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Kieler Uni bekommt Finanzspritze

50 Millionen Euro extra Kieler Uni bekommt Finanzspritze

Millionen-Nachschlag für die Christian-Albrechts-Universität: Nach Informationen von KN-online will die Landesregierung die Sanierungsmittel für die CAU mit Hilfe einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) um mehr als 50 Millionen Euro aufstocken.

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Gravierende Statik-Mängel: Die sogenannten Anger-Bauten müssen bei Sturm teilweise gesperrt werden.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Mit dem zusätzlichen Geld soll die Runderneuerung eines maroden Gebäudekomplexes (Anger-Bauten) nahe dem Uni-Hochhaus trotz einer Kosten-Explosion gesichert werden.

 „Wir haben mit dem ÖPP-Projekt eine gute Lösung für die Anger-Bauten gefunden“, sagte Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer (SPD) auf Anfrage. Die Christian-Albrechts-Universität zeigte sich hocherfreut. „Das ist eine großartige Nachricht für die CAU“, sagte Kanzler Frank Eisoldt. Durch die ÖPP-Maßnahme sei es möglich, den großen Gebäudekomplex bis 2023 komplett zu sanieren. Die Anger-Bauten sind ein Herzstück der Uni, umfassen insgesamt sechs Gebäude (rund 20000 Quadratmeter), in denen Mediziner, Geowissenschaftler und Mathematiker samt Rechenzentrum untergebracht sind. Der Komplex ist so marode, dass bei Sturm derzeit einige Gebäude aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen.

 Die Regierung hatte deshalb 2013 knapp 60 Millionen Euro bereitgestellt, um die Anger-Bauten zu sanieren. Das Problem: Bei einer genaueren Überprüfung des Komplexes im vergangenen Herbst kamen gravierende Statik-Mängel ans Tageslicht. Die Sanierungskosten stiegen auf gut 110 Millionen Euro. Diese Zusatzsumme soll nun ein privater Investor etwa aus der Baubranche aufbringen. Im Gegenzug müsste sich das Land im Rahmen der öffentlich-privaten Partnerschaft verpflichten, den Bauzuschuss etwa über einen Mietvertrag in 25 bis 30 Jahren ratenweise abzustottern.

 Das Land stellt mit dem Nachschlag zugleich sicher, dass einige andere Sanierungsmaßnahmen aus dem ursprünglichen 165-Millionen-Programm für die CAU umgesetzt werden können. Dazu gehören ein neues Tierhaus (mindestens 15 Millionen Euro) oder die Sanierung der Fakultätsblöcke samt neuem Juridikum (mindestens 52 Millionen Euro). „Die Raumprogramme stehen“, sagte Eisoldt. Die Planer sollen bis Sommer bestellt sein, danach folgen die Ausschreibungen. Wenn alles klappe, „ist unser Campus spätestens 2017 eine Großbaustelle“, prophezeite der Uni-Kanzler.

 Im Rahmen des ÖPP-Projektes will die Regierung jetzt unter anderem mit Hilfe der Investitionsbank nach einem Investor suchen. Ein ähnliches Projekt wurde bereits vor Jahren in Flensburg umgesetzt. An der dortigen Uni errichtete das Land mit einem Konsortium (zwei Baufirmen aus Schleswig-Holstein und ein Spezialfinanzierer aus München) einen 30-Millionen-Euro-Komplex mit Büros, Seminarräumen und Laboren. In Flensburg ging das Konzept auf. Uni-Sprecherin Kathrin Fischer: „Wir sind mit dem Neubau sehr zufrieden.“

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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