AfD fordert nach Terrorangriffen Einschränkung des Asylrechts +++

Die Alternative für Deutschland fordert als Konsequenz aus den Terrorattacken von Paris mehr Grenzschutz und eine Einschränkung des Asylrechts. „Es erschüttert uns, dass viele deutsche Politiker jetzt den Zusammenhang zwischen den islamistischen Anschlägen in Paris und einer verfehlten Flüchtlingspolitik, die nicht einmal die Registrierung aller Asylbewerber sicherstellt, leugnen“, sagte die Parteivorsitzende Frauke Petry am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Sie beobachte derzeit einen „Unwillen, mit der aktuellen Gefährdungslage angemessen umzugehen“. Es sei klar, dass Deutschland genau wie Frankreich im Fokus des islamistischen Terrors stehe. Deshalb müssten mehr Polizisten eingestellt werden.

+++ Hollande will Gefährder schneller abschieben +++

Nach den blutigen Terroranschlägen will Frankreichs Präsident François Hollande die Sicherheitsgesetze verschärfen. Ausländer, die eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten, sollten schneller abgeschoben werden können, sagte Hollande am Montag vor beiden Parlamentskammern in Versailles.

+++ Zweites deutsches Todesopfer +++

Nach den Terroranschlägen in Paris ist ein zweites deutsches Todesopfer identifiziert worden. Dies teilte das Auswärtige Amt am Montag in Berlin mit.

+++ Opfer aus 19 Ländern +++

Unter den Opfern der Anschläge von Paris sind nach Angaben von Präsident François Hollande mehrere Dutzend Ausländer. Es gebe Opfer aus 19 Ländern, sagte er am Montag vor dem französischen Kongress in Versailles. Frankreichs Weltoffenheit sei ins Visier genommen worden.

+++ Hollande will Sitzung des UN-Sicherheitsrates zum Kampf gegen IS +++

Frankreichs Präsident François Hollande will nach den Terroranschlägen von Paris den UN-Sicherheitsrat im Kampf gegen des Islamischen Staat (IS) anrufen. Die Notwendigkeit der Zerstörung des IS sei eine Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, sagte Hollande am Montag bei einer Sitzung des Kongresses in Versailles.

+++ Hollande: Frankreichs Werte angegriffen +++

Mit den jüngsten Terrorattacken sind nach den Worten von Präsident François Hollande die Werte Frankreichs angegriffen worden. „Sie sind eine Aggression gegen unser Land, unsere Werte, unsere Jugend und unseren Lebensstil“, sagte Hollande am Montag während einer Sitzung des Kongresses, einer Versammlung der beiden französischen Parlamente Nationalversammlung und Senat. Diese Angriff erfolge, weil Frankreich das Land der Freiheit und der Menschenrechte sei. Die Republik habe bereits andere Prüfungen überstanden, das Land sei immer noch da und lebendig. „Unsere Demokratie hat sehr viel schlimmere Feinde überwunden als diese abscheulichen Mörder.“

++ Nach Waffenfund Ermittlungen wegen drohender Staatsgefährdung +++

Nach dem Fund eines Waffenarsenals im Auto eines 51-Jährigen in Bayern ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Ob sich ein Zusammenhang zu der Terrorserie in Paris ergebe, sei offen, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Montag. Fahnder hatten den Verdächtigen aus Montenegro am 5. November nahe Rosenheim kontrolliert. In seinem Fahrzeug entdeckten sie unter anderem Handgranaten, Kalaschnikow-Gewehre und Sprengstoff. Der Mann war laut Navigationsgerät nach Paris unterwegs. Von den Waffen im Auto wollte er dem Landeskriminalamt zufolge nichts gewusst haben.

+++ Hamburg ruft zur Solidarität auf +++

Nach den Terroranschlägen in Paris haben Politik, Verbände, Kirchen und Gewerkschaften für Mittwoch in Hamburg zu einer Solidaritätskundgebung mit Frankreich aufgerufen. Die Veranstaltung in der Innenstadt stehe unter dem Motto „Vereint dem Terror entgegenstellen — Freiheit und Demokratie verteidigen“, teilten die Organisatoren am Montag mit. Als Redner auf dem Domplatz erwartet würden unter anderem Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, der französische Generalkonsul in Hamburg, Serge Lavroff, Bischöfin Kirsten Fehrs sowie Mustafa Yoldas vom Rat der islamischen Gemeinschaften (Schura) und Selvihan Sönmez von der Alevitischen Gemeinde Hamburg. Aus der Bürgerschaft rufen alle Fraktionen mit Ausnahme der AfD zu der Kundgebung auf.

+++ Haftbefehl gegen zwei Terrorverdächtige +++

Zwei der nach den Pariser Anschlägen in Belgien festgenommenen Terrorverdächtigen stehen unter dringendem Tatverdacht. Gegen beide Personen, die bereits am Samstag festgenommen worden waren, wurde Haftbefehl erlassen, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Brüssel mit. Der Vorwurf lautet, dass sie an einem terroristischen Attentat und den Aktionen einer terroristischen Vereinigung beteiligt gewesen waren. Fünf weitere der am Sonnabend festgenommenen sieben Terrorverdächtigen sind dagegen wieder auf freiem Fuß.

+++ Französische Juristen beunruhigt über Notzustand +++

Die französische Justizgewerkschaft „Syndicat de la Magistrature“ warnt nach den Terrorangriffen von Paris vor staatlichen Eingriffen in demokratische Rechte. „Der Ausnahmezustand verändert auf gefährliche Art die Natur und den Umfang der Polizeigewalt“, erklärte die Gewerkschaft am Montag in Paris. „Frankreich hat alles zu verlieren durch diese – wenn auch zeitweilige – Aussetzung des Rechtsstaats.“ Die Gewerkschaft zeigte sich zudem beunruhigt über den „kriegerischen Diskurs“ der Regierung.

