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Rohingya flüchten weiter aus Myanmar

Muslimische Minderheit Rohingya flüchten weiter aus Myanmar

Der Flüchtlingsstrom aus Myanmar hält weiter an. Immer mehr Rohingya verlassen ihre Dörfer im Norden und fliehen vor dem Militär nach Bangladesh. Doch das Nachbarland ist überfordert. Es stehen zu wenige Hütten. Die Nahrung ist knapp. Auch Unicef kriegt die Lage nur schlecht in den Griff.

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Mehr als 300 000 Rohingya sind seit Ende August nach Bangladesh geflohen.
 

Quelle: dpa

Dhaka/Naypyidaw.  Die Krise um vor Gewalt in Myanmar fliehende Rohingya dauert seit rund drei Wochen an und täglich strömen Tausende von ihnen über die Grenze nach Bangladesch. Sie sind bei ihrer Ankunft hungrig und traumatisiert. Viele müssen dringend medizinisch behandelt werden, wegen Verletzungen, schweren Infektionen oder Geburten.

Genügend Unterkünfte gibt es nicht

„Die Frauen, die zu Untersuchungen kommen, haben alle einen erschrockenen und erschöpften Blick“, sagte die Hebamme Sumaya im Flüchtlingslager Nayapara. „Wir hören ständig Geschichten von ihnen, wie sie tagelang ohne Essen durch Dschungel und über Hügel gelaufen sind, ihre Kinder über ihren Schultern tragend. Sie haben ihre Häuser verloren.“

Das Camp Balukhali ist dem Flüchtlingsstrom nicht gewachsen

Das Camp Balukhali ist dem Flüchtlingsstrom nicht gewachsen. Viele Rohingya müssen Hütten aus Bambus und Plastik ausweichen.

Quelle: AP

Zwei Flüchtlingslager sind überlastet, Bangladesch hat angekündigt, Land zur Verfügung zu stellen, um ein drittes zu bauen. Viele Neuankömmlinge finden nur provisorischen Unterkünften an Straßen oder in offenen Feldern Unterschlupf. Nahe dem Camp Balukhali errichteten einige an Berghängen Zelte aus Bambus und Plastik, die nach tagelangem Regen schlammig waren. Kinder liefen den Berg hoch, um Regenwasser einzufangen, ehe es in die überfüllten Siedlungen unten lief.

Lebensmittel sind extrem knapp

Es mangelte an Essen, sauberem Wasser und anderen Gütern. Am Donnerstag brach Panik an Straßen aus, wo Freiwillige Hilfe aus geparkten Fahrzeugen verteilten. Örtliche Beamte riefen Freiwillige über Megafone auf, ihre Einsätze mit Hilfsorganisationen zu koordinieren, um kein Chaos zu verbreiten.

„Es gibt akute Knappheiten an allem“, sagte der Vertreter des UN-Kinderhilfswerks Unicef für Bangladesch, Edouard Beigbeder. Unicef braucht nach eigenen Angaben 7,3 Millionen Dollar, um den Hunderttausenden Rohingya-Kindern zu helfen, die sehr gefährdet sind, sich eine über Wasser übertragene Krankheit einzufangen.

500 000 Rohingya leben bereits in Bangladesh

In Bangladesch waren bereits rund 500 000 Rohingya-Muslime untergebracht, die vor vorherigen Unruhen geflohen waren, bevor die jüngste Gewalt Ende August begann. Am 25. August griffen Rohingya-Aufständische Polizeiposten an. Das myanmarische Militär nahm dann „Räumungsoperationen“ vor, um die Rebellen zu vertreiben.

 Die flüchtenden Rohingya sagen aber, dass Soldaten willkürlich Schüsse abgegeben hätten, ihre Häuser niedergebrannt und ihnen mit dem Tod gedroht hätten, sollten sie nicht weggehen. Andere haben berichtet, dass sie von buddhistischen Mobs angegriffen worden seien. Hunderte Menschen starben, die meisten von ihnen Rohingya.

Von AP/RND

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