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Waffenruhe im Jemen hält weitgehend

Konflikte Waffenruhe im Jemen hält weitgehend

Die für fünf Tage geplante humanitäre Feuerpause im Jemen ist an ihrem ersten Tag nach Inkrafttreten weitgehend respektiert worden. Saudi-Arabien und die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen warfen sich jedoch gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

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Flugabwehrgeschütze erleuchten den Himmel über Sanaa.

Quelle: Yahya Arhab

Sanaa. Nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums schossen die Huthis mit Granaten auf die saudischen Grenzstädte Nadschran und Dschisan. Die Aufständischen behaupteten wiederum, die Saudis hätten Huthi-Stellungen in den umkämpften Provinzen Lahidsch und Abjan bombardiert.

In der Hauptstadt Sanaa war es hingegen ruhig, berichteten Augenzeugen. Die Metropole war in den vergangenen Tagen Ziel von schweren saudischen Bombardements gewesen, bei dem Dutzende Zivilisten ums Leben kamen. Aus der südlichen Hafenstadt Aden wurden einzelne Zusammenstöße gemeldet. Saudische Kampfflugzeuge wurden am Himmel über Aden gesehen, griffen aber keine Ziele am Boden an.

Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen gegen pro-saudische Milizen, die sich für den nach Riad geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur einsetzen. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition bombardiert seit Ende März Stellungen und Waffenlager der Huthis. Nach UN-Angaben kamen seitdem 1500 Menschen ums Leben, unter ihnen mindestens 646 Zivilisten.

Die Feuerpause trat in der Nacht zum Mittwoch in Kraft. Sie soll vor allem dazu dienen, um Hilfslieferungen für die unter Krieg und Bombardierungen leidende Bevölkerung auf den Weg zu bringen.

Saudi-Arabien, das die Seezugänge zum Jemen derzeit blockiert, behält sich allerdings das Recht vor, die Hilfslieferungen zu kontrollieren. Neue Komplikationen drohen, weil der Iran ein Schiff mit Hilfsgütern zum jemenitischen Hafen Hodeida geschickt hat, den die Huthis kontrollieren.

Teheran werde nicht zulassen, dass der Frachter auf seinem Weg in den Jemen gestoppt werde, sagte Massud Dschasajeri, der Vizekommandeur der iranischen Streitkräfte, nach Angaben des iranischen Nachrichtensenders "Al-Alam". "Dann würde bei uns der Geduldsfaden reißen und für die Gegenseite zu unkontrollierbaren Konsequenzen führen", erklärte er.

Ein saudischer Militärsprecher hatte dagegen am Dienstagabend gesagt, das Bündnis werde keinem iranischen Schiff das Anlegen im Jemen erlauben. Der Iran könne Hilfsgüter in das Bürgerkriegsland liefern, müssen diese jedoch über die Vereinten Nationen schicken. Riad und Teheran rivalisieren um die Vorherrschaft in der Region.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb indes für eine politische Lösung im Jemen. Es sei schwer, diesen Konflikt allein militärisch zu lösen, betonte sie nach einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah II. in Berlin. Jordanien ist Teil der saudisch geführten Koalition. Der Monarch wandte sich gegen Spekulationen über eine Bodenoffensive unter Beteiligung jordanischer Truppen. Priorität habe die Verteidigung Saudi-Arabiens.

dpa

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