Der Ausnahmezustand in Frankreich wurde nach den blutigen Anschlägen vom Freitag verhängt und erlaubt etwa Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und die Einrichtung spezieller Sicherheitszonen.

Das „Syndicat de la Magistrature“ vertritt nach eigenen Angaben ungefähr 30 Prozent der französischen Magistrate, also Richter und Staatsanwälte. Politisch ist die Organisation im Vergleich zur größeren „Union Syndicale des Magistrats“ (USM) eher links angesiedet.

+++ Experten von Anschlägen nicht überrascht +++

Der Ernstfall von Paris hat die ganze Welt erschüttert - überrascht hat die Serie tödlicher Attentate Experten nicht. Und doch sehen sie eine neue Dimension des Terrors. Eine heiße Spur führt nach Brüssel.

+++ Polizei in Italien wird aktiv +++

Die italienische Polizei fahndet nach einem möglichen flüchtigen Terroristen der Anschläge von Paris. Der 32-jährige Franzose sei in einem schwarzen Seat unterwegs, nach dem Auto werde im Großraum Turin gesucht, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Demnach hat die Turiner Polizei alle Einheiten alarmiert und angeordnet, nach dem verdächtigen Wagen im Gebiet rund um die norditalienische Stadt Ausschau zu halten. Bereits zuvor war der Ansa zufolge die Polizei im Grenzgebiet alarmiert worden. Demnach war der Wagen möglicherweise bei Ventimiglia über die Grenze gekommen.

+++ Einsatz in Molenbeek beendet +++

Die belgische Polizei hat ihren Anti-Terror-Einsatz im Brüsseler Stadtteil Molenbeek nach vier Stunden beendet. Das sagte die Bürgermeisterin von Molenbeek, Françoise Schepmans, am Montag im belgischen Rundfunk RTBF. Zu der Zahl der Festgenommenen wollte sie keine Angaben machen. Es sei kein Polizist verletzt worden. Der RTBF berichtete unter Bezug auf die Staatsanwaltschaft, dass ein Mann festgenommen worden sei. Dabei handelt es sich aber nicht um den gesuchten und zur Fahndung ausgeschriebenen Terrorverdächtigen Salah Abdeslam, berichteten belgische Medien unter Bezug auf die Staatsanwaltschaft.

+++ Münchner Muslime zeigen sich solidarisch +++

Die Muslime in München wollen sich mit einer Solidaritätskundgebung von den mutmaßlich islamistischen Attentätern von Paris abgrenzen. Unter dem Motto „Steh auf gegen Hass und Gewalt“ will das Münchner Forum für Islam (MFI) am Freitag im Gedenken an die Opfer des Terroranschlags demonstrieren, teilte der MFI-Vorsitzende Benjamin Idriz am Montag mit. Auch Künstler, Politiker und andere Kirchen seien eingeladen worden, um Reden und Musik zu hören und um gemeinsam zu beten. „Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, Muslime wie Nicht-Muslime“, erklärte Idriz. Der Veranstaltungsort stand zunächst nicht fest. Bereits am Sonnabend hatte Idriz in einer Stellungnahme die Attentäter auf das Schärfste verurteilt: "Ihr seid niemals Muslime!"

+++ IS kündigt weitere Angriffe an ++

In einer neuen Videobotschaft hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Frankreich und seinen Verbündeten mit weiteren Terrorangriffen gedroht. „Wir erneuern unseren Aufruf an die Muslime in Europa, im ungläubigen Westen und überall, die Kreuzfahrer in ihrer Heimat und wo immer sie sind zu attackieren“, sagt ein Sprecher in einem rund elfminütigen Film, der am Montag über das Internet verbreitet wurde. Darin droht ein Kämpfer: „Ich schwöre bei Gott, wir werden Amerika auf seinem eigenen Boden schlagen. Wir werden Rom erobern.“ Die Authentizität des Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen. Es ähnelt aber ähnlichen Veröffentlichungen des IS.

+++ Auch Europol im Einsatz +++

In die Ermittlungen zu den Terroranschlägen von Paris ist die europäische Polizeibehörde Europol eingeschaltet worden. Europol unterstütze aktiv die französischen Ermittler, teilte ein Sprecher am Montag in Den Haag mit. Terrorismus- und Waffenexperten sowie andere Spezialisten seien seit Freitag in der Den Haager Zentrale rund um die Uhr im Einsatz. Europol entsandte zudem Experten nach Frankreich, die den direkten Zugang zu den Datenbanken von Europol herstellen könnten. Mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen wollte die Polizeibehörde keine weiteren Details zu dem Einsatz geben.

+++ Video: Die identifizierten Attentäter +++

Nach der verheerenden Anschlagsserie in Paris haben die Ermittler zwei weitere Attentäter identifiziert: Der 28-jährige Franzose Samy Amimour, geboren in einem Pariser Vorort, ist den Behörden seit 2012 bekannt.

+++ Isobel Bowderys Post bewegt alle +++

Auch in den Sozialen Netzwerken ist das Thema Terror in Paris noch immer meistgelesen, meistdiskutiert und bewegt die meisten. Meistverbreitet wurde der Facebook-Post der Südafrikanerin Isobel Bowdery, die im Musik-Cub Bataclan bei den Anschlägen dabei war. In eindringlichen Worten schildert sie das Erlebte: "Es war nur ein Freitagabend bei einem Rockkonzert..."

you never think it will happen to you. It was just a friday night at a rock show. the atmosphere was so happy and...

