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1700 zusätzliche Fachkräfte an Kitas im Norden nötig

Gesellschaft 1700 zusätzliche Fachkräfte an Kitas im Norden nötig

Die gute Nachricht zuerst: Der Personalschlüssel an Kitas im Norden hat sich verbessert. Das Problem: Nach Ansicht der Bertelsmann-Stiftung fehlen immer noch Fachkräfte für ein aus pädagogischer Sicht günstigen Wert.

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Kinder laufen in einer Kita durch den Flur.

Quelle: Uwe Zucchi/Archiv

Gütersloh/Kiel. Trotz Verbesserungen fehlen an den Kitas in Schleswig-Holstein für ein kindgerechtes Betreuungsverhältnis nach Ansicht der Bertelsmann-Stiftung 1700 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte. Zwar habe sich der Personalschlüssel leicht verbessert, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Ähnlich wie in den meisten anderen Bundesländern auch sei aber noch kein pädagogisch sinnvoller Wert erreicht. Im Norden ist eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft zum 1. März 2015 durchschnittlich für 3,7 ganztags betreute Krippen- oder 8,6 Kindergartenkinder zuständig gewesen. Im Bundesmittel betrug das Verhältnis 1 zu 4,3 und 1 zu 9,3.

Im nördlichsten Bundesland besuchen 24 Prozent der unter Dreijährigen und 92 Prozent der drei- bis sechsjährigen Kinder eine Kita. Um all diesen Kindern eine gute Kita-Qualität zu bieten, sei ein kindgerechtes Betreuungsverhältnis nötig, teilte die Bertelsmann-Stiftung weiter mit. Deren Experten empfehlen, dass sich eine Erzieherin höchstens um drei unter Dreijährige oder 7,5 Kindergartenkinder kümmern soll. "Der Kita-Besuch allein verbessert nicht die Bildungschancen der Kinder. Es kommt auf die Qualität der Angebote an", sagt Stiftungsvorstand Jörg Dräger.

Die zur Verbesserung des Schlüssels notwendigen 1700 Vollzeitstellen kosten nach Berechnungen der Stiftung jährlich rund 78 Millionen Euro. Dies wäre verglichen mit den derzeit anfallenden Personalkosten im Kita-Bereich in Höhe von 527 Millionen Euro ein Anstieg von 15 Prozent, rechnet die Stiftung vor. Bundesweit fehlten rund 107 000 zusätzliche Fachkräfte. Diese würden 4,8 Milliarden Euro pro Jahr kosten.

Zwischen den Bundesländern unterscheidet sich der Personalschlüssel nach wie vor stark. Die Folge sei: "Der Wohnort bestimmt die Bildungschancen eines Kindes", heißt es bei der Stiftung. Sie befürwortet bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für Kitas, um mehr Chancengerechtigkeit herzustellen. Die Akteure im Kita-System müssten sich auf kindgerechte Standards für die Personalausstattung verständigen. Bundesweiter Spitzenreiter ist Baden-Württemberg sowohl im Krippen- (1 zu 3) als auch im Kindergartenbereich (1 zu 7,3). Schlusslicht bei den jüngeren Kindern ist Sachsen (1 zu 6,4) und bei den älteren Kindern Mecklenburg-Vorpommern (1 zu 14,1).

dpa

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