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Wohlleben bestreitet Beschaffung von Waffe

NSU-Terror Wohlleben bestreitet Beschaffung von Waffe

Der mutmaßliche NSU-Terrorhelfer Ralf Wohlleben hat bestritten, die Mordwaffe für den „Nationalsozialistischen Untergrund“ beschafft zu haben. Im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht wies der 40-Jährige am Mittwoch den Vorwurf der Beihilfe zum Mord zurück.

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Ralf Wohlleben will im NSU-Prozess in München aussagen.

Quelle: Andreas Gebert/dpa

München. Wohlleben räumte ein, dass er von seinem damaligen Freund Uwe Böhnhardt in einem persönlichen Gespräch um die Beschaffung einer Waffe gebeten worden sei. „Hier äußerte er den Wunsch, dass ich mich nach einer scharfen Pistole für ihn umhören solle“, berichtete er. „Er sagte, ich sollte darauf achten, dass es ein deutsches Fabrikat ist.“

Böhnhardt habe damals gesagt, er wolle nicht in Haft, sondern sich eher selbst erschießen. Er habe aber keine Waffe besorgen und am Suizid von Böhnhardt schuld sein wollen, argumentierte Wohlleben. Schließlich habe Carsten S. von Böhnhardt oder Mundlos den Auftrag bekommen — Carsten S. ist einer der fünf Angeklagten im NSU-Prozess.

Wohlleben will von Morden nicht gewusst haben

Der mutmaßliche NSU-Terrorhelfer Ralf Wohlleben will vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ und dessen zehn Morden bis zum Auffliegen der Terrorgruppe im November 2011 nichts gewusst haben. „Wie alle anderen“ habe er erst dann davon erfahren, sagte er. Es sei für ihn unvorstellbar, dass Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zu diesen Taten in der Lage gewesen seien. Er könne es kaum glauben.

Den Angehörigen der Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ hat Ralf Wohlleben sein Mitgefühl ausgesprochen. „Ich bedaure jede Gewalttat“, sagte Wohlleben am Mittwoch am Ende seiner Aussage vor dem Münchner Oberlandesgericht. Er fügte hinzu: „Den Angehörigen der Opfer gilt mein Mitgefühl.“

Wohlleben erhebt Vorwürfe gegen Behörden

Der mutmaßliche NSU-Terrorhelfer Ralf Wohlleben hat in seiner Aussage im NSU-Prozess Vorwürfe gegen die Behörden erhoben. Es sei ihm unerfindlich, warum der Staat die drei untergetauchten mutmaßlichen Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) nicht aufgespürt habe, sagte Wohlleben am Mittwoch vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG). Schon mit Blick auf die ersten Jahre nach dem Untertauchen der drei 1998 sagte er, hätte man sie finden wollen, wäre das seiner Meinung nach mit Hilfe von Tino Brandt möglich gewesen. Brandt war damals gut bezahlter V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes.

Die Bundesanwaltschaft wirft Wohlleben Beihilfe zum Mord in neun Fällen vor — weil er die Waffe beschafft haben soll, mit der später neun Migranten erschossen wurden. Wohlleben sitzt wie Zschäpe seit 2011 in Untersuchungshaft.

Zschäpe muss sich vor dem OLG als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen verantworten, die dem NSU angelastet werden, darunter auch der Mord an einer Polizistin und zwei Bombenanschläge. Böhnhardt und Mundlos töteten sich nach einem gescheiterten Banküberfall 2011 selbst, um ihrer Festnahme zu entgehen.

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Deutsche Presse-Agentur dpa

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