Posted by Isobel Bowdery on Samstag, 14. November 2015

+++ Auch französischer Kino-Thriller verschoben +++

Nach den Terroranschlägen von Paris kommt der Thriller „Made in France“ in Frankreich vorerst nicht in die Kinos. Der für diesen Mittwoch (18.) geplante Start sei verschoben worden, hieß es auf der Webseite des Filmverleihs Pretty Pictures. Der Film des französischen Regisseurs Nicolas Boukhrief (52) handelt laut „Hollywood Reporter“ von einem muslimischen Journalisten, der sich Zugang zu einer islamistischen Terrorzelle verschafft, um Informationen über einen geplanten Terroranschlag in Paris herauszufinden.

Der Thriller sollte ursprünglich bereits zu Jahresanfang herauskommen. Nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar war der Start bereits einmal verschoben worden.

+++ Bruder von Salah Abdeslam wieder frei +++

Der Bruder von zwei Terrorverdächtigen der Pariser Anschläge ist von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Mohamed Abdeslam werde nicht länger verdächtigt, an den Attentaten beteiligt gewesen zu sein, sagte seine Anwältin am Montag der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Ihr Mandant habe ein Alibi für Freitagabend und könne deshalb nachweisbar nicht an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein.

Mohamed war am Sonnabend in Belgien festgenommen worden. Er ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter. Der dritte Bruder, Salah Abdeslam, gilt ebenfalls als mutmaßlicher Terrorist und ist auf der Flucht. Belgische Spezialkräfte waren am Montag im Brüsseler Stadtteil Molenbeek im Einsatz und belagerten ein Haus. Ziel des Einsatzes war es laut Staatsanwaltschaft, Salah Abdeslam zu fassen. Die Polizei rief Fernsehsender dazu auf, aus Sicherheitsgründen keine Livebilder des Einsatzes zu senden.

+++ "Tatort" ändert Sendeplan +++

Aus Respekt vor den Opfern der Anschläge in Paris verschiebt die ARD die für diesen Monat geplante „Tatort“-Doppelfolge mit Til Schweiger (51) ins nächste Jahr. Sie sollte ursprünglich am kommenden Sonntag (22. November) und eine Woche später (29. November) zu sehen sein. „Es passt einfach nicht in diese Wochen, eine Krimireihe zu zeigen, in der es auch um einen terroristischen Angriff geht“, teilte der NDR-Programmdirektor Fernsehen, Frank Beckmann, am Montag in Hamburg mit. Als neuen Termin für die Hamburg-Folgen mit Kommissar Nick Tschiller nannte Beckmann „voraussichtlich Januar“.

An den freigewordenen Sendeterminen müssen „Tatort“-Fans aber nicht auf den gewohnten Krimi verzichten. Das Erste zeigt zwei andere „Tatort“-Premieren: am 22. November ist Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm in „Spielverderber“ im Einsatz. Eine Woche später ermittelt Axel Milberg in „Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“.

+++ Gabriel: Kein "Kriegszustand" +++

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hält die Diskussion, ob Europa sich nach den Pariser Terrorangriffen im Krieg befindet, für überflüssig. Es sei unnötig, über einen möglichen Nato-Bündnisfall und eine militärische Beteiligung Deutschlands zu spekulieren. Nichts davon werde von Frankreich gefordert, sagte Gabriel am Montag. Deutschland stehe „mit uneingeschränkter Solidarität an der Seite unserer französischen Freunde“.

Der Vizekanzler distanzierte sich von der Äußerung des bayerischen Finanzministers Markus Söder (CSU), der am Wochenende mit Blick auf die Flüchtlingskrise erklärt hatte, nach Paris sei alles anders. „Ich fand den Satz, nach Paris ist alles anders, den falschesten Satz, den man aussprechen kann. Ich finde, nach Paris darf nichts anders sein“, betonte Gabriel.

+++ Islam-Verbände gegen Radikalisierung +++

Die großen Islamverbände in Deutschland haben die Terrorserie von Paris scharf verurteilt. „Die Mörder von Paris irren, wenn sie glauben, sie seien die Vollstrecker eines göttlichen Willens“, sagte Zekeriya Altug als Sprecher des Koordinationsrats der Muslime am Montag in Köln. Der Anschlag gelte allen friedliebenden Menschen. Man müsse nun umso mehr zusammenstehen. „Gesellschaftlicher Zusammenhalt jetzt erst recht.“

Die Verbände wollen sich stärker gegen eine Radikalisierung junger Muslime einsetzen. Schon vor den „niederträchtigen und barbarischen Anschlägen“ von Paris hätten die Moscheegemeinden dazu in mehreren Initiativen einen Beitrag geleistet. Möglichst im Schulterschluss mit anderen gesellschaftlichen Gruppen solle das ausgebaut werden.

Auch die Schulen könnten mehr tun. Die Radikalisierung finde außerhalb der Moscheegemeinden statt, betonte der Islamrats-Vorsitzende Bekir Altas. Aber: „Unsere Verantwortung endet nicht an der Moscheetür.“ Wichtig sei es zudem, Flüchtlinge, die vor dem Terror der Miliz Islamischer Staat (IS) geflohen seien, in Deutschland vor Stigmatisierung zu schützen.

+++ Schweigeminute inmitten von Paris +++

Mit einer Schweigeminute hat Frankreich der Opfer der blutigen Attentate gedacht. An den Tatorten in Paris verharrten zahlreiche Menschen in Stille, wie auf Live-Bildern im französischen Fernsehen zu sehen war. Präsident François Hollande und Premierminister Manuel Valls nahmen in der Universität Sorbonne an der Schweigeminute teil, an deren Ende dort Applaus aufbrandete. Auch in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen erinnerten Menschen an die mindestens 129 Opfer der Terroranschläge.

Am Opernplatz verharrten mehrere hundert Menschen mit teils gefalteten Händen in Stille, während der Verkehr weiterlief, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Auf dem Platz der Republik sangen Menschen die Nationalhymne Marseillaise, ebenso an der Nationalversammlung.

