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Flüchtlingsboot kentert in der Ostsee

Öresund Flüchtlingsboot kentert in der Ostsee

Die Ostsee wird immer mehr zur Falle für verzweifelte Flüchtlinge: Auf dem Weg von Dänemark nach Schweden ist am Montagabend ein mit vier Personen besetztes Boot gekentert. Nach einer großen Rettungsaktion konnten zwar alle Personen aus dem Meer geholt werden, eine liegt nun jedoch im Koma.

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Tödliche Falle Ostsee: Im Öresund sind am Montag offenbar Flüchtlinge in einem Boot gekentert – einer von ihnen liegt jetzt im Koma.

Quelle: Frank Behling (Archivbild)

Kopenhagen. Dänischen Medienberichten zufolge hatte ein Bewohner der Insel Saltholm das in Seenot befindliche Boot gesehen und die Rettungskräfte alarmiert. "Vier Personen schwammen im Wasser. Drei von ihnen haben es selbst auf Saltholm an Land geschafft, die vierte wurde mit einem Helikopter aus dem Wasser gezogen", sagte Henrik Møller Jakobsen, Vize-Polizeiinspektor der Polizei Kopenhagen, dem dänischen TV-Sender "TV 2"

Zwei der männlichen Flüchtlinge, die sich offenbar aus einer Unterkunft im dänischen Nordseeland auf den Weg nach Schweden gemacht hatten, mussten daraufhin ins Krankenhaus gebracht werden. Einer liegt seither im Koma. Zu den Nationalitäten der Männer ist noch nichts bekannt. Zunächst gab es Berichte über zwei weitere Personen, die sich an Bord befunden hatten – die Polizei konnte aber gegen Abend ausschließen, dass weitere Opfer im Wasser waren.

Seitdem die skandinavischen Länder Anfang 2016 ihre Grenzen durch Ausweiskontrollen für Flüchtlinge quasi geschlossen haben, gibt es immer wieder Berichte von verzweifelten Versuchen, unbemerkt in die Länder einzureisen. Dem schwedischen Rundfunk "Sveriges Radio" zufolge gab es seither rund vierzig Fälle, in denen Asylsuchende den Autobahntunnel und die Öresundbrücke von Dänemark nach Schweden (Gesamtlänge der Verbindung: 16 Kilometer) zu Fuß überqueren wollten. Im April hätten dänische Retter bereits vor der Praxis gewarnt, dass sich Flüchtende dafür unter Lastwagen versteckten.

Die Befürchtung der schonischen Polizei in Südschweden, dass der Seeweg nach Schweden mit steigenden Temperaturen für Flüchtlinge attraktiver werden könnte, wies der schwedische Innenminister Anders Ygeman (Sozialdemokraten) im Laufe des Dienstages jedoch zurück: "Ich glaube nicht, dass wir es hier mit einem Paradigmenwechsel zu tun haben", sagte er der Nachrichtenagentur "TT".

Das ist der Weg der Flüchtlinge nach Mittel- und Nordeuropa:

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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