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54 Tote bei Flüchtlingstragödie im Mittelmeer

Migration 54 Tote bei Flüchtlingstragödie im Mittelmeer

Bei einem neuen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sind 54 Menschen ums Leben gekommen. Wie das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR in Genf mitteilte, überlebte nur ein Passagier die 15-tägige Schreckensfahrt, die anderen Flüchtlinge verdursteten.

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Gekentertes Flüchtlingsboot im Mittelmeer: 170 Menschen starben in diesem Jahr bei dem Versuch, Europa zu erreichen.

Quelle: Jose Carlos Guerra/ Archiv

Genf/Rom. Der Mann aus Eritrea wurde am Montagabend vor der tunesischen Küste gerettet, berichtete das UNHCR am Dienstagabend. Die 55 Flüchtlinge - die Hälfte von ihnen aus Eritrea - hatten Ende Juni versucht, in einem Schlauchboot von Libyen aus das Mittelmeer Richtung Italien zu überqueren.

Nach nur einem Tag waren sie in Sichtweite der italienischen Küste, wurden aber durch starke Winde wieder aufs Meer getrieben, erzählte der Überlebende UN-Mitarbeitern. Die Migranten hatten keine Wasservorräte an Bord und tranken verzweifelt das schädliche Meerwasser. Der Überlebende hatte sich bis zu seiner Rettung an einem Benzinkanister und den Überresten des Bootes festgeklammert.

Der stellvertretende Flüchtlings-Hochkommissar T. Alexander Aleinikoff sprach von einer Tragödie. Er rief die Schiffsführer auf, bei ihrer Fahrt durch das Mittelmeer auf hilfebedürftige Boote zu achten. "Das Mittelmeer gehört zu den am meisten befahrenen Meeren der Welt, und es ist fundamental, dass die alte Tradition, Menschen auf See zu retten, weiterhin respektiert wird", sagte Aleinikoff.

Ein Flüchtlingsboot mit etwa 50 Menschen aus Eritrea und Somalia an Bord ist nach Angaben des UNHCR derzeit immer noch auf dem offenen Mittelmeer, nachdem sie es am Dienstag abgelehnt hatten, sich von maltesischem Militär retten zu lassen.

Mehr als 1300 Menschen haben nach UN-Angaben in diesem Jahr bereits die Reise von Libyen nach Italien gewagt. Etwa 1000 schafften es bis Malta. 170 Menschen starben bei dem Versuch, Europa zu erreichen. Anders als in den Vorjahren kommen Flüchtlingsboote kaum noch auf der italienischen Insel Lampedusa an, sondern häufiger im süditalienischen Kalabrien oder auf der Insel Sizilien.

dpa

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