+++ Auch Festnahme in Arnsberg +++

Nach den Terroranschlägen von Paris hat die Polizei im sauerländischen Arnsberg einen 39 Jahre alten Algerier festgenommen. Der Mann soll mehrere Tage vor den Attacken in einer Flüchtlingsunterkunft gegenüber Mitbewohnern aus Syrien geäußert haben, dass in Paris etwas passieren werde, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Es werde geprüft, ob der Mann sich nur wichtig tun wollte oder ob er wirklich von den geplanten Anschlägen gewusst habe. Der am Samstag festgenommene 39-Jährige sitze wegen „Nichtanzeigens einer Straftat“ in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt sei informiert. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuerst über die Festnahme berichtet.

+++ Gefasste Person nicht Pariser Terrorist +++

Bei einem Anti-Terror-Einsatz in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat die Polizei am Montag eine Person festgenommen. Das meldeten der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Nachrichtenagentur Belga übereinstimmend. Die Identität des Festgenommenen war zunächst unklar, laut dem Radiosender RTBF handelt es sich aber nicht um den mutmaßlichen Pariser Terroristen Salah Abdeslam. Spezialeinsatzkräfte waren in der Islamistenhochburg Molenbeek auf der Suche nach mutmaßlichen Dschihadisten.

+++ Flüchtiger Terrorist geschnappt? +++

Laut zahlreichen Medienberichten, die sich auf den belgischen Rundfunk beziehen, ist der flüchtige Terrorist Salah Abdeslam in Brüssel gefasst worden. Der britische freie Journalist Paul Brennan ist vor Ort:


+++ Zahlreiche Hausareste nach Razzien in Frankreich +++

Französische Behörden haben auf Grundlage des Ausnahmezustands 104 Menschen unter Hausarrest gestellt. „168 Durchsuchungen wurden in dieser Nacht durchgeführt“, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Montag in Paris. Dabei nahmen Beamte 23 Personen fest und stellten 31 Waffen sicher, darunter vier Kriegswaffen. „Der Ausnahmezustand erlaubt es, die Präventionsarbeit zu verstärken“, sagte Cazeneuve.

Es handelte sich dabei um sogenannte „administrative Durchsuchungen“, die während des Ausnahmezustands von den Präfekten veranlasst werden können. Möglich sind auch Hausarreste für Personen, deren Handeln „sich als gefährlich für die Sicherheit und die öffentliche Ordnung erweist“. Der Minister sagte, er habe in den vergangenen 48 Stunden 104 Hausarreste angewiesen.

Cazeneuve kündigte an, die Aktionen fortzusetzen. „Wer sich an der Republik vergreift, den wird die Republik einholen. Sie wird unerbittlich sein mit ihm und seinen Komplizen.“

+++ CSU will Terror und Flüchtlinge nicht vermischen +++

Die CSU will die Terroranschläge von Paris nicht für den Streit um die richtige Asylpolitik instrumentalisieren. Beide Themen sollten getrennt betrachtet werden, betonten am Montag mehrere CSU-Spitzenpolitiker vor einer Sitzung des Parteivorstands. „Die Bekämpfung des Terrorismus und die Bekämpfung der Kriminalität ist etwas anderes als die Flüchtlingsproblematik“, sagte zum Beispiel Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt. „Es hat keinen Sinn, das mit der Frage des Flüchtlingszustroms zu vermischen“, erklärte auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Den unerwünschten Zusammenhang hergestellt hatte unter anderem Finanzminister Markus Söder, der deswegen am Wochenende von Parteichef Horst Seehofer getadelt wurde.

+++ Auch Durchsuchungen in Frankfurt +++

Die Frankfurter Polizei hat bereits am Freitag Wohnung und Arbeitsstätte eines mutmaßlichen Islamisten durchsucht. Gegen den 27-Jährigen werde wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt, berichtete die Polizei. Der Mann soll unter anderem seinem zwei Jahre jüngeren Bruder finanziell geholfen haben, der die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zusammen mit anderen Anhängern unterstützt haben soll. Einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gibt es nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen nicht. Der 27-Jährige sei nicht festgenommen worden. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst über den Fall berichtet.

+++ Polizeipräsenz vor DFB-Quartier verstärkt +++

Vor dem Teamquartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Barsinghausen bei Hannover herrschten am Montagvormittag leicht verstärkte Sicherheitsvorkehrungen. Die Zufahrt zur Sportschule war rund 150 Meter vor dem Gebäude mit rot-weißen Plastikbarrieren abgesperrt. Polizisten kontrollierten Autofahrer, die auf den Parkplatz fahren wollten.

Der schwarze Mannschaftsbus mit der Weltmeister-Aufschrift parkte vor dem Quartier. Teammanager Oliver Bierhoff war bereits am Morgen eingetroffen. Die Spieler wurden bis zum frühen Nachmittag zur Vorbereitung auf das Länderspiel gegen die Niederlande am Dienstag in Hannover von Joachim Löw erwartet. Der Bundestrainer und Bierhoff wollen sich um 13.00 Uhr erstmals nach den Terroranschlägen in Paris bei einer Pressekonferenz äußern.

+++ Reiseeinschränkungen in Paris +++

Nach den Terroranschlägen in Paris müssen Touristen in der Stadt mit einigen Einschränkungen rechnen. An den Flughäfen und am Gare du Nord könne es wegen Polizeikontrollen zu Verspätungen kommen, teilte das Tourismusbüro von Paris mit. Der Nahverkehr in der Stadt funktioniere aber wieder wie gewöhnlich. Die Pariser Flughäfen teilten mit, dass es verstärkte Kontrollen gebe. Reisende sollten sich deshalb früher als üblich am Schalter einfinden. Für Touristen hat die Stadtverwaltung die Notfall-Hotline 0033 1/45 50 34 60 eingerichtet.

