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Zehn tote Deutsche bestätigt

Terror in Istanbul Zehn tote Deutsche bestätigt

Bei dem Terroranschlag in Istanbul wurden zehn Deutsche getötet. Das teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit. Sieben Deutsche seien nach dem Attentat vom Dienstag noch verletzt in Krankenhäusern. Außerdem gebe es drei Leichtverletzte, die noch am Mittwoch entlassen werden sollten.

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Die Trauer ist groß, wie symbolisch mit dieser Rose am Tatort in Istanbul deutlich wird.

Quelle: Tolga Bozoglu/dpa

Kiel. Eine 33-köpfige deutsche Reisegruppe sei direkt betroffen gewesen; es gebe aber keine Hinweise darauf, dass es ein gezielter Angriff auf diese Gruppe gewesen sei.

De Maizière auf dem Weg in die Türkei

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reist unterdessen an diesem Mittwoch in die Türkei. Der Minister wolle in Istanbul seinen türkischen Kollegen Efkan Ala treffen und sich ein Bild von der Lage machen, sagte eine Sprecherin des Innenressorts am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Nach dpa-Informationen lag der Bundesregierung bis Dienstagabend keine Hinweis darauf vor, dass sich der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet hatte.

Der 1988 geborene Attentäter hatte sich am Dienstagvormittag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee im historischen Zentrum Istanbuls in die Luft gesprengt. Dabei wurden mindestens acht Deutsche getötet und neun weitere zum Teil schwer verletzt. Insgesamt starben neben dem Angreifer zehn Menschen, 15 weitere erlitten Verletzungen. Zwei Leichen waren bis Dienstagabend noch nicht identifiziert. Unter den Todesopfer waren drei Rheinland-Pfälzer, ein Ehepaar aus Brandenburg und ein Berliner.

Politisches Entsetzen weltweit

Weltweit reagierten Politiker mit Trauer und Entsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Anschlag als „mörderischen Akt“: „Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit“, sagte sie am Dienstagabend in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von „Stunden der Trauer, der Wut und des Entsetzens“.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, es handele sich um ein „verachtenswertes Verbrechen“. Die USA betonten, sie stünden weiter fest an der Seite der Türkei. „Dieser abscheuliche Angriff in Istanbuls historischem Herzen hat Türken und ausländische Touristen gleichermaßen getroffen“, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates Ned Price in Washington. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem „abscheulichen Terroranschlag“.

Türkische Gemeinde verurteilt Anschlag

Die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein hat den Terroranschlag in Istanbul scharf verurteilt. „Durch die heimtückisch geplante Tat wurden nicht nur unschuldige Menschen viel zu früh aus dem Leben gerissen“, sagte der Vorsitzende Cebel Küçükkaraca am Mittwoch in Kiel. „Es wurde erneut bewiesen, dass jede Form des Terrors das in Freiheit selbstbestimmte Leben aller Menschen überall auf der Welt gefährdet. Die Anteilnahme der Türkischen Gemeinde gelte den Betroffenen und ihren Angehörigen.

Bei dem Selbstmordanschlag zwischen Blauer Moschee und Hagia Sophia wurden am Dienstag zehn Menschen getötet, darunter mindestens acht Deutsche. Der Anschlag, für den die türkische Regierung die Terrororganisation “Islamischer Staat„ verantwortlich macht, galt einer Touristengruppe.

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Leitartikel

Das neue Jahr beginnt leider so, wie das alte zu Ende gegangen ist: Der Terror bestimmt die Nachrichten. Bislang ist Deutschland von einem Anschlag verschont geblieben, doch gestern ist der Schrecken ein Stück näher an uns herangerückt: Die meisten Opfer des Anschlags von Istanbul sind Deutsche – Urlauber, die eine Stadt kennenlernen wollten, die ihren ganz besonderen Reiz entfaltet.

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