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32 Häftlinge verschaffen ihrem Unmut Luft

Justiz 32 Häftlinge verschaffen ihrem Unmut Luft

Nach Ende einer Freistunde haben 32 Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt Neumünster den Gang zurück in ihre Zellen verweigert. "Das war am Mittwochabend eine Form von passivem Widerstand", sagte der stellvertretende Anstaltsleiter Jens Helbing am Freitag.

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Justizministerin Anke Spoorendonk ist zu sehen.

Quelle: Carsten Rehder/Archiv

Neumünster. Die Gefangenen hätten ihrem Unmut über zu viel Einschluss kundgetan. Nach knapp 25 Minuten seien sie in ihre Zellen marschiert. Zuvor hatte das "Flensburger Tageblatt" darüber berichtet.

Hintergrund ist die Strafvollzugs-Reform. Häftlinge dürfen nur noch zu bestimmten Zeiten eingeschlossen werden. "An dem Tag war Personalnotstand", sagte Helbing. Grund seien Urlaubszeit- und Krankheitsfälle. Anstaltsleiterin Yvonne Radetzki hätte am Donnerstag mit vier Gefangenen gesprochen. Die Beteiligten haben sich entschuldigt, gegen sie laufen Disziplinarverfahren.

Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) sei verantwortlich, dass die Realität mit dem "Wünsch-Dir-Was-Gesetz" nichts zu tun habe, sagte die CDU-Justizpolitikerin Barbara Ostmeier. Ihr FDP-Kollege Ekkehard Klug sagte, "sollte es nach der Neumünsteraner Gefangenenmeuterei noch zu weiteren derartigen Vorfällen in den Haftanstalten des Landes kommen, müsste die Justizministerin persönliche Konsequenzen ziehen und ihren Hut nehmen".

Die Regierungsfraktionen sprachen von einem "Weg zu einem humaneren, modernen Strafvollzug". Die Abläufe in den Gefängnissen müssten sich "nun neu einspielen; das braucht Zeit".

dpa

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