Viele Sehenswürdigkeiten wurden nach den Anschlägen zunächst geschlossen. Der Eiffelturm bleibt vorerst gesperrt, heißt es auf der offiziellen Webseite der Sehenswürdigkeit. Das Disneyland Paris bleibt nach eigenen Angaben während der dreitägigen Staatstrauer bis einschließlich Dienstag, den 17. November, geschlossen. Der Louvre dagegen will heute am Montag um 14.00 Uhr wieder öffnen.

Das Auswärtige Amt erklärt in seinem aktualisierten Reisehinweis für Frankreich, wegen des Ausnahmezustands und der Kontrollen an den Grenzen könne es im Reiseverkehr vorübergehend zu Einschränkungen kommen. Reisende sollten den Anweisungen der französischen Sicherheitsbehörden Folge leisten und sich ansonsten in Frankreich „umsichtig“ bewegen.

+++ Keine Indizien für Ausreise nach Spanien +++

Nach den Terroranschlägen von Paris liegen laut Informationen des Madrider Innenministeriums keine Anhaltspunkte dafür vor, dass ein mutmaßlicher Terrorist nach Spanien geflüchtet sein könnte. Der spanische Innenminister Jorge Fernández Díaz wies am Montag Informationen der Zeitung „El País“ zurück, wonach die französischen Ermittler eine besondere Warnung an das südliche Nachbarland geschickt haben sollen, dass der zur Fahndung ausgeschriebene Abdeslam Salah sich nach Spanien abgesetzt haben könnte.

„Es gab keine besondere Warnung für Spanien“, sagte der Minister dem staatlichen Rundfunk RNE. Frankreich habe vielmehr alle Nachbarländer darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit bestehe, dass der mutmaßliche Terrorist das französische Staatsgebiet verlassen könnte.

+++ Animour war zuvor in Syrien +++

Der zuvor mit internationalem Haftbefehl gesuchte Selbstmordattentäter Samy Amimour war in Syrien. Der 28-Jährige habe sich vor etwa zwei Jahren nach einer Phase der Radikalisierung in Syrien aufgehalten, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf Familienmitglieder. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war Amimour 2012 der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung beschuldigt worden. Er solle geplant haben, in den Jemen zu reisen. Dieses Vorhaben wurde aber nicht realisiert.

+++ Nächster Polizeieinsatz in Molenbeek +++

In dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat am Montag erneut ein großer Polizeieinsatz begonnen. Das meldeten der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Nachrichtenagentur Belga übereinstimmend. Polizisten nahmen Hausdurchsuchungen vor. Demnach forderten bewaffnete Spezialkräfte in der Rue Delaunoy Bewohner per Lautsprecher auf, die Fenster zu öffnen und herauszukommen. Journalisten berichteten von Detonationen. Die Straße wurde für den Verkehr gesperrt.

+++ IS hat Kämpfer aus Al-Rakka evakuiert +++

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Kämpfer in den vergangenen Wochen nach Einschätzung von Beobachtern aus ihrer nordsyrischen Hochburg Al-Rakka an andere Orte gebracht. Auch die zentralen Stützpunkte der Extremisten seien verlegt worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag.

Ein anderer Beobachter mit Verbindungen nach Al-Rakka berichtete, Einwohner seien aufgefordert werden, Häuser in der Nähe von wichtigen IS-Einrichtungen zu verlassen und an den Stadtrand zu ziehen. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle sitzt in Großbritannien, bezieht ihre Informationen aber aus einem dichten Netz an Informanten in Syrien. Sie gilt als zuverlässig und gut informiert.

Frankreich hatte am Sonntag als Reaktion auf die Terrorserie in Paris mindestens 30 Luftangriffe auf die nordsyrische Stadt geflogen. Dabei wurden laut französischem Verteidigungsministerium eine IS-Kommandostelle samt Waffen- und Munitionslager sowie ein Ausbildungslager für Terroristen zerstört.

Der IS erklärte hingegen über seinen Radiosender Al-Bajan, die französischen Jets hätten nur leere Stellungen getroffen. Es gebe keine Verletzten. Die von den USA geführte internationale Koalition fliegt seit mehr als einem Jahr in Syrien und im Irak Luftangriffe auf die Extremisten, darunter immer wieder auch auf Al-Rakka.

+++ Steinmeier warnt vor überhasteten Entscheidungen +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat nach den Anschlägen von Paris vor einer unüberlegten Ausweitung der Militäroperationen in Syrien gewarnt. „Alle wissen, wir werden den Kampf gegen Isis fortsetzen müssen, aber alle wissen auch, dass am Ende der Kampf gegen Terrorismus nicht militärisch gewonnen werden kann“, sagte der SPD-Politiker am Montag am Rande eines Treffens mit EU-Amtskollegen in Brüssel. Gerade in dieser Situation sei Selbstkontrolle gefragt, um nicht aus dem Druck der Situation heraus falsche Entscheidungen zu treffen. Deutschland unterstützt den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die auch unter dem Namen Isis bekannt ist, unter anderem durch Waffenlieferungen an die Peschmerga im Norden des Iraks. Diese wiederum bekämpfen den IS. Frankreich war in der Nacht zu Montag über 30 Angriffe auf die IS-Hochburg Al-

+++ Pariser Staatsanwaltschaft bestätigt Verdacht +++

Einer der Selbstmordattentäter aus dem Rockclub „Bataclan“ wurde mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Samy Amimour sei 2012 der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung beschuldigt worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Montag mit. Er soll geplant haben, in den Jemen zu reisen, das Vorhaben wurde aber nicht realisiert. Insgesamt sind nun fünf der sieben getöteten Terroristen identifiziert. Bestätigt wurde, dass einer der Selbstmordattentäter bei einer Kontrolle in Griechenland registriert worden war.

