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Unbefristeter Kita-Streik hat begonnen

Tarife Unbefristeter Kita-Streik hat begonnen

Wohin mit den Kindern? Der unbefristete Kita-Streik hat schon am ersten Tag Zehntausende Eltern und ihren Nachwuchs getroffen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi streiklten fast 20 000 Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes in fast allen Bundesländern.

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In Deutschland werden die kommunalen Kindertagesstätten bestreikt.

Quelle: Carsten Rehder/Archiv

Frankfurt/Berlin. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach von einem "spürbaren und starken bundesweiten Signal" in dem Arbeitskampf. Zug um Zug würden nun weitere Kitas einbezogen.

Neben Erzieherinnen und Erziehern legten auch Sozialarbeiter und Sozialpädagogen etwa in Jugendzentren die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Beamtenbund dbb hatten ebenfalls zu dem Streik aufgerufen. Die Gewerkschaften kämpfen um eine spürbare Anhebung der Gehälter der bundesweit rund 240 000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen nicht bezahlbar. Wie lange der Ausstand dauern wird, ist unklar.

Allein in Baden-Württemberg blieben mehr als 600 Kitas geschlossen, in Rheinland-Pfalz und im Saarland etwa 150. In Hamburg waren 70 von 220 Kindertagesstätten komplett dicht. Notdienste für die Kinderbetreuung wurden vielerorts eingerichtet. In Bayern, Brandenburg und in mehreren Großstädten Nordrhein-Westfalens fängt der Ausstand erst an diesem Montag an.

In Urabstimmungen hatten sich die Mitglieder der Gewerkschaften in dieser Woche mit großer Mehrheit für den unbefristeten Ausstand ausgesprochen. Zuvor hatten die Verdi, GEW und Beamtenbund die Tarifverhandlungen nach fünf Runden für gescheitert erklärt. Sie fordern eine finanzielle Aufwertung der Berufe, die unter anderem durch eine höhere Eingruppierung erreicht werden soll. Die kommunalen Arbeitgeber zeigen sich bereit, Eingruppierungen zu ändern. Ein pauschales Plus von zehn Prozent sei aber unangemessen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) äußerte Verständnis für den Kita-Streik. "Wir brauchen eine Debatte in Deutschland, wie viel uns die Arbeit mit Menschen und die frühe Bildung unserer Kinder wert ist", sagte sie dem Magazin "Focus".

dpa

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Schleswig-Holstein
Foto: Streikende Mitarbeiter von Kindertagesstätten ziehen in einem Demonstrationszug durch Kiel und halten Schilder mit der Aufschrift "Wir sind Mehr Wert".

Jetzt wird’s im Norden ungemütlich: Außer Bahnkunden müssen ab Freitag auch Eltern von Kita-Kindern auf unabsehbare Zeit mit handfesten Behinderungen ihres Alltags rechnen. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligen sich an dem unbefristeten Streik allein in Schleswig-Holstein bis zu 1000 Beschäftigte in kommunalen Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes.

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