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Trump wettert gegen Clinton und Merkels Flüchtlingspolitik

US-Wahlen Trump wettert gegen Clinton und Merkels Flüchtlingspolitik

Noch ein Aufreger des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Trump: An der deutschen Flüchtlingspolitik lässt er kein gutes Haar, seine Konkurrentin Clinton vergleicht er mit Kanzlerin Merkel. Wie reagiert Berlin?

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Von Donald Trump eins gesetzt: Bundeskanzlerin Angela Merkel neben der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Quelle: Michael Kappeler/dpa (Archiv)

Youngstown/Berlin. Der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die deutsche Flüchtlingspolitik als abschreckendes Beispiel bezeichnet und seine Rivalin Hillary Clinton mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verglichen.

"Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden, und ihr wisst, was für eine Katastrophe diese massive Einwanderung für Deutschland und die Menschen Deutschlands ist", sagte der Republikaner am Montag während einer Wahlkampfrede zu den Themen Terrorismus, Sicherheit und Einwanderung in Youngstown (Ohio). "Die Kriminalität ist auf ein Niveau gestiegen, das niemand geglaubt hat, je zu sehen." Die USA hätten genug Probleme, ohne sich durch die ungezügelte Aufnahme syrischer Flüchtlinge weitere aufzubürden.

Merkel wollte sich am Dienstag nach Angaben des Bundespresseamts (BPA) nicht zu dem Vergleich Trumps äußern. Das BPA verwies auf die Sommerpressekonferenz der Kanzlerin, in der sie am 28. Juli deutlich gemacht hatte, dass sie sich aus dem Wahlkampf ums Weiße Haus heraushalten will. "Ich mische mich in den inneramerikanischen Wahlkampf nicht ein", hatte sie gesagt und ergänzt: "Ich verfolge das mit Interesse. Und dann werden wir den Ausgang der Wahlen abwarten."

Steinmeier: Trump sei "Hassprediger"

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte Trump dagegen Anfang August als "Hassprediger" bezeichnet. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts ergänzte später, der Minister sei der Meinung, dass einem bei den Aussagen Trumps "echt bange" um die Entwicklung dieser Welt im Fall eines Wahlsiegs des Milliardärs werden müsse. Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist Anfang November.

Die Kriminalität in der Bundesrepublik hat 2015 zugenommen. Registriert wurden rund 6,3 Millionen Straftaten (2014: rund 6,1 Millionen). Durch die Flüchtlingskrise gab es 2015 allerdings sehr viele Verstöße gegen das Ausländerrecht, beispielsweise durch illegale Einreisen – was aus Sicht des Innenressorts das Bild über die Sicherheit in Deutschland verzerrt. Rechnet man diese Fälle heraus, lag die Gesamtzahl der Straftaten etwa auf dem Niveau der Vorjahre.

Das Bundeskriminalamt untersuchte in den vergangenen Monaten auch mehrfach gesondert die "Kriminalität im Kontext von Zuwanderung" und kam zu dem Schluss, dass der weitaus größte Anteil der Zuwanderer und Asylsuchenden keine Straftaten beging.

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Ein Artikel von
Deutsche Presse-Agentur dpa

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Kritik an Merkel
Foto: Natürlich bleibt Trump auch bei seiner minutiös vom Teleprompter abgelesenen Rede in Ohio nicht bei der Wahrheit.

Wäre Donald Trump ein Boxer, würden Kommentatoren sagen, er habe zuletzt viel einstecken müssen. Auf jeden tapsigen Angriff Trumps folgten schwere Konter. Diesmal versucht er sich in der Außenpolitik. Sind angeschlagene Kämpfer auch in der Politik besonders gefährlich?

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