Amimour, der im Oktober 1987 in Paris geboren wurde, war im Oktober 2012 offiziell beschuldigt und unter Justizaufsicht gestellt worden. Im Herbst 2013 tauchte er unter, daraufhin wurde er auf die Fahndungsliste gesetzt. Drei Angehörige von Amimour wurden nun von Ermittlern in Polizeigewahrsam genommen, dies ist in Frankreich zur Befragung üblich.

Die Echtheit des syrischen Passes, der in der Nähe eines Selbstmordattentäters am Stadion Stade de France gefunden wurde, ist nach Angaben der Ermittler noch nicht bestätigt. Allerdings stimmen die Fingerabdrücke des Terroristen mit denen überein, die im Oktober 2015 bei einer Kontrolle in Griechenland aufgenommen wurden. Der Pass läuft auf einen 20-jährigen Syrer mit Namen Ahmad Almohammad.

+++ Facebook-"Safety Check" am Freitag genutzt +++

Innerhalb von 24 Stunden nach der verheerenden Anschlagsserie in Paris am Freitagabend haben mehr als vier Millionen Menschen auf Facebook den „ Safety Check“ aktiviert und ihren Freunden mitgeteilt, dass sie in Sicherheit sind. 360 Millionen Menschen seien von ihren Freunden als „In Sicherheit“ markiert worden, teilte das soziale Netzwerk mit.

„Wir sind geschockt und traurig nach den Geschehnissen in Paris“, sagte eine Facebook-Sprecherin. Kommunikation sei in solchen Momenten sowohl für die Menschen vor Ort als auch für ihre Freunde und Angehörigen von größter Bedeutung. Deshalb habe Facebook den „Safety Check“ am Freitagabend für die Menschen in Paris aktiviert. Die Funktion hatte das Unternehmen 2014 speziell für Naturkatastrophen wie etwa starke Erdbeben entwickelt. Facebook arbeite nun daran, dass sie besser und nützlicher werde, teilte Facebook-Manager Alex Schultz in einem Beitrag mit.

+++ Anspannung in Frankreich bleibt groß +++

Nach den mörderischen Terror-Anschlägen vom Freitag liegen die Nerven in der französischen Hauptstadt blank. Auf dem Pariser Platz der Republik brach am Sonntagabend kurzzeitig erneut Panik aus.

+++ Französische Nationalmannschaft fliegt nach London +++

Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft will wie ursprünglich geplant an diesem Montag zum Test-Länderspiel nach London fliegen. Das bestätigte der Verband noch einmal auf seiner Homepage. Der EM-Gastgeber des kommenden Jahres tritt an diesem Dienstag zu einem Freundschaftsmatch im Wembley-Stadion gegen England an.

Vier Tage nach den Terrorattacken in Paris und am Rande des Spiels gegen Weltmeister Deutschland im Stade de France im Vorort Saint-Denis wird Trainer Didier Deschamps mit demselben Kader anreisen. Auch Lassana Diarra wird dabei sein, obwohl bei den Anschlägen eine Cousine getötet worden war.

Deschamps wird sich erstmals nach den Attentaten bei einer Pressekonferenz um 18.00 Uhr (MEZ) wieder äußern. Er und die Spieler waren in ihrem Quartier in Clairefontaine von der Öffentlichkeit abgeschirmt worden.

Medienberichten zufolge planen Englands Fußballer eine besondere Aktion, mit der sie den Franzosen nach den schrecklichen Taten vom Freitag ihren Respekt erweisen wollen. Zudem soll der Text der französischen Hymne „Marseillaise“ auf den Stadionleinwänden für alle zum Mitsingen gezeigt werden.

+++ Verdacht bereits im Jahr 2012? +++

Einer der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal „Bataclan“ stand schon einmal wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung unter Verdacht. Gegen Samy Amimour wurde wegen einer versuchten Reise in den Jemen 2012 ermittelt, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Montag mit.

+++ Belgische Medien: Drahtzieher gefunden? +++

Der Drahtzieher der Anschläge von Paris könnte nach Medienberichten der polizeibekannte belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud sein. Mindestens einer, wenn nicht zwei der Selbstmordattentäter seien Freunde von Abaaoud gewesen, berichtete die belgische Tageszeitung „ De Standaard“ am Montag unter Berufung auf belgische Sicherheitsdienste. Der Sender RTL meldete ohne Angabe von Quellen, Ermittler hätten Abaaoud als Drahtzieher identifiziert. Abaaoud gilt bereits seit längerem als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Er soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten haben. Früher lebte er in dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

+++ Syrische Flüchtlinge gedenken der Opfer von Paris +++

Nach den Anschlägen von Paris ist das Entsetzen auch in Deutschland groß. Unter den Trauerbotschaften und Solidaritätsadressen vor der französischen Botschaft in Berlin sind auch solche von syrischen Flüchtlingen.

+++ Valls bekräftigt Aktionen gegen radikale Moscheen +++

In Frankreich sollen Moscheen und radikale Vereinigungen geschlossen werden, in denen „gegen die Werte der Republik verstoßen“ wird. Das kündigte Premierminister Manuel Valls am Montagmorgen im Sender RTL an. „Wir handeln an allen Fronten mit der größten Entschlossenheit“, sagte Valls nach den Attentaten von Paris und Saint-Denis, bei denen am Freitagabend 129 Menschen getötet wurden.

+++ Großbritannien rüstet Geheimdienste auf +++

Nach den Terrorangriffen von Paris will der britische Premierminister David Cameron die Geheimdienste deutlich aufstocken. Es sollten 1900 neue Stellen geschaffen werde, sagte Cameron am Montag beim G20-Gipfel in der Türkei. Zudem sollen die Ausgaben für die Sicherheit auf Flughäfen verdoppelt werden, wie die britische Nachrichtenagentur Press Association weiter berichtete.

