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Obama und Castro wollen zu Gespräch zusammentreffen

International Obama und Castro wollen zu Gespräch zusammentreffen

US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro werden beim Amerika-Gipfel in Panama-Stadt erstmals zu einem politischen Gespräch zusammentreffen.

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US-Außenminister John Kerry spricht auf dem Gipfeltreffen der Organisation Amerikanischer Staaten.

Quelle: Carlos Ibarra

Panama-Stadt. "Wir haben zwar kein formelles Treffen zu einer bestimmten Zeit geplant, aber wir erwarten, dass sie morgen eine Diskussion haben werden", kündigte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes in Panama an. Es wäre das erste echte direkte Treffen zwischen Präsidenten beider Länder seit über 50 Jahren.   

Allein die erstmalige Anwesenheit des sozialistischen Kubas bei einem Amerika-Gipfel sei ein historisches Ereignis, meinte Rhodes. Obama und Castro hatten im Dezember ein Ende der 50-jährigen Eiszeit beschlossen. Bereits bei der Gipfeleröffnung am Freitagabend (Samstag 0200 MEZ) dürften sich Obama und Castro kurz begegnen, fügte Rhodes hinzu.

Allerdings deutete Rhodes an, dass eine Entscheidung Washingtons, Kuba von der USA-Terrorliste zu streichen, noch ausstehe. "Wir sind noch nicht soweit." Zuvor gab es Spekulationen, dass die USA einen solchen Schritt bereits in Panama bekanntgeben könnten. Zunächst müsse das Weiße Haus aber eine entsprechende Empfehlung des State Department prüfen. Unklar sei auch, wann genau die beiden Länder wieder Botschaften eröffnen. Es gebe viele praktische Fragen, meinte Rhodes.

Der Amerika-Gipfel steht ganz im Zeichen der kubanisch-amerikanischen Annäherung. Bereits am Donnerstagabend hatten sich US-Außenminister John Kerry und sein kubanischer Kollege Bruno Rodríguez getroffen. Es habe eine "längere und sehr konstruktive Diskussion" gegeben, verlautete aus dem State Department. Castro und Obama hatten bereits am Mittwoch telefoniert.

Nach der sozialistischen Revolution in Kuba 1959 waren sich Havanna und Washington über Jahrzehnte spinnefeind. US-Geheimdienste versuchten mehrfach Revolutionsführer Fidel Castro zu ermorden und steckten auch hinter einem Invasionsversuch 1961.

Zudem verhängten die USA ein Wirtschafts- und Handelsembargo, mit dem sie den sozialistischen Staat aushungern wollten. Doch Fidel Castro hielt sich an der Macht, erst 2006 übergab der heute 88-Jährige die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder Raúl (83).

Doch der Weg zu einer echten Normalisierung ist noch lang. Nach wie vor ist völlig unklar, wann die USA ihre Sanktionen aufheben könnten. Bisher gibt es nur leichte Lockerungen. Vor allem viele Republikaner in den USA laufen gegen ein Ende der Sanktionen Sturm.  

dpa

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