Zugleich sagte Cameron nach BBC-Angaben, britische Sicherheitsbehörden hätten in den vergangenen Monaten sechs Terroranschläge vereitelt. Cameron plädierte erneut dafür, dass die britischen Streitkräfte an Luftangriffen auf Stellungen der Terrormilizen IS auch in Syrien teilnehmen – bislang fliegen britische Piloten nur im Irak Angriffe auf IS-Stellungen. Großbritannien befinde sich in einem „Generationen-Kampf“ gegen den Terrorismus, wurde Cameron zitiert.

+++ Festnahmen bei 150 Hausdurchsuchungen +++

In einem landesweiten Anti-Terror-Einsatz haben französische Ermittler mehr als 150 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurden mehrere Menschen festgenommen und Waffen gesichert. Die Präventivmaßnahmen sollen aber nicht in direktem Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Paris und dem Vorort Saint-Denis stehen. Frankreichs Premierminister Manuel Valls bestätigte am Montagmorgen dem Sender RTL insgesamt über 150 Hausdurchsuchungen und kündigte weitere an.

In Toulouse konzentrierte sich der Einsatz einer Spezialeinheit gegen Islamistenkreise auf das Quartier, in dem der 2012 bei einem Polizeieinsatz getötete Terrorist Mohamed Merah lebte. Dieser hatte im Großraum Toulouse insgesamt sieben Menschen erschossen, darunter an einer jüdischen Schule drei Kinder und einen Lehrer.

Laut „Le Dauphiné Libéré“ wurden in Grenoble und den angrenzenden Gemeinden Echirolles, Fontaine und Saint-Martin-d'Hères zwölf Personen in Gewahrsam genommen. Waffen und Geld seien beschlagnahmt worden. 15 Objekte sollen durchsucht worden sein.

+++ Lyon: Bei Anti-Terror-Einsatz Raketenwerfer gefunden +++

Bei einem Anti-Terroreinsatz in Lyon hat die französische Polizei fünf Personen festgenommen und unter anderem einen Raketenwerfer sichergestellt. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Einsatz in der Nacht auf Montag sei ein Arsenal an Waffen entdeckt worden, hieß es. Die Durchsuchungen sollen allerdings nicht in direktem Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Terroranschlägen in Paris und dem Vorort Saint-Denis vom vergangenen Freitag stehen.

+++ Premierminister Valls: Auch weitere Attentate geplant +++

Die Terrormiliz Islamischer Staat bereitet nach den Worten von Frankreichs Premierminister Manuel Valls weitere Anschläge auf europäische Länder vor. „Wir wissen, dass Operationen vorbereitet wurden und noch vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder“, sagte Valls am Montagmorgen dem Sender RTL.

Die Terroranschläge in Paris seien von Syrien aus „organisiert“ und „geplant“ worden. Frankreich werde zudem lange mit der Bedrohung durch den Terrorismus leben müssen. Er könne auch weitere Anschläge in den kommenden Tagen oder Wochen nicht ausschließen, nachdem am Freitagabend bei einer beispiellosen Terrorserie in Paris mindestens 129 Menschen getötet und über 350 verletzt wurden.

Valls bekräftigte, Frankreich wolle den IS zerstören. Die französische Luftwaffe hatte die Terrormiliz am Sonntag in deren syrischer Hochburg Al-Rakka massiv angegriffen.

+++ DFB prüft nach Paris-Attacken Sicherheitskonzept für EM +++

Nach den Terrorangriffen von Paris will der Deutsche Fußball-Bund sein Sicherheitskonzept für die Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Frankreich auf den Prüfstand stellen. „Natürlich müssen wir uns auch beim DFB Gedanken über erweiterte Sicherheitsmaßnahmen bei der EM machen“, sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch der „Bild“-Zeitung (Montag). Die deutschen Weltmeister hatten wegen der Attacken am Freitagabend die Nacht nach dem Länderspiel in Frankreich in den Katakomben des Stade de France verbringen müssen. „Für die Franzosen wird die Sicherheit bei der EM eine sehr große Herausforderung“, befand Koch.

Auch DFB-Sicherheitschef Hendrik Große-Lefert sieht diese Frage vor der Europameisterschaft im kommenden Jahr als gewichtiger denn je. „Es ist ganz klar, dass dieser Vorfall in der Planung aller weiteren Dinge berücksichtigt werden muss. Insofern hat es natürlich großen Einfluss auf das weitere Verfahren“, sagte Große-Lefert der „ Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Er warnte indes: „Hundertprozentige Sicherheit kann es im gesellschaftlichen Raum eben nie geben, das sollte jedem bewusst sein.“

Weltweit werden Gebäude in den Farben Frankreichs angestrahlt. Hier sehen Sie die Bilder.

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Mindestens 30 Luftangriffe

Bei den Luftangriffen mit zehn französischen Jagdbombern wurden eine IS-Kommandostelle samt Waffen- und Munitionslager sowie ein Ausbildungslager für Terroristen in Syrien zerstört, wie das Verteidigungsministerium am späten Sonntagabend mitteilte. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mindestens 30 Luftangriffen in der IS-Hochburg Al-Rakka und deren Umgebung. Informationen über Tote und Verletzte gab es zunächst nicht.

Frankreichs Luftwaffe fliegt bereits seit September 2014 als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak. Seit September dieses Jahres bombardierte Frankreich mehrfach auch Positionen in Syrien.

In einer bislang nicht verifizierten Erklärung hatte sich allem Anschein nach der IS zu den Anschlägen in Paris bekannt, bei denen in der Nacht zum Sonnabend mindestens 129 Menschen getötet und mehr als 350 teils lebensgefährlich verletzt worden waren. Drei Terrorkommandos hatten nahezu gleichzeitig zugeschlagen: Sie schossen wahllos auf Menschen in Restaurants, im Konzertsaal „Bataclan“ und sprengten sich während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland in der Nähe des Stade de France in die Luft. Ein noch größeres Blutbad in dem Stadion mit fast 80 000 Zuschauern wurde anscheinend nur knapp verhindert.

Razzia in Pariser Vorort

Bei der Fahndung nach den Drahtziehern der Terrorserie gab es am späten Sonntagabend eine Hausdurchsuchung im Hauptstadtvorort Bobigny, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen berichtete. Nähere Details zu der Razzia und deren Ergebnissen wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Durchsuchungen in Toulouse und Grenoble

Die Regionalzeitung „La Dépêche du Midi“ berichtete zudem über einen Großeinsatz von Spezialeinheiten gegen Islamistenkreise in Toulouse. Laut AFP hängt die Operation nicht nur mit den Ereignissen in Paris, sondern mit dem allgemeinen Anti-Terror-Kampf zusammen: Mindestens drei Personen seien festgenommen und einer Waffe beschlagnahmt worden, hieß es unter Berufung auf Kreise der Staatsanwaltschaft. Die Zeitung „Le Dauphiné Libéré“ berichtete zudem über eine nächtliche Durchsuchung von 15 Objekten im Großraum Grenoble.

Bei den Pariser Anschlägen starben sieben Attentäter – doch befürchtet wird, dass gleich mehrere Komplizen abgetaucht sein könnten. Besonders im Fokus stehen dabei drei Brüder, von denen einer zu den Selbstmordattentätern im „Bataclan“ gehörte, ein zweiter am Sonnabend in Belgien festgenommen wurde und ein dritter am Sonntag zur internationalen Fahndung ausgeschrieben wurde.

Wurde Abdeslam Salah nicht gestoppt?

Letzterer könnte Medienberichten zufolge schon längst hinter Gittern sitzen: Demnach stoppten Polizisten den 26-Jährigen Abdeslam Salah und zwei weitere Personen nur Stunden nach den Pariser Anschlägen nahe der belgischen Grenze in einem Auto, ließen sie aber schließlich weiterfahren. Zuvor waren die Grenzkontrollen verschärft worden.

Fahndung nach Abdeslam Salah

Fahndung nach Abdeslam Salah

Quelle: AFP PHOTO/POLICE NATIONALE

Die spanische Zeitung „El País“ berichtete auf ihrer Website, Frankreichs Ermittlungsbehörden hätten die zuständigen Stellen in Spanien und Belgien über das Informationssystem des Schengen-Raums gewarnt, dass sich Abdeslam Salah dorthin absetzen könnte. Dies sei aber „nur eine Möglichkeit“, hieß es in dem Zeitungsbericht.

Schweigeminute um 12.00 Uhr

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben alle Bürger Europas dazu aufgerufen, am Montag um 12.00 Uhr mit einer Schweigeminute der Opfer von Paris zu gedenken. Das Weiße Haus ordnete zudem eine mehrtägige Trauerbeflaggung an US-Einrichtungen in aller Welt an.

Frankreichs Präsident François Hollande will in der Pariser Sorbonne-Universität an der Schweigeminute teilnehmen, bevor er sich am Nachmittag vor dem französischen Kongress äußert. Die beiden Parlamentskammern, Nationalversammlung und Senat, treten in Versailles zu einer gemeinsamen Tagung zusammen, was sonst nur höchst selten geschieht.

Hollande sprach von einem „Kriegsakt“ des IS und will den verhängten Ausnahmezustand, der Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und die Einrichtung von Sicherheitszonen erlaubt, auf mindestens drei Monate verlängern. Innenministers Bernard Cazeneuve sagte dem Sender France 2, er wolle Moscheen schließen, in denen radikales Gedankengut verbreitet werde, und „Hass predigende“ Imame des Landes verweisen.

Über ein schärferes Vorgehen gegen den internationalen Terrorismus wurde auch auf dem G20-Gipfel in der Türkei beraten, der am Montag endet. Unter dem Eindruck der Pariser Geschehnisse kommen außerdem in Brüssel die Außenminister der EU-Staaten zusammen. Dabei werden auch erste Diskussionen über mögliche Reaktionen der EU auf die Terroranschläge erwartet.

Warnung vor Generalverdacht gegen Flüchtlinge

Die großen Islamverbände in Deutschland wollen sich am Vormittag zu den Pariser Anschlägen äußern. In München will der CSU-Vorstand eine Anti-Terror-Resolution beschließen, deren Linie sich bereits vorher abzeichnete: Parteichef Horst Seehofer fordert unter anderem eine Ausweitung der Mitte September wieder eingeführten Kontrollen an der österreichischen Grenze. Die Attentate hatten den Streit in der großen Koalition über die Asylpolitik am Wochenende verschärft. Angesichts der Spekulationen darüber, dass Terroristen als Flüchtlinge getarnt in die EU gelangt sein könnten, warnten mehrere Politiker davor, Asylsuchende unter Generalverdacht zu stellen.

Das sind die Orte der Terroranschläge in Paris

Terror seit "Charlie Hebdo"

Der Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bildete den Auftakt für ein blutiges Jahr. Seitdem gab es eine Reihe islamistischer Terrorangriffe auf Europäer — auf dem Kontinent selbst, aber auch in den nordafrikanischen Urlaubsländern.

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Demonstrationen
Eine französische Flagge ist während einer Kundgebung des Bündnisses Pegida auf dem Theaterplatz in Dresden zu sehen.

Als im Januar in Paris Islamisten einen Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" verüben, erhält Pegida in Dresden daraufhin den bisher größten Zulauf. Vom neuen Terror in Paris können die Islamfeinde dagegen kaum profitieren.

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